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Bildrechte: Peter Kneffel/dpa

In Österreich und in Bayern sinken die Inzidenz-Werte - deswegen ist zumindest der kleine Grenzverkehr ab morgen wieder möglich.

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Bayern erlaubt wieder kleinen Grenzverkehr nach Österreich

Der kleine Grenzverkehr von Bayern nach Österreich wird ab Mittwoch wieder zugelassen. Damit werde es wieder möglich, zum Einkaufen oder Verwandtenbesuch nach Österreich zu fahren, sagte Ministerpräsident Söder nach einem Treffen mit Kanzler Kurz.

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Von
  • Petr Jerabek

Erleichterung für die Menschen im bayerischen Grenzgebiet zu Österreich: Der kleine Grenzverkehr ins Nachbarland wird ab Mittwoch wieder möglich. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte nach einem Gespräch mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz in München, damit bestehe wieder die Möglichkeit zu Einkäufen und zu Besuchen bei Verwandten oder Freunden in Österreich - "natürlich immer unter Wahrung der jeweiligen Corona-Bedingungen".

Bayern hatte den kleinen Grenzverkehr im Dezember verboten: Für eine Tank- oder Einkaufsfahrt in ein Nachbarland drohten 2.000 Euro Bußgeld. Unter welchen Voraussetzungen ein Kurzbesuch in Österreich möglich wird, erläuterten Söder und Kurz allerdings nicht. In Österreich gilt derzeit noch eine Quarantänepflicht bei der Einreise - mit wenigen Ausnahmen (zum Beispiel für Pendler).

Das bayerische Gesundheitsministerium kündigte auf Anfrage eine Allgemeinverfügung an, die am Mittwoch in Kraft trete. Durch sie bestehe für Menschen, "die sich im Rahmen des Grenzverkehrs weniger als 24 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder die für bis zu 24 Stunden in den Freistaat Bayern einreisen, eine Ausnahme von der Quarantänepflicht". Die jeweiligen Personen dürften allerdings keine typischen Symptome einer Corona-Infektion aufweisen.

Söder erleichtert über Corona-Entwicklung in Österreich

Söder zeigte sich "sehr froh" darüber, dass sich die Corona-Lage in Österreich "sehr viel verbessert" habe. "Was für uns am wichtigsten war, dass die südafrikanische Variante in Tirol eingedämmt werden konnte, das war die größte Herausforderung, weswegen dann auch in Deutschland Maßnahmen getroffen wurden." In Österreich liegt die 7-Tage-Inzidenz laut Kurz mittlerweile unter 100, in Bayern beträgt sie 116,3.

Es gebe in Deutschland zwar viele Grenzgebiete, aber nirgends gebe es eine solche Nähe wie zwischen Bayern und Österreich, betonte der bayerische Ministerpräsident. "Darum bin ich froh, dass wir da die Erleichterungen haben werden." Auch Kurz verwies auf die "unglaubliche Verwobenheit der Menschen" im Grenzgebiet. Die Grenze spiele faktisch keine Rolle mehr.

Kurz hofft auf Touristen aus Bayern

Sowohl in Bayern als auch Österreich soll rechtzeitig vor Pfingsten wieder Urlaub möglich werden. In Bayern dürfen ab 21. Mai in Landkreisen mit einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 100 wieder Hotels, Ferienwohnungen, Jugendherbergen und Campingplätze für Gäste öffnen.

Kurz verwies darauf, dass Österreich bereits am 19. Mai "breitflächig öffnen" werde - "Tourismus, Kultur, Sport, Gastronomie, Freizeitwirtschaft". Natürlich werde es weiterhin Sicherheitsmaßnahmen geben. Österreich werde mit diesen Öffnungen auch die Quarantänebestimmungen abschaffen. "Das heißt: Es wird für jeden, er aus einem Nicht-Risikogebiet kommt, wieder möglich sein, ganz normal nach Österreich zu reisen." Österreich setze auf die "3-G-Strategie", also Öffnungen für Geimpfte, Genesene oder Getestete. "Weil wir glauben, dass wir mit diesen Hilfsmitteln das Ansteckungsgeschehen am besten unter Kontrolle halten können", erläuterte der österreichische Bundeskanzler.

Auf Twitter äußerte Kurz anschließend die Hoffnung auf Touristen aus dem Freistaat: "Wenn sich die Situation weiterhin so gut verbessert, freuen wir uns schon bald wieder unsere Gäste aus Bayern in Österreich begrüßen zu dürfen!"

Söder: "Ökologischen Tourismus" im Grenzgebiet fördern

Söder betonte bei seinem gemeinsamen Auftritt mit Kurz, Bayern müsse etwas für den Tourismus tun, gerade in der Grenzregion. Allerdings solle nicht nur der klassische Tourismus, wie man ihn kenne, gefördert werden. Vielmehr müsse auch der "Ökologie-Tourismus" gestärkt werden. "Deswegen wollen wir mehr Geld auch geben für die Ausrichtung auf einen ökologischeren Tourismus", sagte der Ministerpräsident. Der Freistaat wolle "sehr wertbewusstes, ökologisches Urlauben möglich machen - das dann auch für ganz Deutschland interessant sein kann".

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Söder und Kurz bei der Pressekonferenz

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