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Solarfolien an Fassaden: Pilotversuch in Donauwörth | BR24

© BR/Judith Zacher

Solarfolien an Fassaden: Pilotversuch in Donauwörth

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Solarfolien an Fassaden: Pilotversuch in Donauwörth

Kleben statt Bohren: Photovoltaikanlagen sind normalerweise auf Wiesen oder auf Dächern installiert. In Donauwörth wird gerade erprobt, ob es auch anders geht. Dort wurde an eine Fassade Folie geklebt, die Strom erzeugen soll.

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Der Energiedienstleister Lechwerke AG hat einen Pilotversuch an der Schneller Mühle in Donauwörth gestartet. Auf der Fassade eines Silos in rund 20 Meter Höhe ist ein breites Band Solarfolie angebracht, rund 230 Quadratmeter groß.

Wasserkraft und Photovoltaik für die Mühle

Die Folie wird momentan getestet. Mit dem Gedanken neben der Wasserkraft auch noch andere erneuerbare Energien zu nutzen, spielt Mühlenbesitzer Michael Schneller schon länger. Dabei setzt er auf einen Energiemix: "Durch immer extremere Wetterlagen geht die Wasserkraftnutzung bei langer Hitze zurück – das kann durch Photovoltaik ausgeglichen werden. Und um neben konventioneller Photovoltaik neue Gebiete zu erschließen, habe ich mich entschlossen, diese Fassade zur Verfügung zu stellen."

Recyclebare Folie zur Stromerzeugung

Laut Martin Krammer von den Lechwerken verbraucht die Folie in der Herstellung weniger CO2 und Energie als herkömmliche Module, außerdem würden keine seltenen Erden oder Schwermetalle verbraucht und recyclebar sei die Folie auch. Aber: Derzeit sei die Folie noch etwas teurer und auch nicht ganz so effizient bei der Stromerzeugung wie herkömmliche Module. Die Entwicklung gehe weiter.

Energiegewinnung auf Gehwegen und Autos

Noch werde getüftelt, gemessen und getestet. Nächstes Jahr soll die Folie auf den Markt kommen. Dann könnten bisher ungenutzte Flächen, etwa Fassaden von Fabrikhallen oder Wände von Lagerhallen einen Beitrag zur Energiegewinnung leisten. Martin Krammer von den Lechwerken träumt sogar noch einen Schritt weiter: "Wer weiß, eines Tages wird die Folie vielleicht sogar auch auf einem Auto kleben oder vielleicht kann man Gehwege damit auskleiden. Noch ist das Zukunftsmusik, aber wir wollen von Anfang an dabei sein."