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Ministerpräsident Markus Söder
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Jannik Pentz
Eva Lell
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Ministerpräsident Markus Söder

Wen sich die CSU für den CDU-Vorsitz gewünscht hätte, darüber kann man nur spekulieren. Vorab hielten sich die Christsozialen mit Äußerungen zur Schwesterpartei nämlich vornehm zurück.

Jetzt nutzte CSU-Chef Horst Seehofer die Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer sogar, um erstmals zu twittern. In dem Tweet wünscht er der neuen CDU-Vorsitzenden Viel Glück und Erfolg im neuen Amt.

Söder und Blume wünschen sich Geschlossenheit

Auch der designierte CSU-Chef Markus Söder twittert "Glückwünsche aus Bayern", und fordert, "CDU und CSU müssten nun wieder enger zusammenrücken". Er sei sich sicher, "da ist ein hohes Maß an Gemeinsamkeit da, eine neue Chance der Zusammenarbeit, eine neue Chance der Geschlossenheit. Denn beide wissen, es braucht eine starke CSU, es braucht eine starke CDU, aber das wichtigste: beide müssen zusammenarbeiten.

Sowohl Seehofer als auch Söder waren allerdings nicht beim CDU-Parteitag in Hamburg. Stattdessen saßen in der ersten Reihe, bei den "besonderen Gästen", CSU Generalsekretär Markus Blume und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt.

Beide blicken nach der Wahl von Kramp-Karrenbauer optimistisch in die Zukunft. "Wir sehen hier die Chance, manches auch wieder neu zusammen zu fügen, was vielleicht in den letzten Monaten und Jahren uns auch getrennt hat zwischen CDU und CSU", sagt CSU-Generalsekretär Blume. Und Dobrindt ergänzt: "Wir wissen, dass wir gemeinsamer erfolgreich sind, als jeder für sich alleine."

Mit wem genau die CSU in der Union nun zusammenarbeiten wird, steht bislang allerdings noch nicht ganz fest. Denn nachdem Annegret Kramp-Karrenbauer nun Partrichefin ist, braucht die CDU einen neuen Generalsekretär. Kramp-Karrenbauer hat angekündigt, dazu noch einen Vorschlag zu machen.

BR-Chefreporter Stephan Mayer auf dem CDU-Parteitag

BR-Chefreporter Stephan Mayer auf dem CDU-Parteitag

Positive Reaktionen im Landtag

Der Vorsitzende der CSU-Fraktion im Landtag Thomas Kreuzer betonte, der Wettbewerb um den Vorsitz sei ein Gewinn gewesen für CDU und Demokratie. Positiv hebt er hervor, dass Kramp-Karrenbauer nicht der Bundesregierung angehört. "Mit diesem Blick von außen die Berliner Abläufe anzureichern, sehe ich als Gewinn", so Kreuzer.

Die Vorsitzende der Frauenunion Angelika Niebler nennt Kramp-Karrenbauer eine Brückenbauerin. Sie suche den Diskurs und verzichte auf überflüssige Zuspitzungen, so Niebler.

Die bayerische SPD-Chefin Natascha Kohnen begrüßte, dass erneut eine Frau die CDU führt und ließ sich auch zu einer Spitze in Richtung eines der Verlierer hinreißen: Immerhin sei jetzt wieder eine Frau an der Spitze der CDU, "während der Jünger des Finanzkapitals den Kürzeren gezogen hat. Ich gratuliere Annegret Kramp-Karrenbauer."

Auch der Vorsitzende der Grünen in Bayern Eike Hallitzky zeigte sich erfreut, dass sich Kramp-Karrenbauer gegen Merz durchgesetzt hat.

FDP und AfD bedauern Wahlausgang

Die FDP in Bayern dagegen bedauert, dass Merz den Kürzeren gezogen hat. Landeschef Daniel Föst sagte, er sei gespannt, inwieweit man jetzt eine neue CDU sehe. "Ich hoffe, dass mehr Drive reinkommt, dass mehr Bewegung reinkommt, dass wir das einlullende Weiterso zum Wohle Deutschlands hinter uns lassen können."

Die AfD-Fraktionschefin im Landtag Katrin Ebner-Steiner teilte mit, die CDU habe die letzte Chance vertan, sich auf konservative Werte zurück zu besinnen. Sie verspricht sich Rückenwind für die AfD in den bevorstehenden Wahlkämpfen 2019.