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Söder: Mehr Präsenzunterricht an Bayerns Schulen ab 15. März | BR24

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Ministerpräsident Söder will noch vor Ostern rund 90 Prozent der bayerischen Schüler wieder in die Schulen bringen. Die Inzidenz-Zahl entscheidet weiter, ob Präsenz-, Wechsel- oder Distanzunterricht stattfindet.

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Söder: Mehr Präsenzunterricht an Bayerns Schulen ab 15. März

Die meisten Schüler in Bayern sollen bald zurück an die Schulen dürfen: Laut Ministerpräsident Söder wird der Wechsel- und Präsenzunterricht ab 15. März deutlich ausgeweitet - je nach 7-Tage-Inzidenz vor Ort. In Kitas wird Regelbetrieb möglich.

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Von
  • Petr Jerabek
  • Maximilian Heim

Bayern weitet den Präsenz- und Wechselunterricht an den Schulen Mitte März deutlich aus. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Kabinettssitzung in München an. Entscheidend wird die Sieben-Tage-Inzidenz im jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt sein. Liegt dort der Wert unter 50, soll es für alle Grundschüler wieder Präsenzunterricht geben und für ältere Schüler Wechselunterricht. Bei einer Inzidenz zwischen 50 und100 soll es für alle Schüler Wechselunterricht geben.

Söder betonte, damit könnten 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen ihre Schule noch vor Ostern wieder von innen sehen. Strengere Regeln gelten für sogenannte Corona-Hotspots: In Regionen, in denen die Inzidenz über 100 liegt, lernen alle Schüler zu Hause im Distanzunterricht - mit Ausnahme der Abschlussklassen. Zur besseren Planbarkeit für die Schulfamilie soll die Festlegung der jeweiligen Unterrichtsform laut Staatskanzlei jeweils für eine Schulwoche gelten - auch dann, wenn sich der Inzidenzwert während der Schulwoche ändert.

Piazolo: "Lernen lebt von Beziehung"

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) freut sich nach eigenen Angaben über die weiteren Öffnungsschritte bei den Schulen. Er verwies auf Schülerinnen und Schüler, die ihre Schule seit elf Wochen nicht mehr von innen gesehen hätten. Laut Piazolo gilt: "Lernen lebt von Beziehung."

Der Kultusminister betonte, die Reihentestungen für Schüler und Lehrer würden zum Teil gut angenommen - "zum Teil aber noch nicht so, wie wir uns das wünschen". Das Testkonzept hat laut Piazolo zum Ziel, dass Lehrkräfte und Schulpersonal mindestens zweimal pro Woche getestet werden. Schüler ab 15 Jahren sollen sich künftig einmal pro Woche testen lassen, bei den jüngeren Schülern werde noch überlegt. Söder hatte zuvor erklärt, dass bislang nur 40 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer das kostenlose Testangebot annehmen würden.

Regelbetrieb in Kitas möglich

Auch in Bayerns Kinderbetreuungseinrichtungen soll mehr Normalität möglich werden: In Landkreisen oder Städten mit einem Inzidenzwert unter 50 soll in Krippen, Kindergärten und Horten wieder der Regelbetrieb aufgenommen werden. Bei einem Wert zwischen 50 und 100 soll es einen "eingeschränkten Regelbetrieb" geben. Steigt die Inzidenz über 100, wird eine Notbetreuung angeboten.

SPD mahnt Sicherheitsvorkehrungen an Schulen an

Der bayerische SPD-Fraktionschef Horst Arnold hält die weiteren Schulöffnungen ab 15. März für richtig. Er betonte aber, dass die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen getroffen sein müssten - vor allem Tests und Impfungen. "Nichts wäre schlimmer" als weitere Konfusion, betonte Arnold im BR Fernsehen. Derweil sprach sich Bayerns AfD-Fraktionschef Ingo Hahn für eine komplette, sofortige Öffnung der Schulen aus. Die Schulen seien keine Hotspots, sagte Hahn – und die Schüler seien durch Corona eigentlich nicht gefährdet.

Lockerungen für Handel und Kultur beschlossen

Ansonsten setzt die Staatsregierung die gestern beschlossenen Lockerungen in Bayern weitgehend um. Sie gelten für alle Regionen mit einem Inzidenzwert unter 100. Ab Montag dürfen sich dann bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten privat treffen, Kinder bis 14 Jahre nicht mitgezählt. In Regionen mit einem dauerhaften inzidenzwert unter 35 sind dann Treffen von bis zu zehn Menschen aus drei Haushalten möglich. Neu ist auch, dass Paare dabei als Haushalt gelten.

Ab Montag dürfen auch Büchereien öffnen

Unabhängig vom Inzidenzwert dürfen ab Montag in Bayern Buchhandlungen, Büchereien und Archive öffnen. Abhängig vom Inzidenzwert sind weitere Öffnungen im Einzelhandel sowie für Museen oder Zoos möglich. Die Außengastronomie sowie Kinos und Theater dürfen dagegen frühestens ab 22. März wieder öffnen. Alle Details zu den von Bund und Ländern vereinbarten Lockerungen lesen Sie hier.

Wichtig: Steigt der Inzidenzwert in einer Region an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100, werden die Kontakte wieder auf einen Haushalt und eine weitere Person beschränkt. Diese "Notbremse" soll auch für andere Öffnungen gelten. Söder appellierte nach der Sitzung des Kabinetts an die Eigenverantwortung der Menschen: "Nicht alles, was erlaubt ist, muss auch gemacht werden", erklärte er.

Anmerkung (10.03.21): In einer früheren Version dieses Artikel stand, Kultusminister Piazolo habe beklagt, dass die Selbsttests bisher im Schulalltag nicht so angenommen würden wie erhofft. Tatsächlich sprach er aber von Reihentestungen. Wir haben die Stelle entsprechend korrigiert.

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Versuch einer Übersicht: Die möglichen Öffnungsschritte laut einem Schaubild der Bundesregierung, leicht angepasst an die bayerischen Regeln.

Aiwanger begrüßt Öffnungen

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) begrüßte die "merkbaren Öffnungsschritte", die Bund und Länder vereinbart haben. "Für den Großteil der Bürger kommt jetzt was rüber", sagte er. Aiwanger verwies auch darauf, dass die Belegung der Intensivbetten in Bayern aktuell auf "sehr niedrigem Stand" sei.

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Bayerns Kultusminister Michael Piazolo sieht es als wichtiges Zeichen an alle Schülerinnen und Schüler, dass mitte März wieder der Präsenzunterricht beginnt - sofern die Inzidenz unter 100 liegt.

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Während an Gymnasien die Abschlussklassen schon seit Wochen zumindest wieder im Wechselunterricht sind, mussten die Real- und Mittelschüler deutlich länger zu Hause bleiben. Und das stellt jetzt Schüler und Lehrer vor große Herausforderungen.

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