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Die Sommerschule in Bad Brückenau beginnt.

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Sommerschule in Bad Brückenau: Tutoren unterrichten Schüler

Eigentlich sind jetzt Ferien, aber nicht für alle Schüler. Um Rückstände aus dem Corona-Schuljahr auszugleichen, gibt es in Bayern die Sommerschule. An der Realschule Bad Brückenau unterrichten ältere Schüler, die von Lehrern angeleitet wurden.

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Von
  • Vesile Özcan
  • BR24 Redaktion

Mathe statt Strand: Während ihre Freunde die Sommerferien am Strand verbringen, sitzen andere Kinder im Klassenzimmer. Sie machen mit bei der sogenannten Sommerschule und wollen so Lernrückstände aufholen, die im vergangenen Corona-Schuljahr entstanden sind. Dabei handelt es sich um eine Maßnahme des Bayerischen Kultusministeriums im Rahmen des Förderprogramms "gemeinsam.Brücken.bauen".

Freiwillige Sommerschule an der Realschule in Bad Brückenau

Auch an der Realschule in Bad Brückenau im Landkreis Bad Kissingen findet die freiwillige Nachhilfe in den Sommerferien statt. Das Angebot der Sommerschule wurde hier so angepasst, dass Schülerinnen und Schüler mit einem Nachholbedarf Vorrang haben. "Wir haben zunächst ausgewertet, wer wirklich Bedarf hat. Diese Eltern haben wir schriftlich informiert. Die anderen Schüler haben das auch mitbekommen und konnten sich auch für die Sommerschule melden. Es gab ungefähr 60 Kinder, die wir angesprochen haben. Etwa 30 haben das Angebot angenommen", erklärt Schulrektor Michael Kreil. Einige seien aus organisatorischen Gründen verhindert, weil sie zum Beispiel schon einen Urlaub geplant hatten.

Schüler unterrichten Schüler

Die teilnehmenden Kinder werden nun von Tutoren aus der Abschlussklasse und einer Lehramtstudierenden unterrichtet. "Die Schüler werden in Zweier-Gruppen unterrichtet. Entsprechend ist es auch nicht schlecht, wenn die Kinder nicht die Lehrkräfte vor sich sitzen haben, sondern die Tutoren. Dadurch ist ein ganz anderes Verhältnis gegeben. Und unsere Tutoren machen guten Unterricht", sagt Kreil. Zur Vorbereitung hätten die Lehrer die Tutoren für jeden Schüler individuell gebrieft. Somit sei sichergestellt, dass die Tutoren nicht im "luftleeren Raum schweben", so der Direktor weiter.

Tutoren haben Infos von den Lehrern bekommen

Lea Straub ist eine der Tutorinnen. Es sei etwas anderes, in den Ferien zur Schule zu kommen, erklärt sie. "Aber ich finde es schön, dass unsere Schule das anbietet, damit man Lücken nachholen kann. Zur Vorbereitung habe ich mich mit den Lehrern der Schüler in Kontakt gesetzt. So habe ich herausgefunden, was ich mit den Schülern machen soll und habe auch genaue Aufgaben bekommen", so die Tutorin. Die Lehrer seien laut dem Schulrektor jederzeit über eine Online-Plattform für Fragen der Tutoren erreichbar. Bezahlt werden die Tutoren mit 12,00 Euro pro Unterrichtsstunde.

Großer organisatorischer Aufwand für die Schule

Insgesamt sei es laut Kreil ein großer organisatorischer Aufwand gewesen, die Sommerschule so zu planen: "Wir wollten es punktuell und sinnvoll gestalten. Das war sehr herausfordernd". Auch rein organisatorische Dinge wie beispielsweise die Anreise der Kinder, sei ein Thema gewesen. Ein großer Teil der insgesamt 260 Schüler würde nämlich normalerweise mit einem Schulbus zur Schule kommen. In den Sommerferien fahren die öffentlichen Verkehrsmittel aber zu anderen Zeiten. Nun bringen die Eltern die Kinder mit dem Auto.

Ein Teilnehmer der Sommerschule ist Tom aus der sechsten Klasse. Er hätte zwar gerade lieber Ferien, freut sich aber auch über die Unterstützung. "Ich habe eine Lese- und Rechtschreibschwäche. Deshalb nehme ich freiwillig am Deutschunterricht teil", sagt er. Das vergangene Schuljahr sei ihm wegen des Homeschoolings schwer gefallen. "Ich habe eine kleine Schwester. Sie hatte auch daheim Schule und das war echt schwer", so der Schüler. Die Mutter von Tom ist begeistert von dem Angebot: "Natürlich kann man jetzt nicht ganz so viel erwarten, weil der Zeitraum so kurz ist. Aber ich finde es gut, dass sich die Schule darum gekümmert hat."

Weitere Maßnahmen im neuen Schuljahr geplant

Michael Kreil betont, dass die Sommerschule nur ein Mosaikstein von verschiedenen Angeboten sei. "Man darf nicht denken, dass innerhalb von zwei Unterrichtswochen alles aufgeholt werden kann." Die Sommerschule sei viel mehr da, um einen gelingenden Schulstart nach den Ferien zu ermöglichen und die Motivation zu erhöhen. Neben Unterricht in den Kernfächer gibt es auch eine Beratung zur Berufsorientierung und diverse soziale Aktionen.

Im neuen Schuljahr soll es dann weitere Fördermöglichkeiten geben, um den Anschluss zu erleichtern. Dazu gehören unter anderem zusätzliche Unterrichtsstunden und Brückenunterricht in verschiedenen Fächern.

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Homeschooling, kaum Präsenzunterricht: viele kommen mit Lernlücken aus dem Corona-Schuljahr. In den sogenannten Sommerschulen sollen die geschlossen werden. So die Theorie. Doch die Praxis sieht oft anders aus. Ein Beispiel aus Unterfranken.

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