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Söder: Mehr Maske sichert mehr Unterricht | BR24

© dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Archivbild: Ministerpräsident Söder

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    Söder: Mehr Maske sichert mehr Unterricht

    In der Debatte über Maskenpflicht für Grundschüler im Unterricht wirbt Ministerpräsident Söder für den Mund-Nasen-Schutz: "Mehr Maske heißt mehr Unterricht." Ab bestimmten Corona-Werten werde es schwer, "nicht in den Distanzunterricht zu wechseln".

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    Seit sieben Wochen bemühen sich die Schulen im Freistaat darum, trotz Corona einen Regelunterricht mit speziellen Hygiene-Regeln sicherzustellen. Immer wieder versichert der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU), dass dies möglichst lang auch so bleiben soll. "Unsere Priorität ist klar: Wir wollen keine wirtschaftlichen Schäden, wir wollen Schule und Kita offen halten", betont er auch heute in einer Videobotschaft. Aber dafür müsse einiges getan werden: "Mehr Maske schafft mehr Normalität."

    Ähnlich äußerte sich Söder in einem Zeitungsinterview. Zugleich sprach er aber offen aus, dass bei weiter wachsenden Corona-Werten für Schüler weitere Einschränkungen drohen könnten.

    Söder: Bei bestimmten Schwellenwerten wird Distanzunterricht wohl nötig

    "Wir wollen keinen generellen Lockdown", sagte der Ministerpräsident der "Mittelbayerischen Zeitung", warnte aber einmal mehr: "Jedem muss klar sein: Wir sind einem zweiten Lockdown näher, als wir glauben."

    Ziel der Staatsregierung sei, Schulen und Kitas "so lange wie möglich" offen zu halten. "Aber bei bestimmten Schwellenwerten wird es schwer sein, nicht in den Distanzunterricht zu wechseln." Um welche Schwellenwerte es sich dabei handeln könnte, sagte Söder in dem Interview nicht.

    Im Berchtesgadener Land schon alle Schulen zu

    Mit dem Berchtesgadener Land hat in dieser Woche erstmals seit den Sommerferien wieder ein bayerischer Landkreis alle Schulen, Kindergärten, Krippen und Horte geschlossen, nachdem der Inzidenzwert dort auf mehr als 250 gestiegen war. Lediglich eine Notbetreuung ist bis 2. November erlaubt. Die Schulen sollen frühestens nach den Herbstferien im Freistaat, am 9. November, wieder öffnen können - vorausgesetzt, die Corona-Inzidenz sinkt wieder deutlich.

    Landrat Bernhard Kern (CSU) verteidigte die Schließungen von Schulen und Kindergärten erst am Freitag erneut. "Auch hier möchte ich Ihnen versichern, dass wir keine andere Wahl hatten, als die betreffenden Einrichtungen zu schließen", sagte er in einer Videobotschaft. Hätte der Landkreis jetzt nicht gehandelt, "dann hätten Schulen und auch Kindergärten längerfristig komplett geschlossen werden müssen". Er wisse aus der engen Zusammenarbeit mit den Schulen im Landkreis, "dass die Einrichtung eines Distanzunterrichts oberste Priorität" habe. "Dieser Unterricht kommt den Voraussetzungen des Präsenzunterrichts zumindest nahe."

    In weiteren bayerischen Landkreise gilt an Schulen wegen hoher Corona-Inzidenzen wieder der Mindestabstand von 1,5 Metern in Klassenzimmern. In der Praxis heißt das dann an den meisten Schulen wegen der beengten Raumverhältnisse, dass Klassen geteilt werden mussten und beide Gruppen zwischen Präsenz- und Distanzunterricht wechseln.

