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Sommerferien vorbei: So beginnt das neue Schuljahr in Schwaben | BR24

© BR/Florian Regensburger

Schulbeginn im Zeichen von Corona. Ab der 5. Klasse müssen Schüler im Unterricht Maske tragen, zunächst für zwei Wochen. Es gilt ein Hygiene-Konzept. Zum ersten Mal seit März sitzt die 6. Klasse wieder gemeinsam im Klassenzimmer.

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Sommerferien vorbei: So beginnt das neue Schuljahr in Schwaben

Klassenzimmer statt Badesee - für rund 240.000 Kinder und Jugendliche in Schwaben beginnt an diesem Dienstag das neue Schuljahr. Erstmals seit März sollen wieder alle gleichzeitig in der Schule lernen können - solange die Corona-Lage das erlaubt.

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Allein in Augsburg beginnt für rund 40.000 Kinder und Jugendliche das neue Schuljahr. Und für 2.400 von ihnen ist es ein ganz besonderer Tag: Sie werden an diesem Dienstag eingeschult. Im gesamten Regierungsbezirk liegt die Zahl der Schülerinnen und Schüler im neuen Schuljahr bei rund 240.000, wie aus vorläufigen Daten der Regierung von Schwaben hervorgeht.

Trotz Corona-Pandemie soll wieder uneingeschränkter Regelbetrieb möglich sein. Das heißt, dass alle Schülerinnen und Schüler wieder gleichzeitig in der Schule unterrichtet werden - und nicht daheim am Computer. Die Augsburger Bildungsreferentin Martina Wild (Grüne) gibt als Ziel aus, den Infektionsschutz und das Recht auf Bildung in Einklang zu bringen.

Anfangs Maskenpflicht auch im Unterricht

So gilt bayernweit in den ersten beiden Unterrichtswochen (also bis zum 18. September) jeweils auf dem gesamten Schulgelände eine Maskenpflicht – auch im Unterricht. Davon ausgenommen sind Kinder und Lehrkräfte an Grund- und Vorschulen, wenn sie an ihrem Tisch im Klassenzimmer sitzen. Für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung oder sonderpädagogischem Förderbedarf gelten besondere Regelungen.

Nach dem 18. September wird die allgemeine Maskenpflicht gelockert, falls es die Corona-Lage zulässt, sprich: der Warnwert von 35 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen in der jeweiligen Kommune nicht überschritten wird. Zumindest im Klassenzimmer können Schülerinnen und Schüler dann die Maske am Sitzplatz abnehmen. Bei einem Wert zwischen 35 und 50 müssen Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe fünf auch am Sitzplatz wieder eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, wenn dort ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gewährleistet werden kann.

Zum Schulstart mehr Busse im AVV

Ist der Wert größer als 50, wird ein Mindestabstand von 1,5 Metern im Klassenzimmer eingeführt. Das bedeutet, dass die Klassen in aller Regel geteilt werden und die beiden Gruppen abwechselnd im Präsenz- und im sogenannten Distanzunterricht sind. Außerdem müssen dann alle Schülerinnen und Schüler auch am Sitzplatz im Klassenzimmer eine Schutzmaske tragen - also auch an der Grundschule.

Damit die Kinder und Jugendlichen den Weg zur Schule nicht in überfüllten Bussen antreten, geht der Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV) vom Ferienfahrplan auf den Schulfahrplan über. Außerdem sollen auf den Regionalbuslinien zusätzliche Fahrzeuge unterwegs sein. Diese Verstärkerbusse werden laut AVV auf allen Linien zu den Schulzentren in Mering und Wertingen eingesetzt. In beiden Schulzentren seien zum Schuljahresbeginn mehr Schüler als im Vorjahr gemeldet worden.

Freistaat greift Kommunen bei Verstärkerbussen unter die Arme

Ab dem zweiten Schultag sollen AVV-Beschäftigte die Auslastung der Busse an großen Schulzentren im Verbundgebiet in den Hauptverkehrszeiten überwachen. Falls nötig, könnten dann bei Bedarf die Kapazitäten kurzfristig erhöht werden. Der Freistaat Bayern unterstütze die Städte und Landkreise, um auch Reisebusse als Schulverstärker einsetzen zu können.

Auch in den Landkreisen Dillingen und Donau-Ries werden zum Schulstart teilweise mehr Busse eingesetzt. So fahren im Raum Wertingen mehr Busse, und auch zwischen Monheim und Donauwörth sollen mehr Fahrzeuge als sonst im Einsatz sein.

Bus-Unternehmerin beklagt Personalmangel

Wie viele Schülerinnen und Schüler befördert werden müssen, wisse man nur aus Erfahrung, so die Bus-Unternehmerin Christine Osterrieder. Aktuelle Schülerzahlen gebe es für die Region noch nicht. Personal, das eigentlich als Reserve für Notfälle gedacht sei, werde jetzt verplant. Sobald jemand krank werde, habe man ein Problem, befürchtet die Unternehmerin. Seit Jahren schon fehle es an Busfahrern, aushilfsweise würde man Rentner oder Landwirte auf 450-Euro-Basis beschäftigen.

Osterrieder bittet außerdem um Disziplin im Bus: Die Busfahrerinnen und Busfahrer müssten sich auf den Verkehr konzentrieren und könnten nicht im Auge haben, ob jeder eine Maske trägt. Außerdem sollten sich die Schüler nach der Fahrt sofort die Hände waschen. Die Busse zwischen den Fahrten komplett zu desinfizieren, sei nicht möglich.

Auch im Allgäu zum Schulbeginn mehr Busse als sonst

Auch der Nördlinger Busunternehmer Jörg Schwarzer setzt auf das Verantwortungsgefühl der Kinder und Jugendlichen. Wer die Maske für den Weg zur Schule vergessen habe, bekomme in seinen Bussen kostenlos eine andere, so Schwarzer.

Der Landkreis Unterallgäu setzt zum neuen Schuljahr ebenfalls zusätzliche Busse ein. Wie das Landratsamt mitteilt, sind auf neun Linien Verstärkerbusse unterwegs. Durch die zusätzlichen Busse sei in den Fahrzeugen mehr Platz. Trotzdem müsse man weiterhin auch Stehplätze nutzen. Sollte ein Bus im Unterallgäu doch einmal überfüllt sein, können Fahrgäste das per E-Mail an oepnv@lra.unterallgaeu.de melden.

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