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Söder kündigt Lockdown für Berchtesgadener Land an | BR24

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Der Landkreis Berchtesgadener Land steht unmittelbar vor einem Corona-Lockdown, das hat Ministerpräsident Söder angekündigt. Er habe die bayerische Gesundheitsministerin gebeten, ein entsprechendes Maßnahmenpaket auszuarbeiten.

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Söder kündigt Lockdown für Berchtesgadener Land an

Wegen hoher Corona-Zahlen hat Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU) massive Einschränkungen für das Berchtesgadener Land angekündigt. Die Maßnahmen würden einem Lockdown entsprechen, sagte Söder. Bayernweit werde es strengere Polizeikontrollen geben.

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Dieser Artikel wurde vor der Entscheidung über konkrete Maßnahmen im Berchtesgadener Land geschrieben. Die wichtigsten Beschlüsse und Einschränkungen finden Sie hier: https://www.br.de/nachrichten/bayern/berchtesgadener-land-ausgangsbeschraenkungen-ab-dienstag,SDrgQrh

Nach dem starken Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Berchtesgadener Land hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder eine entschlossene Reaktion angekündigt. Er habe Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) gebeten, für den Landkreis ein "umfassendes Maßnahmenpaket zu machen", sagte Söder nach einer CSU-Vorstandssitzung in Nürnberg. Die Zahl dort sei eindeutig zu hoch. Die Maßnahmen würden "einem Lockdown entsprechen".

Das Gesundheitsministerium solle nun zusammen mit dem Landratsamt rasch eine Entscheidung vorbereiten, sagte Söder. Die Zahlen müssten gedrückt werden, damit daraus keine Gefahr für andere entstehe. Der Ministerpräsident kündigte an, dass öffentliche Leben dort werde nun heruntergefahren. "Anders geht es nicht", betonte er. "Die Kontakte können dort nicht mehr verfolgt werden, also müssen Kontakte fundamental beschränkt werden - was Veranstaltungen betrifft, was Kontakte nach draußen betrifft." Es werde das "härteste Protokoll sein, das man an der Stelle anwenden muss, um schnell wieder eine Kontrolle über das Infektionsgeschehen zu bekommen".

Sieben-Tage-Inzidenz klettert auf 252

Nach Angaben des Landratsamts beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis mittlerweile 252,06. Bundesweit als Grenzwert gelten 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Nach den aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts wird diese Inzidenz derzeit in acht Städten und 16 Landkreisen im Freistaat überschritten.

Seit Freitag kamen im Berchtesgadener Land weitere 118 bestätigte Corona-Fälle hinzu, wie das Landratsamt mitteilte. 22 von ihnen hätten sich als direkte Kontaktpersonen bereits in häuslicher Isolation befunden. Das Gesundheitsamt ermittele bei allen positiv Getesteten die Kontaktpersonen und leite die notwendigen Maßnahmen ein. Aktuell seien 701 direkte Kontaktpersonen in Quarantäne. In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden laut Landratsamt derzeit 13 Covid-19-Patienten stationär behandelt.

In dem Landkreis gilt bereits seit Mittwoch eine Allgemeinverfügung mit schärferen Maßnahmen. So dürfen sich jetzt schon maximal fünf Leute treffen (oder Angehörige zweier Haushalte) - auch in privaten Räumen. Für Schulen gilt wieder ein Mindestabstand von 1,5 Metern, weshalb viele Klassen geteilt werden mussten. Viele Schüler haben also einen Wechsel von von Präsenz- und Distanzunterricht.

Söder: Mehr Kontrollen und Bußgelder in Bayern

Für den gesamten Freistaat kündigte Söder "massive" Kontrollen der Corona-Schutzmaßnahmen an - sowie Bußgelder bei Verstößen. "Wir werden in Bayern auch noch mal sehr darauf achten, dass Polizei und Ordnungsbehörden die Durchsetzung der Regeln erreichen." Zwar hielten sich mehr als 90 Prozent der Menschen im Moment daran, "aber es gibt auch einige, die das nicht tun". Der CSU-Chef verwies insbesondere auf illegale Partys.

Die Staatsregierung wird laut Söder die bayerischen Städte bitten, ihre Ordnungskräfte weniger auf die Suche nach Parksündern zu schicken, sondern verstärkt auch nach "Maskensündern". Denn die Einhaltung der Maskenpflicht sei gegenwärtig wichtiger als die Frage, ob jemand falsch parke.

💡 Warum gibt es Abweichungen in den Inzidenzzahlen?

Die 7-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Infektionen pro 100.000 Einwohner im Verlauf der vergangenen sieben Tage festgestellt wurden.

Die bayerischen Gesundheitsämter melden ihre aktuellen Zahlen täglich an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Das LGL wiederum meldet an das Robert-Koch-Institut (RKI).

Durch den Meldeprozess kommt es zu kleinen Verzögerungen und zeitweise unterschiedlichen Zahlenangaben. So ist es möglich, dass eine Institution noch eine ältere Inzidenzzahl online ausweist, während an anderer Stelle bereits neuere Zahlen bekannt gegeben werden.

Ob strengere Beschränkungen in Kraft treten, richtet sich laut bayerischem Gesundheitsministerium immer nach dem höheren Wert. (Erklärt von Heike Westram, BR Wissen)

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