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Sommerhitze und Corona: Badespaß in der Oberpfalz? | BR24

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Viele Städte und Gemeinden in der Oberpfalz wollen ihre Bäder im Sommer öffnen. Aber noch gibt es dafür weder Konzepte noch eine Erlaubnis der Behörden - dafür aber viel Zeit zum Grübeln: Corona und sommerlicher Badespaß, wie geht das zusammen?

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Sommerhitze und Corona: Badespaß in der Oberpfalz?

Viele Städte und Gemeinden in der Oberpfalz wollen ihre Bäder im Sommer öffnen. Aber noch gibt es dafür weder Konzepte noch eine Erlaubnis der Behörden - dafür aber viel Zeit zum Grübeln: Corona und sommerlicher Badespaß, wie könnte das aussehen?

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Die Temperaturen steigen, die Verunsicherung bleibt: Wenn mit dem Sommer die Hitze kommt, wächst die Sehnsucht nach Abkühlung. Viele Städte und Gemeinden wollen ihre Bäder für auch möglichst öffnen. Aber worauf muss geachtet werden in Zeiten der Corona-Pandemie? Ist eine Abkühlung im See oder Freibädern in diesem Sommer überhaupt ohne Risiko möglich?

Corona-Infektionsschutz mit Abstand

Im "Aquafit" in Waldmünchen, einem Hallen-Ganzjahresbad mit Außenbereich, wird zum Beispiel auf zusätzliche Maßnahmen zum Infektionsschutz gesetzt - und die sollen bereits im Umkleidebereich beginnen: Dort könnten von bestimmten Schränken die Schlüssel herausgenommen werden, um eine zu dichte Belegung zugunsten des Mindestabstands zu verhindern. Markierungen auf dem Boden könnten dies unterstützen. Auch das regelmäßige Desinfizieren von Handläufen im Innenbereich wäre umständlich, aber machbar, heißt es. Allerdings gilt für alle Bäder: Die Hygiene-Konzepte sind noch nicht von den Behörden ausgearbeitet worden. Niemand weiß, was genau kommt.

Badetücher dicht an dicht: Für Virologen ein Alptraum

Schwimmen an sich ist unproblematisch. Doch die Besucher von Hallen-, Freibädern und Badeseen müssen sich an die Abstandsregeln halten. Und wer ins Schwimmbad oder den Badesee geht, sollte auch außerhalb des Wassers Vorsicht walten lassen: Der Alptraum von Virologen sind dicht nebeneinander liegende Badetücher mit sich sonnenden Menschen darauf. Ebenfalls schwierig: Wie soll man tobende Kinder auseinander halten?

Duschen als Problemzonen

In den Duschen des "Aqacur in Bad Kötzting" würde es allerdings auch schwierig. Aufgrund der Bauweise müsste dort gegebenenfalls Personal stehen, um permanent den Einzelzugang zu kontrollieren. Auch ist unklar, wie vielen Badegästen der Eintritt erlaubt sein wird - und das bei gleichem Personal: ein hoher Aufwand, auch hinsichtlich der Kosten.

"Entscheidend wird, was kommt an Auflagen und was das bedeutet für den Personalaufwand. Oder insgesamt: Betriebsmittel, sprich Desinfektionsmittel. Und nur wenn das in Relation vertretbar ist, dann wird man das machen. Ganz klar, die Hoffnung stirbt zuletzt, im Sinne der Lebensqualität natürlich für unsere Bevölkerung." Markus Ackermann, Bürgermeister Waldmünchen

Geringe Infektionsgefahr durch Wasser

Vom Wasser selbst geht eine geringere Infektionsgefahr aus als vom direkten Kontakt von Mensch zu Mensch. Da sind sich Wissenschaftler einig. Wenig Grund zur Sorge gibt es, wenn es sich dabei um aufbereitetes und mit Chlor desinfiziertes Badewasser in Hallen- und Freibädern handelt. Dort hat das Virus laut Umweltbundesamt (UBA) keine Chance:

"Das Wasser in konventionellen Schwimmbädern unterliegt einer ständigen Aufbereitung. (...) Filtration und Desinfektion sind wirksame Verfahren zur Inaktivierung von eingetragenen Mikroorganismen (z.B. Bakterien und Viren)." Umweltbundesamt (UBA)

"Gewisses Infektionsrisiko" in Schwimm- und Badeteichen

Anders verhält es sich mit Schwimm- und Badeteichen, die es in der Oberpfalz zuhauf gibt. Sie unterliegen einer biologischen Aufbereitung. Laut Umweltbundesamt gehe von ihnen ein "gewisses Infektionsrisiko aus, auf welches der Badegast generell vor Ort hingewiesen werden sollte."

Baden in größeren Naturgewässern unbedenklich

Laut UBA unbedenklich ist dagegen das Baden in größeren Naturgewässern wie Badeseen oder Meeren. Dort sei die Gefahr einer Ansteckung wegen der Verdünnung im Wasser äußerst gering. Zusätzlich führe ein Ansteigen der Wassertemperatur und erhöhte Sonneneinstrahlung im Sommer zu einer gesteigerten Inaktivierung möglicherweise ins Wasser eingetragener Viren.