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Das Gäubodenvolksfest von oben.

Bildrechte: BR/Rudof Heinz
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Sommer: Unbeschwerte Volksfestzeit wieder möglich?

Es wird Sommer und die Volksfestsaison startet. Darauf freuen sich besonders die Schausteller und Festwirte - nach zwei Jahren Corona-Pause. Doch Inflation und eine neue Corona-Welle könnten dem Spaß einen Strich durch die Rechnung machen.

Von
Zara KroißZara KroißBR24  RedaktionBR24 Redaktion
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Schausteller, Trachten-Designer und Festwirte freuen sich über die Volksfeste, die heuer auch in Niederbayern und der Oberpfalz nach zwei Jahren Corona-Pause wieder stattfinden - auch wenn nicht mehr alles so ist wie vor der Pandemie.

"Es war eine schwere Zeit"

Der Straubinger Günter Haimerl, Vorsitzender des Schaustellerverbands Ostbayern, sagte zum Bayerischen Rundfunk, man sei sehr erleichtert darüber, dass es wieder Volksfeste gibt. Die Schausteller hätten über zwei Jahre keinen Verdienst gehabt und seien vom sozialen Leben abgeschieden gewesen: "Es war eine sehr schwere Zeit."

Auch Martin Lechner, Festwirte-Sprecher am Gäubodenvolksfest in Straubing bemerkt einen großen Nachholbedarf bei den Leuten, wie er dem BR sagte. Die Nachfrage nach Reservierungen sei sehr gut. Jedoch fehle hier und da noch Personal. Das zu rekrutieren sei schwieriger als vor der Pandemie. Hierfür gebe es viele Gründe, sagt Lechner: Unter anderem hätten viele Bedienungen so kurzfristig keinen Urlaub bekommen, "die hätten im Januar schon ihren Urlaub nehmen müssen. Da wussten die aber noch nicht, ob es das Volksfest überhaupt gibt".

Die "alte" Tracht wird ausgemustert

Sophia Kotter, Dirndldesignerin und Ladeninhaberin von "Variasophia" in Passau erzählt ebenfalls von einer großen Vorfreude, die ihre Kunden auf Volksfeste haben: "Vor allem, dass man das Dirndl wieder anziehen kann. Viele haben schon wieder ganz vergessen wie gut sich das anfühlt. Und wenn man dann noch mit seinem Mann im passenden Leiberl und schicker kurzer Lederhose aufs Volksfest gehen kann, ist das schon eine Schau."

Viele ihrer Kunden kleiden sich nach zwei Jahren neu ein, wollen ihre "alte" Tracht nicht mehr tragen. Vor allem Pailletten- und Rüschendirndl hätten sich in den letzten zwei Jahren Corona-Pause aus vielen Kleiderschränken verabschiedet. Stattdessen trägt Frau jetzt schlichtere, glattere Stoffe in Midilänge, so die Dirndldesignerin. Auch Samtstoffe seien im Kommen. Bei den Männern gehe der Trend weg von Knickerbockern zu kürzeren Lederhosen.

Sophia Kotter sagt, sie sei erleichtert, dass die Volksfeste in den Regionen wieder stattfinden dürfen: "Anfang April, als das erste Mal jemand in den Laden gekommen ist und gesagt hat: 'Sophia, ich brauche ein Dirndl für das Volksfest' - da ist es mir eiskalt den Rücken runtergelaufen. Wenn man so etwas über zwei Jahre nicht mehr gehört hat, dann macht das was mit einem."

Inflation und Corona

Mittlerweile haben der Schausteller Haimerl und seine Kollegen schon die ersten Volksfeste hinter sich. Diese seien zwar hervorragend gelaufen, da die Leute "ausgehungert" gewesen waren, dennoch merke man jetzt allmählich die Inflation. "Die Leute sparen und ein Volksfest ist nicht unbedingt billig. Ich glaube, wenn die Herbstfeste kommen, werden wir da einen Einschnitt erleben", befürchtet Haimerl. Er geht davon aus, dass auch Fahrgeschäfte und Warengeschäfte in diesem Jahr teurer werden als sonst, "da natürlich auch bei uns die Ware teilweise bis zu 50 Prozent teurer geworden ist".

Auch die Angst vor der nächsten Corona-Welle macht den Schaustellern weiterhin Sorgen: "Corona schwebt über uns. Im Volksfest treffen sich viele Menschen, ein Bierzelt ist eng. Die Herbstfeste, wie das Oktoberfest, werden spannend."

Gäubodenvolksfest ohne Auflagen

Davon bleiben Festzelte-Sprecher Lechner und das Gäubodenvolksfest im August voraussichtlich verschont: Er geht davon aus, dass Corona vor allem jetzt im Sommer kein Thema sein wird. Er werde deshalb auch nicht mehr Personal rekrutieren: "Ich muss ins Risiko gehen. Das hilft jetzt nicht." Lechner sei erleichtert darüber, dass auf dem Gäubodenvolksfest keine Auflagen herrschen, "denn nur so kann man ein Volksfest machen. Das wäre anders wirtschaftlich nicht darstellbar". Der Festwirte-Sprecher ist sich sicher: "Das Gäubodenvolksfest wird wie das letzte Fest 2019 werden."

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