Ein Protestplakat vor der Deponie bei Sommersdorf im Landkreis Ansbach.
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Die Abfalldeponie in Sommersdorf soll erweitert werden. Die umliegenden Gemeinden sind dagegen und haben erneut einen Protestmarsch veranstaltet.

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Sommersdorf wehrt sich gegen Mülldeponie

Bei Sommersdorf im Landkreis Ansbach soll eine Mülldeponie für schadstoffbelastete, mineralische Abfälle entstehen. Mehrere Dörfer sind dagegen und zeigen ihren Widerstand mit einem erneuten Protestmarsch.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

"Keine Schadstoffdeponie, heute nicht und morgen nicht und nie. Lasst euch nichts gefallen, lasst euch nichts gefallen! Wehrt euch!", tönt es durch die Straßen in Sommersdorf. Über 100 Menschen aus Sommersdorf, Irrebach und den umliegenden Gemeinden nehmen am Protestmarsch gegen die geplante Erweiterung der Mülldeponie teil. Mit großen Schildern, auf denen "Sommersdorf wehrt sich" oder "keine Deponie!" steht, ziehen die Teilnehmer singend und rufend vom Feuerwehrhaus zur bestehende Abfalldeponie, auf der bisher Abfälle von Bodenaushüben liegen.

Mülldeponie soll vergrößert werden

Die Dinkelsbühler Deponiefirma "Mittelfränkische Mineralstoff GmbH" plant, dass auf der Mülldeponie, die noch als Tongrube klassifiziert ist, in Zukunft auch Bauabfälle, Teer und Asche landen sollen. Laut Plänen der "Mittelfränkischen Mineralstoff GmbH" sollen dort rund 100.000 Tonnen Abfall jährlich entsorgt werden, mit einer Laufzeit von 18 Jahren.

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Die Deponie befindet sich rund 240 Meter von Sommersdorf, mit Blick auf das Wasserschloss.

Sommersdorfer sorgen sich um Gesundheit

Die Ängste der Sommersdorfer seien groß, denn die Deponie liege nur 240 Meter von der Ortschaft entfernt, sagt Wolfgang Zuber. Er ist Teil der Interessensgemeinschaft "Keine Deponie in Sommersdorf". Die Dorfbewohner haben Sorge vor Feinstaub und noch mehr Schwerlastverkehr.

"Es wird Lärm und Schmutz erwartet. Und vor allem die Siedlungsbereiche und auch der Spielplatz liegen in unmittelbarer Nähe. Wir würden davon alle beeinträchtig werden." Wolfgang Zuber

Irrebacher haben Angst um ihr Wasser

Auf der anderen Seite, 300 Meter von der Deponie entfernt, liegt Irrebach. Die Irrebacher haben Angst um ihr Wasser, da der Ort nicht an das Wasserleitungssystem angeschlossen ist. Deshalb hat jedes Haus einen eigenen Hausbrunnen. Die Bürgerinnen und Bürger haben nun die Sorge, dass – durch womöglich schadstoffbelasteten Müll und Sickerwasser aus der erweiterten Deponie – ihr sauberes Wasser in Gefahr sein könnte.

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Die "Lehmgrube" bei Sommersdorf wird noch als Abfalldeponie für Erdaushübe genutzt. Eine Dinkelsbühler Deponiefirma möchte sie ausbauen.

Regierung wartet auf Unterlagen

Die Deponie-Firma aus Dinkelsbühl hat auf Nachfrage von BR24 bestätigt, dass sie auch weiterhin planen, die Deponie auszubauen. Schon 2021 habe es erste Probebohrungen gegeben, so Wolfgang Zuber. Doch seitdem sei nicht viel passiert, denn die Regierung von Mittelfranken warte immer noch auf die Genehmigungsanträge, damit dann auch gebaut werden kann. Bisher wurden lediglich Unterlagen für eine Art Vorverfahren, nämlich einer Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht, so der Pressesprecher der Regierung von Mittelfranken, Martin Hartnagel.

Marterl soll Lkw an Protest erinnern

Nach dem Protestmarsch wurde vor der Deponie in Sommersdorf ein eigens gefertigtes Marterl vom ortsansässigen Pfarrer im Ruhestand, Hans Löhr, eingeweiht. An diesem Eichenstamm, mit Kreuz und Hirtenfigur, müssen künftig auch die Lkw auf dem Weg zur Deponie vorbeifahren. Die Sommersdorfer wollen damit ein Zeichen setzen . Wann und wie die Erweiterung für die Mülldeponie kommt, steht allerdings noch nicht fest.

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Das Marterl soll auf dem Weg zur Deponie künftig an den Protest gegen die Erweiterung der Mülldeponie erinnern.

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