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Wegen Corona wohl kein Sommerurlaub im Ausland | BR24

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Bayern geht bei den Lockerungen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie vorsichtiger und langsamer vor als andere Bundesländer. So sieht der Fahrplan aus:

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Wegen Corona wohl kein Sommerurlaub im Ausland

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält Sommerurlaube im Ausland in diesem Jahr für "eher unwahrscheinlich". Zugleich prognostiziert er der einheimischen Tourismusbranche einen "Run". Die Branche selbst ist skeptisch.

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Für viele Menschen in Bayern ist der Sommerurlaub im Ausland ein Fixpunkt im Jahr. Doch auch hier scheint die Corona-Pandemie Pläne zu durchkreuzen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte am Donnertag auf einer Pressekonferenz in München:

"Die Wahrscheinlichkeit, dass Urlaub in anderen Ländern im Sommer möglich ist, stellt sich aus gegenwärtiger Sicht eher als unwahrscheinlich heraus." Markus Söder, Ministerpräsident

Urlaubsziele besonders von Pandemie betroffen

Söder betonte am Donnerstag, dass unter den beliebten Reiseländern vieler Deutscher genau die Länder seien, die besonders von der Corona-Pandemie betroffen sind: Italien, Spanien, die Türkei oder Frankreich.

Bereits am Wochenende hatte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, davon abgeraten, Reisen in den Sommerferien zu buchen.

Söder: "Leise Hoffnung" auf Gastro-Öffnungen ab Juni

Zugleich machte Söder Hoffnung darauf, dass Restaurants und Hotels im Inland ab Anfang Juni wieder öffnen könnten. Sollte sich bis Pfingsten (31. Mai/ 1. Juni) eine Entspannung der Corona-Krise abzeichnen, bestehe eine "leise Hoffnung", wie Söder betonte, auf Restaurantbesuche. Bis dahin versprach er der Branche, sich für eine Mehrwertsteuersenkung auf sieben Prozent einzusetzen.

Derzeit sei eine Öffnung jedenfalls "nicht verantwortbar", sagte Söder, da im Gastronomiebetrieb das Tragen eines Mundschutzes und das Einhalten von Abständen nicht zu gewährleisten sei. Söder verwies auch darauf, "dass der Aprés-Ski in Ischgl, dass das Starkbierfest im Landkreis Tirschenreuth oder der Karneval in Heinsberg Plattformen für die Verbreitung waren."

Söder: "Run" auf einheimische Hotels im Sommer

Weil Urlaube im Ausland in diesem Jahr unwahrscheinlich seien, so Söder, könne die einheimische Gastronomie- und Hotelbranche mit einem "Run" rechnen. Söder spekuliert darauf, dass Menschen eher im Inland Urlaub machen als im Ausland. In der Branche teilt man diese Einschätzung nur bedingt.

Zwar sei man froh, dass sich Bayern für die Senkung des Mehrwertsteuersatzes einsetze. Das sei "ein wichtiges Zeichen", vor allem weil "die nächsten sechs Wochen für viele Betriebe schwer werden", sagte Frank-Ulrich John, Sprecher des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes im Gespräch mit BR24. Hotels und Gaststätten wären "als erste von den Maßnahmen betroffen" gewesen und würden "wahrscheinlich als letzte wieder herauskommen", so John weiter.

Urlaub im Inland? Branche reagiert "verhalten"

Besonders "verhalten" reagiert die Branche auf den prophezeiten "Run" ab Sommer. Denn noch sei unklar "wie Öffnungen von Gaststätten und Hotels genau umzusetzen sind", bemerkt John. Die Gesundheit der Gäste hätte höchste Priorität. Sollten Gaststätten und Hotels ab Sommer wieder öffnen, so Experten, dann wohl nur unter strengen gesundheitlichen Vorgaben. Restaurants könnten die Anzahl der Tische reduzieren, Hotels könnten weniger Gäste aufnehmen, als sie Betten haben. Entsprechend, so John, stellten sich viele Hoteliers die Frage: "Wenn wir öffnen, können wir dann auch mit genug Umsatz rechnen?"

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