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Ministerpräsident Markus Söder (CSU) besucht in Addis Abeba die "Bagersh Coffee Factory"
© Peter Kneffel/dpa
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Ministerpräsident Markus Söder (CSU) besucht in Addis Abeba die "Bagersh Coffee Factory"

Zum Abschluss ging es ins Kaffeelager. Im ältesten Kaffeelagerhaus von Addis Abeba informierte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) über den Alltag der Arbeiterinnen und Arbeiter. Anlass für den Besuch der Bagersh Coffee Factory am letzten Tag von Söders Äthiopien-Reise war eine neue Kooperation des Freistaats mit der Karlheinz Böhm Äthiopienhilfe "Menschen für Menschen".

Dabei, so Stiftungsvorstand Peter Renner, gehe es um neue Einkommensmöglichkeiten für 200 Arbeiter und ihre Familien im Bereich des Kaffeeanbaus und der Verarbeitung. Hinter jedem Arbeiter stehe ein Haushalt mit ungefähr fünf weiteren Menschen. "Das heißt, das ist ein richtiger Impakt." Partner der Stiftung ist auch die Firma Dallmayr. Das Unternehmen kauft jährlich zehn Prozent des äthiopischen Kaffees im Wert von 70 Millionen Dollar auf und will jetzt eine Schule für 1.000 junge Menschen errichten.

Söder wirbt für Entwicklung in kleinen Schritten

Nach dem Besuch des Kaffeelagers warb Söder erneut für faire Handelsbeziehungen zwischen Europa und Afrika. Das gehe aber nur mit Demokratisierung in Äthiopien, Wirtschaftswachstum und in kleinen Schritten: "Ich glaube, dieses Projekt Äthiopien, das jetzt auf den Weg gebracht wird, kann nur funktionieren, wenn alles ineinander greift", sagte er.

Nach fünf Tagen in Afrika zog Söder eine positive Bilanz seiner Reise. Der Ministerpräsident hatte sich über ökologische Projekte informiert, war in einem Flüchtlingscamp und wurde auch von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet.

Nach einem Treffen mit der äthiopischen Staatspräsidentin Sahle-Work Zewde betonte Söder, jetzt gelte es, die neue Afrikapolitik mit Leben zu füllen: Wenn man nicht verstehe, dass die Welt enger zusammengewachsen sei als je zuvor, werde man die Zukunft nicht mehr gestalten können. "Wir spüren doch jeden Tag, dass wir eine Welt sind", betont der CSU-Politiker und fügt hinzu: "Dann muss man diesen Eine-Welt-Gedanken leben."

FC Bayern gründet Fußballschule

Am Vormittag war Söder dabei, als im Stadion von Addis Abeba die erste Fußballschule des FC Bayern München in Afrika eröffnet wurde. Den deutschen Rekordmeister vertraten FC-Bayern-Markenbotschafter Giovane Elber und FC-Bayern-Vorstandsmitglied Jörg Wacker. Elber zeigte sich überrascht von der Fußballbegeisterung im Land. "Das hätte ich nicht gedacht", sagt er. "Ich bin zum ersten Mal hier - und die Leute kennen den FC Bayern hier sehr." Auch Elber selbst ist so manchem in Addis Abeba ein Begriff: "Ich bin kurz durch die Straße gelaufen und die wussten wer ich bin."

Söder bezeichnet den Fußball als eine Brücke zwischen den Kulturen. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt. "In Äthiopien gibt's Tausende junge Menschen, die Fußball spielen wollen, deswegen sind wir hier", sagt Ex-Bayern-Spieler Elber. "Das Ziel hier ist nicht, dass sie Profis werden, sondern dass sie lernen, durch den Sport ins Leben zu kommen."

FCB-Fußballschule in Äthiopien

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