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Ein Soldat ist bei einem Geländemarsch in Hammelburg zusammengebrochen. Nun klagt er gegen die Bundesrepublik Deutschland. (Symbolbild)

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    Zusammenbruch bei Marsch: Soldat verklagt Bundesrepublik

    Bei einem Geländemarsch am Ausbildungszentrum im unterfränkischen Hammelburg ist ein Bundeswehrsoldat zusammengebrochen. Nun klagt er gegen die Bundesrepublik Deutschland. Der Soldat fordert 60.000 Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld.

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    • BR24 Redaktion

    Bei einem Bundeswehr-Lehrgang im Ausbildungszentrum in Hammelburg im Landkreis Bad Kissingen stand an einem heißen Tag ein Geländemarsch auf dem Programm. Bei 30 Grad im Schatten habe er einen Marsch mit zehn Kilogramm Gepäck hinter sich bringen müssen, so schildert es der Soldat. Dann habe der Ausbilder noch einen drei Kilometer langen Rückmarsch angeordnet. Der 33-jährige Soldat brach zusammen. Nun klagt er gegen die Bundesrepublik Deutschland.

    Soldat fordert Schadensersatz und Schmerzensgeld

    Sein Körper sei überhitzt gewesen, seine Oberschenkel gelähmt - so beschreibt es der Soldat. Es hätte zu wenige Trinkpausen gegeben. Was der 33-Jährige dem Bund als Dienstherrn des Verteidigungsministeriums vorwirft, ist eine Verletzung der Amtspflicht. Der Ausbilder habe vorsätzlich gehandelt, als er den Rückmarsch angeordnet habe. Die Klage wird vor dem Landgericht in Bonn verhandelt. Nach Angaben des Gerichts fordert der Soldat insgesamt 60.000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld.

    Bundeswehr-Sprecher: Soldat hätte Marsch abbrechen können

    Laut früheren Angaben ist der Bund der Ansicht, dass kein Vorsatz vorlag. Der Kläger sei ein erfahrener Soldat, der gewusst habe, worauf er sich einlasse. Er hätte den Marsch jederzeit abbrechen können. Ein Bundeswehr-Sprecher sagte: "Der Lehrgang stellt höchste Anforderung an die physische Belastbarkeit der Lehrgangsteilnehmer. Die Teilnahme ist freiwillig und das Nicht-Bestehen hat für die Soldaten keine laufbahnrelevanten Folgen."

    Ein Strafverfahren gegen den Ausbilder wegen fahrlässiger Körperverletzung war bereits 2018 vor dem Amtsgericht Bad Kissingen gegen eine Geldauflage eingestellt worden.

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