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Sommersemester an der Uni Würzburg in Zeiten von Corona | BR24

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"Wir werden auch an Grenzen stoßen", sagt Alfred Forchel, Präsident der Uni Würzburg. Das Sommersemester startet wegen Corona unter besonderen Bedingungen. Wissenschaftsminister Sibler hat sich über die Pläne der Uni informiert.

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Sommersemester an der Uni Würzburg in Zeiten von Corona

"Wir werden auch an Grenzen stoßen", sagt Alfred Forchel, Präsident der Uni Würzburg. Das Sommersemester startet auch hier wegen der Coronakrise unter besonderen Bedingungen. Wissenschaftsminister Sibler hat sich über die Pläne der Uni informiert.

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Von
  • Jochen Wobser

"Es ist ein gewaltiges Realexperiment in didaktischer Transformation." So beschrieb die Würzburger Medizinprofessorin Sarah König in einer Videokonferenz mit Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) die Ausgangslage für das kommende Sommersemester.

Sibler war an der Würzburger Julius-Maximilians-Universität, um sich mit Leitung, Dozenten und Studierenden über die von der Corona-Pandemie geprägten Semester-Vorbereitungen auszutauschen.

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Sommersemester werde "kein Perfektionssemester"

Dabei waren im Senatssaal am Sanderring nur Staatsminister Bernd Sibler, Uni-Präsident Alfred Forchel und drei Pressevertreter anwesend. Ein Dutzend Konferenzteilnehmer war über Video zugeschaltet.

Alfred Forchel machte zu Beginn klar, dass das am 20. April unter besonderen Bedingungen beginnende Sommersemester "kein Perfektionssemester" sei, sondern eines, das "den Austausch zwischen Lehrenden und Studierenden" durch digitale Lehr- und Lernformate so gestalten solle, "dass es in hohem Grade studierbar" sei. Hier sei die Würzburger Uni "auf einem guten Weg - und die anderen Universitäten auch", so Forchel.

BAfÖG-neutral und nicht auf die Studienzeit angerechnet

Zu Forderungen, das Sommersemester wegen der besonderen Umstände als "Nicht-Semester" und nicht als reguläres Semester zu werten, kündigte Bernd Sibler an, dass man den Studierenden "in einer Hauptforderung entgegen" komme sei: Das Semester verlaufe "BAfÖG-neutral" und werde "nicht auf die Studienzeit angerechnet. "Das wird vielen Studenten eine Entspannung bringen", so Sibler, der zugleich klarmachte: "Wir werden dieses Semester durchführen."

Für die Uni Würzburg stellte Präsident Forchel außerdem fest: "Es werden alle Prüfungen stattfinden." Noch erkunde man die besten Möglichkeiten für rechtssichere Online-Prüfungen. Besonders Prüfungen mit einer hohen Teilnehmerzahl seien eine schwierige Herausforderung.

Hoher Anteil an Online-Lehrveranstaltungen

Wissenschaftsminister Sibler geht davon aus, dass an der Uni Würzburg – ähnlich wie an anderen Bayerischen Unis – etwa 80 Prozent der ursprünglich geplanten Lehrveranstaltungen als Online-Formate beginnen können. Auch für die Uni Würzburg bedeutet dies einen immensen Kraftakt. Die Fakultäten arbeiten mit Hochdruck daran, digitale Alternativen zu den Präsenzveranstaltungen zu ermöglichen.

"Wir werden auch an Grenzen stoßen"

Dass dies im Semesterbetrieb nicht ohne Schwierigkeiten ablaufen wird, wurde auch während der Videokonferenz mit Bernd Sibler deutlich: Die Ausführungen mancher Dozenten waren von technischen Problemen begleitet – verzerrtem oder fehlendem Ton sowie von Präsentationen, die nicht abgespielt werden konnten. "Wir werden auch an Grenzen stoßen", so Uni-Präsident Forchel, der zugleich bei Mitarbeitenden und Studierenden eine große Motivation ausmachte, die Lage zu meistern.

Uni Würzburg arbeitet an technischer Infrastruktur

Großen Anteil daran hat das Rechenzentrum der Uni. Hier arbeiten die Experten zu einen daran, die technische Infrastruktur für die Online-Lehre in kürzester Zeit aufzurüsten, beispielsweise durch mehr Netzkapazität, mehr Software-Lizenzen oder Online-Plattformen für den Austausch von Materialien.

Außerdem werden Online-Kurse etwa für das Abhalten von Videokonferenzen oder das Erstellen von Lernvideos angeboten. Auch die Möglichkeiten, Vorlesungen im Internet zu streamen, sollen verbessert werden, hier werden die Ressourcen aber nicht für alle Lehrveranstaltungen ausreichen.

Mitarbeiter stehen als "E-Scouts" zur Verfügung

In einigen Fakultäten werden eigens Mitarbeiter als "E-Scouts" abgestellt. Diese sollten "Digital-Muffeln unter den Studierenden zur Seite stehen", so Sarah König vom Lehrstuhl für Medizindidaktik. Die Professorin sieht in der Corona-Krise auch eine Chance, die Lehr- und Lernmethoden an der Uni voranzubringen. Nötig sei aber "eine große Nachlese" und Evaluation, sobald der Präsenzbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

© BR/ Jochen Wobser

"Wir werden auch an Grenzen stoßen", sagt Alfred Forchel, Präsident der Uni Würzburg. Das Sommersemester startet auch hier wegen der Coronakrise unter besonderen Bedingungen. Wissenschaftsminister Sibler hat sich über die Pläne der Uni informiert.

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