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Söder: Veto zu US-Truppenabzug korrigiert strategischen Fehler | BR24

© picture alliance / ZUMAPRESS.com | U.S. Army

US-Soldaten trainieren Grafenwöhr

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    Söder: Veto zu US-Truppenabzug korrigiert strategischen Fehler

    Der Kongress will den geplanten Abzug von US-Soldaten aus Deutschland blockieren. Ministerpräsident Söder sieht darin die Korrektur eines strategischen Fehlers. Wirtschaftsminister Aiwanger verweist auf die wirtschaftliche Bedeutung der US-Army.

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    Von
    • BR24 Redaktion
    • Margit Ringer

    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder begrüßt die vom US-Kongress angekündigte Blockade des Abzugs amerikanischer Soldaten aus Deutschland. "Eine Rückabwicklung dieses Befehls wäre genau das richtige Signal für die transatlantische Partnerschaft", sagte der CSU-Chef am Freitag in München. Der vom inzwischen abgewählten US-Präsidenten Donald Trump befohlene Truppenabzug wäre ein strategischer Fehler und kontraproduktiv für die Zusammenarbeit in der NATO gewesen. "Wir würden uns freuen, wenn die amerikanischen Soldaten in Bayern bleiben", so der bayerische Ministerpräsident.

    Aiwanger: US-Soldaten sorgen für erhebliche Kaufkraft

    Auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) zeigte sich erfreut: "Ein Stopp des US-Abzugs wäre eine gute Nachricht für die Oberpfälzer Truppenübungsplatz-Region mit den Anrainer-Kommunen. Denn die US-Militärstützpunkte Vilseck, Hohenfels und Grafenwöhr generieren jedes Jahr eine zusätzliche Kaufkraft von rund 800 Millionen Euro für die Region."

    Aiwanger weiter: "Wir können vorerst aufatmen, trotzdem muss sich die gesamte Region künftig wirtschaftlich breiter aufstellen, um die einseitige Abhängigkeit von der Truppenstationierung zu verringern."

    "Das größte Weihnachtsgeschenk für Vilseck"

    Auch in Vilseck ist die Freude groß, dass der geplante Teilabzug der US-Truppen aus Deutschland vorerst gestoppt wird. Vilsecks Bürgermeister Hans-Martin Schertl sagte dem BR, das sei das größte Weihnachtsgeschenk für die Stadt Vilseck. Man habe natürlich gehofft und letztendlich gewünscht, dass nach der Wahl mit dem neuen Präsidenten ein Neubeginn der deutsch-amerikanischen Beziehungen stattfinden werde.

    Ein Grobkonzept aus dem Pentagon und von US-Präsident Donald Trump sieht vor, dass 4.500 Soldaten die Kleinstadt Vilseck verlassen sollen. Das hätte enorme Auswirkungen auf die ganze Region, vor allem wirtschaftlich. Insgesamt sind gut 13.000 US-Soldaten in der Oberpfalz stationiert. Im Gespräch war auch, dass weitere 1.000 Soldaten den Standort Grafenwöhr verlassen sollen.

    3.000 Arbeitsplätze wären betroffen

    Der Truppenübungsplatz Grafenwöhr ist der größte Übungsplatz der US-Armee außerhalb den USA und auch der modernste, wie Kommunalpolitiker und US-Militärs immer wieder betonen. Er umfasst zwei Kasernen, nämlich in Grafenwöhr und eben in Vilseck. Ein Teilabzug würde die ganze Region betreffen, in erster Linie den Wohnungsmarkt, aber auch über 3.000 Arbeitsplätze von Deutschen auf dem Übungsplatz.

    Außerdem fehle dann ein großer Teil der Kaufkraft der Amerikaner. Zu den 4.500 Soldaten in Vilseck gehören 9.000 Familienangehörige. Insgesamt leben mehr als 40.000 Amerikaner in der Oberpfalz.

    Kongress stellt sich gegen Trump

    Hintergrund ist eine Entscheidung des US-Kongresses von gestern: Er will den vom amtierenden Präsidenten Donald Trump geplanten massiven Abzug amerikanischer Soldaten aus Deutschland vorerst stoppen. Das geht aus dem Entwurf für das Gesetzespaket zum US-Verteidigungshaushalt hervor, auf den sich Demokraten und Republikaner in beiden Kammern im Kongress am Donnerstag einigten.

    Dort heißt es, der US-Verteidigungsminister müsse in einem Bericht an den Kongress darlegen, ob ein solcher Abzug im nationalen Interesse der USA wäre. Frühestens 120 Tage danach dürfe die Zahl der in der Bundesrepublik stationierten US-Soldaten die Grenze von 34.500 unterschreiten.

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