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Söder regt ganz neue Verteilung des Astrazeneca-Impfstoffs an | BR24

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Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat mi BR-Interview eine Verimpfung des AstraZeneca-Impfstoffs in Arztpraxen ins Gespräch gebracht, sollte die Verimpfung weiter so zäh verlaufen.

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Söder regt ganz neue Verteilung des Astrazeneca-Impfstoffs an

CSU-Chef Söder zeigt sich besorgt wegen der Skepsis gegen den Astrazeneca-Impfstoff: Sollten weiter viele Impfdosen liegen bleiben, müsse "die Priorisierung völlig neu" überlegt und Impfdosen eventuell in Arztpraxen gebracht werden, sagte er dem BR.

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Von
  • Petr Jerabek

Angesichts der Vorbehalte in Teilen der Bevölkerung gegen den Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca sieht der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Handlungsbedarf. Im Kampf gegen Corona müsse nicht nur überlegt werden, wie mehr Impfstoff beschafft werden könne, sagte Söder dem BR. Es müsse auch geklärt werden, "wie wir es auch schaffen, Impfstoff, der da ist, überhaupt zu verimpfen".

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden bis Dienstag nur rund 239.000 Dosen des Herstellers Astrazeneca gespritzt. Laut Bundesgesundheitsministerium sind aber bereits mehr als 1,4 Millionen solcher Dosen an die 16 Bundesländer geliefert.

Söder: Impfstoff möglicherweise an Arztpraxen liefern

Die Zurückhaltung bei Astrazeneca mache ihm "große Sorge", betonte der CSU-Politiker. "Deswegen sollten wir da noch mal genau überlegen, wie wir da rangehen." Es sei in diesem Zusammenhang richtig, dass es für Erzieher und Lehrer jetzt eine höhere Impf-Priorität gebe. Die Staatsregierung wolle zudem mit Astrazeneca-Impfstoff Corona-Hotspots im Freistaat unterstützen, "um da mehr zu impfen".

"Aber sollte es weiter so sein, dass Tausende, vielleicht sogar Hunderttausende von Impfdosen nicht verimpft werden, dann muss man die Priorisierung völlig neu überlegen, gerade für diesen Impfstoff Astrazeneca", betonte der Ministerpräsident. So könnten Impfdosen möglicherweise sogar den Arztpraxen zur Verfügung gestellt werden, um eine "schnelle Verimpfung" sicherzustellen. Denn jeder, der geimpft werde - unabhängig vom Alter - schaffe ein Stück weit mehr Freiheit, argumentierte Söder.

Steinmeier wirbt um Vertrauen für alle zugelassenen Impfstoffe

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief derweil dazu auf, ein Impfangebot anzunehmen - unabhängig vom jeweiligen Impfstoff. "Schneller zu impfen, das ist das Gebot der Stunde", sagte er in einem Videogespräch mit Ärzten und Pflegekräften aus Bayern über Stand und Entwicklung der Impfkampagne.

Er habe deshalb "nur wenig Verständnis für die Zurückhaltung gegenüber dem einen oder dem anderen Impfstoff". Das sei ein ziemliches "Luxusproblem" - erst recht aus der Sicht von Millionen Menschen, "die noch auf die erste Dosis warten". Alle zugelassenen Impfstoffe verdienten Vertrauen, betonte Steinmeier.

Bouffier macht Bund mitverantwortlich

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) machte derweil den Bund und die Ständige Impfkommission (Stiko) für die geringere Akzeptanz des Astrazeneca-Impfstoffs in der Bevölkerung mitverantwortlich. Er bedauere, dass die Kommunikation insbesondere auch der zuständigen Stellen beim Bund über die Wirksamkeit des Impfstoffs zu kurz geraten sei, sagt der CDU-Politiker.

Man hätte von Anfang an sagen sollen, was die Fachleute jetzt sagen: "Das ist ein sehr guter Schutz." Stattdessen sei die Entscheidung der Stiko, den Impfstoff wegen fehlender Daten zu älteren Personen zunächst nur für Menschen unter 65 Jahren zuzulassen, von vielen Bürgern so verstanden worden, dass er nicht richtig wirke. "Mein Appell: Wo immer möglich, lassen sie sich impfen!"

(Mit Material von dpa, AFP, Reuters und epd)

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