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Söder und Seehofer auf dem CSU-Parteitag in München

Kämpfen, kämpfen, Kämpfen - und das mit viel Selbstbewusstsein. So will die CSU in den Wahlkampf gehen - darauf hat Ministerpräsident Markus Söder beim Parteitag seine Leute eingeschworen. Bei der Wahl gehe es um ganz Bayern, nicht nur um die CSU.

"Lasst uns weiter den Mythos Bayern gestalten, lasst uns weiter die Nummer eins sein, lasst uns kämpfen und den anderen zeigen, dass diese CSU da ist, stark ist, kräftig ist und bereit ist, alles zu geben", rief der Spitzenkandidat den Delegierten im Postpalast in München zu. Und er fügte hinzu: "Wir wollen, dass unser Bayern stark bleibt. Ja zu Bayern heißt: ja zur CSU."

Söder hofft auf Weckruf

Doch die CSU-Umfragewerte liegen derzeit bei nur 35 Prozent. Das würde bedeuten: Die CSU könnte nach der Wahl nicht mehr ohne Koalitionspartner regieren. Etwa die Hälfte der Wähler in Bayern sei aber noch unentschieden, betonte Söder. Er hofft auf einen Weckruf: Wer der CSU einen kleinen Denkzettel geben wolle, wolle nicht unbedingt, dass die Wahl dazu führe, dass dieses Bayern ein anderes werde als vorher.

Seehofer: Nicht jammern

Und für CSU-Chef Horst Seehofer ist klar: Mit Jammern, Abwarten und Besserwissen habe man noch nie einen Erfolg eingefahren. "Wir brauchen jetzt in den nächsten vier Wochen Zuversicht statt Ängstlichkeit, wir brauchen Geschlossenheit, statt Nörgelei. Und wir brauchen Einsatz statt Gemütlichkeit", so der Bundesinnenminister.

Demonstratives Lob für Söder

Geschlossenheit versuchten auch Söder und Seehofer auf dem Parteitag zu demonstrieren. Das schwierige Verhältnis der beiden gilt vielen in der CSU als ein Grund für die schlechten Umfragewerte. Und daher lobte Seehofer denn auch demonstrativ seinen Nachfolger als bayerischen Ministerpräsidenten: Söder sei es gelungen, in den vergangenen sechs Monaten "fortschrittliche Entscheidungen zu treffen für die Gegenwart, aber auch für die Zukunft unseres Volkes".

Söders kleine Spitze gegen Seehofer

Und auch Söder demonstrierte Einigkeit mit Seehofer. Trotz der Vorgeschichte seien sich die beiden der Verantwortung für ihr Land bewusst, versicherte er. Eine kleine, gut verpackte Spitze gegen Seehofer gab es aber doch: Der Rückenwind aus Berlin, der sei nicht so richtig spürbar, sagte der Ministerpräsident in seiner Rede, in der er vor allem die landespolitischen Themen herausstellte: den Wohnungsbau in München zum Beispiel, das bayerische Familiengeld, aber auch die Situation in der Landwirtschaft.

Söder attackiert andere Parteien

Söder sieht die CSU als einzig verbliebene Volkspartei. Den anderen Parteien warf er vor, sie schwankten zwischen Destruktivität und Anbiederung. Die SPD nannte er eine trostlose Partei, die Grünen verteufelten die Autos, und die FDP dürfe nicht erwarten, sich an den gedeckten Tisch in München setzen zu können, nachdem sie im Bund die Jamaika-Koalition zum Platzen gebracht hatte.

"Strauß würde AfD bekämpfen"

Besonders hart kritisierte Söder die AfD: Ihr Auftreten in Chemnitz sei schäbig und unanständig gewesen, betonte Söder und sagte mit Blick auf AfD-Wahlplakate mit dem Slogan "Strauß würde AfD wählen": "Franz Josef Strauß würde diese AfD bekämpfen, und wir sollten es auch tun. Verdammt noch mal, das ist eine Aufgabe von uns."

Dafür gab es großen Beifall - wie auch für den Rest von Söders Rede. Die Delegierten im Saal standen spürbar hinter ihm, bei Seehofers Rede fiel die Zustimmung hörbar geringer aus. Und als dann zum Abschluss Seehofer gemeinsam mit Söder auf der Bühne stand - hinter ihnen die Junge Union in T-Shirts mit der Aufschrift "Team Söder", in der Hand Schilder mit der Aufschrift "Ja zu Bayern" - da schien Seehofer sich nicht ganz wohlzufühlen. Markus Söder dagegen war in seinem Element.