    Markus Söder: "Mehr Maske heißt mehr Unterricht"

    Um Schulschließungen im Freistaat zu verhindern, braucht es nach Meinung Söders "die Maske im Unterricht". Der Ministerpräsident betonte im Zeitungsinterview: "Mehr Maske heißt mehr Unterricht." Auch in seiner Regierungserklärung im Bayerischen Landtag am Mittwoch hatte Söder betont: "Mehr Maske erlaubt mehr und längeren Präsenzunterricht." Weniger Maske führe schneller zu Distanzunterricht und Schulschließungen.

    Die Maske bleibt laut Söder in Schulen die "wichtigste und effektivste" Schutzmaßnahme. Es würden zwar auch mobile Lüfter und CO2-Messer zur Verfügung gestellt. "Wir geben den Kommunen dafür Geld." Die Realität sei aber, dass auf dem Markt gar nicht genügend Geräte zur Verfügung stünden. Plexiglas zwischen den Plätzen hält der Ministerpräsident für weniger effektiv als Masken: "Viele lehnen sich zurück, um ohne Glaswand miteinander zu sprechen."

    Kontroverse um Maskenpflicht für Grundschüler im Unterricht

    Seit einer Woche gilt in Bayern die Regel, dass ab einem Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) auch Grundschüler einen Mund-Nasen-Schutz im Unterricht tragen müssen. Mehrere Städte und Landkreise mit hohen Corona-Werten hoben die Maskenpflicht für Grundschüler am Sitzplatz aber im Laufe der Woche wieder auf, zum Beispiel die Stadt München, die Landkreise Cham, Unterallgäu, Günzburg, Neuburg-Schrobenhausen, Lichtenfels, und Ebersberg.

    Dabei berufen sich die Kommunen auf einen Passus in der aktuellen bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, laut der eine Kreisverwaltungsbehörde in "begründeten Einzelfällen" Ausnahmen von der Maskenpflicht im Unterricht zulassen kann, "soweit dies aus infektionsschutzrechtlicher Sicht vertretbar ist". Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte zur Begründung: "Grundschüler sind keine Infektionstreiber."

    Die Staatsregierung will künftig aber unabgesprochene Alleingänge der Kommunen bei der Maskenpflicht im Unterricht nicht mehr hinnehmen. Deswegen wurde zum einen in der Verordnung verankert, dass strengere Corona-Regeln ab bestimmten Schwellenwerten automatisch in Kraft treten, dazu zählt auch die Pflicht, im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Zum anderen müssen sich Landkreise und kreisfreie Städte Ausnahmeregelungen nun vorab von den jeweiligen Bezirksregierungen genehmigen lassen - und diese ausführlich begründen. Das geht nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa aus einem Schreiben des Gesundheitsministeriums hervor, das am Freitag an alle Kreisverwaltungsbehörden verschickt wurde.

    Markus Söder kündigt mehr Kontrollen auf den Straßen an

    Nach Einschätzung Söders stehen Bayern und Deutschland vor schwierigen Wochen. Niemand dürfe sich täuschen: "Wir stehen vor einem großen Sprung bei den Infektionszahlen in ganz Deutschland. Ich befürchte, dass die nächsten Wochen nicht einfach werden." Der CSU-Chef betonte, es sei wichtig, Kontakte grundsätzlich zu reduzieren, "und dann, wenn es zu Kontakten kommt, mit Maske, Desinfektion und Abstandhalten agieren". Dazu gebe es im Grunde keine Alternative.

    Damit die Regeln auch eingehalten werden, soll es laut Söder in nächster Zeit verstärkt Kontrollen im Freistaat geben, wie er in dem Zeitungsinterview ankündigte. "Die meisten Bürger machen gut mit, einige wenige leider nicht." In Bayern werde daher "deutlich öfter die Maskenpflicht auf der Straße" kontrolliert - und bei Verstößen würden Bußgelder verhängt. In seiner Videobotschaft warb Söder eindringlich dafür, die Regeln einzuhalten: "Ich glaube, wie können diesen Winter schon gut überstehen, wenn wir alle Rücksicht nehmen aufeinander."

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