Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Sommer setzt Schneeferner-Gletscher zu | BR24

© picture-alliance/dpa

Schneefernergletscher

Per Mail sharen
Teilen

    Sommer setzt Schneeferner-Gletscher zu

    Unser Sommer war heiß und lang. Den Gletschern bei uns in Bayern haben diese Wetterbedingungen der vergangenen Monate schwer zugesetzt. Der größte von ihnen ist der nördliche Schneeferner unterhalb des Zugspitz-Gipfels.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Wieviel Eis geschmolzen ist, wie mächtig der Schneeferner-Gletscher noch ist – die genauen Messergebnisse liegen noch nicht vor, aber Fachleute sehen bereits mit bloßem Auge, dass es dem Gletscher nicht gut geht.

    Schmutz aus der Luft färbt Gletscher schwarz

    Der Eisrest am Schneeferner, der sich noch über einige hundert Meter Länge und Breite übers Platt zieht, ist grau und teilweise sogar schwarz - vor allem durch Schmutz aus der Luft. Und auf den zweiten Blick sieht man es doch sehr deutlich, dass er diesen Sommer verhältnismäßig stark gelitten hat. Das sagt Hans Peter Schmid, Klimaexperte am KIT-Zentrum Klima und Umwelt in Garmisch-Partenkirchen, der regelmäßig oben auf der Zugspitze und am Schneeferner Gletscher ist: "Vor allem im oberen Bereich sieht man Felsstrukturen, die man vorher nicht gesehen hat. Und weiter unten gibt es diese Senke, die ich in der Stärke auch noch nicht gesehen habe", sagt Schmid.

    Tiefe Schmelzwasser-Rinnen

    Der Gletscher hat also sichtbar an Umfang, aber auch an Mächtigkeit sprich an Höhe verloren. Und was in diesem Jahr wirklich auffällig ist: die extrem vielen Rinnen, die das Schmelzwasser ins Eis gefressen hat, locker zwei Meter tief, eine neben der anderen, mehr als sonst meint Hans Peter Schmid: "Abflussrinnen gibt’s im Sommer bei jedem Gletscher, aber die sind jetzt wirklich sehr tief. Und der Gletscher ist ja jetzt nicht sehr groß. Das ist schon dramatisch." Da rauschen nun also im Verhältnis zur Größe des nördlichen Schneeferners extrem große Schmelzwassermengen in Richtung Tal.

    Allen fünf bayerischen Gletschern geht es schlecht

    Die bayerischen Gletscher werden durch den Klimawandel in absehbarer Zeit verschwunden sein. Da sind sich die Experten einig. Sie sprechen von einigen Jahrzehnten, bis es soweit ist. Das Dramatische an der Sache ist, dass 85 Prozent der Gletschergebiete in den Alpen die gleiche Größe haben wie der Schneeferner und damit gleiche Probleme, sagt Hans Peter Schmid. "Das Eisgebiet nährt natürlich im Sommer das Gebiet unten mit Wasser. Und wenn das mal weg ist, dann verändert sich dort die Vegetation, es verändert sich die Fauna." Dass es dazu kommen wird, ist unter Experten unstrittig. Nach ihrer Definition ist der Schneeferner bereits jetzt gar kein Gletscher mehr, weil sich sein Eis nicht mehr bewegt, sondern nur tot daliegt und vor sich hinschmelzt.