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Söder will mehr Studienplätze für Grundschullehrer | BR24

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Grundschullehrerin beim Unterricht

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Söder will mehr Studienplätze für Grundschullehrer

Dieser Beschluss des Kultusministeriums hatte viel Kritik ausgelöst: Um den Lehrermangel aufzufangen, müssen Grundschullehrer eine Stunde mehr pro Woche unterrichten. Jetzt will die Staatsregierung für mehr Lehrer sorgen.

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Nach dem Wirbel um die Ankündigung des Kultusministeriums, dass Grundschullehrer mehr arbeiten müssten, um Unterrichtsausfall zu vermeiden, hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei der Klausurtagung der CSU-Landtagsfraktion in Seeon jetzt reagiert: Er verkündete, es solle mehr Studienplätze für Grundschullehrer und -lehrerinnen in Bayern geben.

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Unterrichtsausfall zum Schuljahresbeginn oder riesige Klassen - beides sei nicht im Interesse der Eltern und Schüler, so Ministerpräsident Markus Söder.

Söder will insgesamt 1.000 neue Studienplätze

Damit reagiert Söder auf die Ankündigung von Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am vergangenen Dienstag, dass alle Grundschullehrer eine Stunde mehr unterrichten müssten, um Unterrichtsausfall zu vermeiden. Er stehe hinter der Entscheidung des Kultusministers, sagte Söder, wolle aber einen Schritt weiter gehen. So solle es zusätzlich zu 700 geplanten neuen Studienplätzen für Grundschullehrer und –lehrerinnen weitere 300 geben.

Wegfall des Numerus Clausus

Der Numerus Clausus würde nach jetzigem Stand dann wegfallen, so der Ministerpräsident. Unter Numerus clausus, abgekürzt NC, versteht man eine Zulassungsbeschränkung an Hochschulen und Universitäten. Den Lehrermangel begründete Söder damit, dass durch den Zuzug nach Bayern die Zahl der Schülerinnen und Schüler schlecht vorherzusagen sei.

Eine zusätzliche Stunde pro Woche, keine Frührente

Die Pläne des Kultusministers hatten vergangene Woche für viel Kritik gesorgt: Viele Grundschullehrer sollen nach dem Willen von Michael Piazolo ab dem Schuljahr 2020/21 mehr arbeiten. Das heißt 29 statt bisher 28 Stunden pro Woche. Die zusätzlichen Stunden sollen auf einem Arbeitszeitkonto gutgeschrieben und später wieder ausgezahlt werden.

Wer außerdem gehofft hatte, früher in den Ruhestand gehen zu können, wird wohl enttäuscht werden: Grundschullehrer dürfen ebenso wie ihre Kollegen aus den Mittel- und Förderschulen künftig nur noch in Ausnahmefällen vor dem 66. Lebensjahr in Rente gehen.

Söder unterstützt Pläne des Kultusministeriums

Söder betonte, dass er die Maßnahmen des Kultusministeriums unterstütze. "Unsere Sorge ist einfach, würden wir nicht diese Maßnahme treffen, dann droht Unterrichtsausfall zum Schuljahresbeginn oder riesige Klassen", so Söder. Beides sei nicht im Interesse der Eltern und Schüler in Bayern. Auch die Einstellung fachfremder Lehrer ohne pädagogische Ausbildung - wie in anderen Bundesländern üblich - sei für Bayern keine akzeptable Lösung.

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