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Ministerpräsident Markus Söder fordert im Interview mit dem BR eine Verlängerung des Lockdwons und schließt auch einen bayerischen Sonderweg nicht aus.

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Söder kritisiert österreichischen Corona-Kurs

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich erneut für eine Verlängerung des aktuellen Lockdowns bis Ende Januar ausgesprochen. Die harten Beschränkungen zu früh abzubrechen, wäre ein Fehler. Das sehe man an Österreichs Corona-Kurs.

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Von
  • Christoph Dicke

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich erneut für eine Verlängerung des aktuellen Lockdowns bis Ende Januar ausgesprochen. Dem Bayerischen Rundfunk sagte er am Sonntag, die Ansteckungszahlen mit Corona seien nach wie vor zu hoch. Zudem könne man "momentan nicht das Risiko abschätzen, was sich über Weihnachten und Silvester alles getan hat", so Söder.

Den Lockdown zu früh abzubrechen, wäre ein großer Schaden. Man sehe an Österreich, dass es falsch sei, ein wenig zu lockern, "dann wieder schärfer zu sein, das alles funktioniert so nicht", sagte Söder weiter. Deshalb solle man lieber jetzt bis Ende Januar auf Nummer sicher gehen.

Bayern mit strengem Kurs nicht allein

Mit Blick auf die nächste Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel am kommenden Dienstag warnte Söder vor "Endlos-Diskussionen". Man müsse jetzt Geduld haben und weiter eine klare (Lockdown-)Linie fahren: "Wir sind für Bayern zuständig, dann werden wir das halt in Bayern machen. Wir haben Partnerländer wie Baden-Württemberg, Sachsen, Thüringen, die sehen das alle ganz genauso."

Zusammenhang zwischen Lockerungen und Impfungen

Söder betonte auch einen Zusammenhang zwischen Lockerungen und Impfungen: "Je schneller geimpft wird, desto kürzer muss jede Form von Einschränkungen sein." Europa habe allerdings zu wenig Impfstoff bestellt. Das müsse dringend nachgebessert werden.

Söder: Zunächst Distanzunterricht

Zudem kann sich der bayerische Ministerpräsident nicht vorstellen, dass es vernünftig sei, "plötzlich die Schulen wieder aufzumachen". Das gelte auch für die Kitas. "Wir haben überhaupt keinen Überblick, was in den Ferien alles passiert ist." Söder denkt dabei auch an die Urlaubsrückkehrer. Statt Präsenz- plädiert er für Distanzunterricht in den Schulen. Ein Datum für den Unterrichtsbeginn ließ Söder im BR-Interview offen.

Seit dem 16. Dezember gilt in ganz Deutschland ein harter Lockdown. Die Ministerpräsidenten der Länder beraten am Dienstag mit Kanzlerin Merkel über das weitere Vorgehen. Ziel der Bundesregierung ist es, die Zahl der Neuinfektionen auf unter 50 pro 100.000 Einwohner in einer Woche zu senken.

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Der aktuelle Corona-Lockdown läuft offiziell bis zum 10. Januar. Doch angesichts der hohen Zahlen plädieren jetzt einige Bundesländer für eine Verlängerung - Bayerns Ministerpräsident Söder spricht von Ende Januar, also weitere drei Wochen.

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BR-Reporterin Stephanie Stauss schätzt im Vorfeld der Entscheidung über eine Lockdown-Verlängerung am Dienstag die Lage im poltischen Berlin ein.

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