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Söder im BR-Interview: "Oktoberfest steht auf der Kippe" | BR24

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hält eine Durchführung des Oktoberfestes wegen der Coronavirus-Pandemie für eher unwahrscheinlich, wie er am Abend im BR-Interview mitteilte.

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Söder im BR-Interview: "Oktoberfest steht auf der Kippe"

Er könne sich derzeit nicht vorstellen, dass eine Großveranstaltung wie das Oktoberfest stattfinden kann, sagte Bayerns Ministerpräsident Söder der BR Rundschau. Auch konkretisierte er die stufenweise Öffnung der Schulen in Bayern.

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Schon seit längerem wird über eine Absage der Wiesn diskutiert - am Mittwochabend äußerte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einem Interview mit dem BR, dass das Oktoberfest auf der Kippe stehe. In den nächsten beiden Wochen werde er sich darüber mit Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) austauschen. Die Wiesn sollte heuer vom 19. September bis 4. Oktober stattfinden.

Keine Großveranstaltungen bis Ende August

Vor wenigen Tagen hatten Vertreter von Schaustellern und Wirten in diesem Zusammenhang eine "Wiesn light", - das heißt ein Oktoberfest nur für Einheimische - vorgeschlagen. Auf der Münchner Stadtebene fand die Idee jedoch keinen Zuspruch.

Auch Stimmen aus der Wissenschaft äußerten sich ähnlich: Der Virologe Alexander Kekulé machte in der vergangenen Woche im BR Fernsehen deutlich, das er die Ausrichtung des Oktoberfests mit vielen Besuchern aus dem Ausland für unrealistisch halte.

Markus Söder selbst hatte sich am Mittwochabend bereits in der Pressekonferenz mit Angela Merkel, bei der es um das weitere Vorgehen in der Corona-Krise ging, skeptisch gegenüber Großveranstaltungen geäußert. Generell gelte es, den Weg besonnen und vorsichtig fortzusetzen, so der CSU-Chef. Dazu gehöre auch, dass Großveranstaltungen bis Ende August untersagt würden. In diesem Zusammenhang wurde am Mittwochabend etwa das Straubinger Volksfest abgesagt.

Prüfungsvorbereitungen in Bayern ab Ende April

Mit Blick auf die Öffnung der Schulen gab Söder bekannt, dass ab dem 27. April die Prüfungsvorbereitungen für Schüler, die Abitur, Quali oder Mittlere Reife machen würden, beginnen sollten. Ab dem 11. Mai sollen Anschlussklassen folgen, also Schüler, die im kommenden Jahr die Schule verlassen. In anderen Bundesländern wird der Unterricht bereits ab dem 4. Mai wieder aufgenommen.

Auch Kitas und Grundschulen bleiben in Bayern vorerst erst geschlossen. Söder kündigte an, dass die Kultusminister bis zum 29. April ein Konzept erstellen würden.

Bayerisches Kabinett berät am Donnerstag weiteres Vorgehen

Was Einzelhandel und Gastronomie betrifft, dürfen Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern laut Söder "etwas zeitversetzt" zum Bund öffnen. Restaurants, Biergärten und andere Gastronomiebetriebe können dagegen nicht auf schnelle Lockerungen hoffen.

Abermals unterstrich der Ministerpräsident, dass es keine Maskenpflicht, sondern ein –gebot gebe. Er sprach von einer "zwingenden Empfehlung", einfache Masken zu tragen. Söder gab jedoch zwischen den Zeilen zu verstehen, dass eine Maskenpflicht an anderen Länderchefs gescheitert sei. Über das genaue Vorgehen zur Eindämmung des Corona-Virus will sich das bayerische Kabinett in München am Donnerstag abstimmen.

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Es war der "Tag der Entscheidung" in Berlin, wie es mit den Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie weitergehen soll. Im Interview mit dem Rundschau Magazin erläutert Ministerpräsident Söder, dass Bayern einen vorsichtigeren Weg einschlagen wird.

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