BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR

Trotz sinkender Inzidenzwerte in Deutschland erwartet Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), dass der Lockdown über den 14. Februar hinaus verländert wird. Das sagte er in der Sendung "Bericht aus Berlin" in der ARD.

220
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Söder: "Lockdown wird verlängert werden müssen"

Am kommenden Mittwoch entscheiden Bund und Länder, wie es in der Corona-Krise weitergeht. Bayerns Ministerpräsident Söder rechnet mit einer Verlängerung des Lockdowns. Von einem Stufenplan für Lockerungen hält er nichts.

220
Per Mail sharen
Von
  • Margit Ehrlich
  • BR24 Redaktion

Trotz sinkender Inzidenzwerte in Deutschland erwartet Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, dass die Corona-Einschränkungen über den 14. Februar hinaus bestehen bleiben. "Ich glaube, grundsätzlich wird der Lockdown erstmal verlängert werden müssen", sagt der CSU-Chef im ARD-Bericht aus Berlin. Es habe keinen Sinn, jetzt alles abzubrechen und auf einen Schlag zu öffnen: "In zwei, drei Wochen ist dann alles schlimmer als vorher."

Söder sieht "Lockdown light" im Nachhinein kritisch

Söder bedauerte, dass er sich selbst im November für einen "Lockdown light" eingesetzt hatte. Im Nachhinein sei klar, dass das Vorgehen "nicht entschieden genug" gewesen sei. Eine zu frühe Öffnung führe dann möglicherweise zu einem "ständigen Hin und Her" zwischen Lockerungen und Schließungen.

Söder warnte mit Blick auf entsprechende Vorschläge von Thüringen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vor detaillierten Stufenplänen mit Öffnungsschritten. Diese seien dann möglicherweise "nicht zu halten". Man müsse weiter auf Sicht fahren. Das sei das einzige, was helfe.

Über eine Perspektive werde aber bei den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch gesprochen, sagte Söder. Die werde es sicher geben - "ganz klar". Priorität hätten für ihn in jedem Fall die kleineren Kinder, fügte er hinzu. Also die Öffnung von Kitas und Schulen.

Söder fürchtet Corona-Mutationen

Auf die Frage nach Öffnungsperspektiven für Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz unter 50 meinte Söder, "50 ist die Richtschnur", er wolle aber keinen Flickenteppich zwischen einzelnen Landkreisen. Seiner Meinung nach müssten die Zahlen weiter nach unten, auch wegen der Mutationen, die bereits auch in Bayern aufgetreten seien.

Er habe Verständnis für den Stress, den Ärger und die Müdigkeit der Menschen, was die Corona-Maßnahmen betreffe, so Söder. Aber Corona sei ein "gefährlicher und heimtückischer Gegner". Er sorge sich, dass es eine dritte Welle geben werde, wenn jetzt Fehler gemacht würden, betonte er und verwies auf Österreich, das bereits den dritten Lockdown verhängt habe. Die Geduld werde auf Dauer belohnt werden, versprach Söder. Die Hauptbelohnung sei aber, "dass weniger Menschen sterben".

Debatte über weitere Corona-Strategie

Der derzeitige harte Corona-Lockdown ist vorerst bis zum 14. Februar befristet. Bei einer Konferenz am kommenden Mittwoch wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen entscheiden. Bereits seit Tagen läuft die Diskussion über die künftige Strategie im Kampf gegen das Virus.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) deutete heute die Möglichkeit eines Lockdowns bis Anfang April an. Mehrere Ministerpräsidenten meldeten sich indes mit Lockerungsvorschlägen zu Wort und brachten Stufenpläne mit konkreten Öffnungsschritten ins Spiel. Einen Überblick über die Debatte lesen Sie hier.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!