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Sandro feiert den letzten Tag seiner Abschlussprüfung. Der 16-Jährige springt ins Wasser, prallt auf einen Stein - und ist querschnittsgelähmt. Seit fünf Monaten wird Sandro in einer Unfallklinik behandelt. Und er erlebt viel Solidarität.

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Solidarität - Sandros Schicksal rührt eine ganze Region

Sandro feiert den letzten Tag seiner Abschlussprüfung. Der 16-Jährige springt ins Wasser, prallt auf einen Stein - und ist querschnittsgelähmt. Seit fünf Monaten wird Sandro in einer Unfallklinik behandelt. Und er erlebt viel Solidarität.

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  • BR24 Redaktion

Es ist dieser eine Moment, eine Zehntelsekunde im vergangenen Juli, die Sandros Leben für immer verändert. Der 16-Jährige verbringt einen gechillten Nachmittag an der Inn-Staustufe in Vogtareuth. Mit seinen Freunden feiert er dort das Ende der Prüfungen zur Mittleren Reife.

Hechtsprung verändert Leben für immer

Die Tage zuvor hat es viel geregnet. Der Wasserstand am Inn und dem dazugehörigen Altwasser ist hoch. Sandro springt mit einem Hechtsprung in die Strömung und prallt mit dem Kopf auf einen großen Stein im Wasser. Schwer verletzt muss ihn ein Rettungshubschrauber ins Krankenhaus bringen. Die Diagnose: der fünfte Halswirbel ist gebrochen. Sandro ist querschnittsgelähmt.

Fünf Monate in der Unfallklinik

Seit diesem Tag im Juli war Sandro nicht mehr zu Hause. Seine Mutter Kerstin ist ihm in den vergangenen fünf Monaten in der Unfallklinik keinen Tag von der Seite gewichen. Man müsse damit fertig werden, aber fünf Monate seien dafür keine Zeit, sagt Sandro. Seine Finger sind gelähmt. Das wäre eine Welt, wenn das wieder gehen würde, so der 16-jährige. Alles was ihm momentan bleibt ist üben und hoffen.

Zuhause wird umgebaut

Unterdessen baut daheim in Schonstett Vater Bernhard das Haus um, damit Sandro dort mit dem Rollstuhl gut zurechtkommt. Der Familienvater plant umsichtig und voller Empathie für die Belange eines Jugendlichen. So bekommt Sandro im Untergeschoss des Hauses sein eigenes Reich – mit Wohnzimmer, Schlafraum und Bad. Auch einen eigenen Zugang zum Garten wird er bekommen, damit seine Freunde nicht ständig oben durch die Haustüre müssen. Und in einem Ofen können sich die Jungs auch mal schnell eine Pizza aufwärmen, so Vater Bernhard.

Große finanzielle Belastung

Der Umbau des Hauses kostet rund 75 000 Euro. Allein der Treppenlift ins Untergeschoss schlägt mit rund 20.000 Euro zu Buche. Aber auch die Therapie Sandros kostet immens viel Geld, denn die Familie will ihm ein möglichst eigenständiges Leben ermöglichen. Nach der Krankenkassen-Reha sind deshalb noch viele Wochen Reha in einer privaten Einrichtung geplant, die mehrere zehntausend Euro kosten werden.

Enorme Hilfsbereitschaft in der Region

Das Schicksal Sandros rührt die Umgebung von Schonstett und die Familie erfährt große Hilfsbereitschaft. So hat sich ein Gartenbauer angeboten, die Zufahrtsrampe zur Haustür kostenlos zu erstellen. Ein anonymer Spender hat an einer Baumschule einen großen Nussbaum für die Familie hinterlegt. Er wurde bereits im Garten eingepflanzt und soll so eine Art Lebensbaum für Sandro sein.

Der Wasserburger Verein "Schellen Schau - Radeln für einen guten Zweck" und eine Kaffeerösterei in Traunreut sammeln Spenden. Besonders froh ist die Familie über das Angebot einer Ameranger Firma, in der Sandro eigentlich seine Lehre als Mechatroniker angehen wollte. Das Unternehmen würde Sandro auch in einem anderen Bereich ausbilden, berichtet der Vater.

#Solidarität

Gleich mehrere Spendenaktionen laufen an der Realschule Wasserburg, der ehemaligen Schule von Sandro. Dort haben mittels Crowdfunding im Lehrerzimmer die 85 Lehrer den Ankauf und die Produktion von Masken vorfinanziert. Diese werden mit dem Aufdruck #Solidarität an der Schule und in Wasserburger Geschäften gegen eine Spende abgegeben. Zudem sammelt der Elternbeirat Spenden.

In einer Schulstunde Mitte Dezember werden die Schüler dann nicht nur vom Schicksal Sandros erfahren, sondern auch wie wichtig es ist Erste Hilfe leisten zu können, so Schulleiter Markus Hösl-Liebig.

Kontakt zu Freunden via Social Media

Mittels Social Media hält Sandro Kontakt zu seinen Freunden. Regelmäßig besuchen ihn seine Freundin Sarah und seine beste Freundin Theresa. Dieser Rückhalt ist dem 16-Jährige enorm wichtig.

© Dagmar Bohrer-Glas

Das Leben ist bunt

Das Leben ist bunt

Zuhause kann Sandro auf eine starke Familie zählen, die schon einige Stürme gemeistert hat. Seine dreijährige Schwester Rosalie, die Vater Bernhard mit seiner Lebensgefährtin Nina bekommen hat, kam mit dem Down-Syndrom zur Welt. Rosalie ist der Sonnenschein der Familie. Außerdem erwartet Nina wieder Nachwuchs. Das Leben der Schonstetter Familie bleibt also bewegt und herausfordernd. Ihr Motto: Das Leben ist bunt.

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