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Söder bringt "Sonderoptionen für Geimpfte" ins Gespräch | BR24

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Markus Söder hat sich in der Bürgersendung "Jetzt red i" den Fragen und Sorgen der Bayern und Bayerinnen in der Corona-Krise gestellt. Die wichtigsten Antworten hier zusammengefasst.

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Söder bringt "Sonderoptionen für Geimpfte" ins Gespräch

Bayerns Ministerpräsident Söder fordert für die Zukunft eine Debatte über "Sonderoptionen für Geimpfte". Noch sei es für so eine Entscheidung zu früh, aber auf Dauer müsse darüber geredet werden, betonte er im BR Fernsehen.

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Von
  • Petr Jerabek
  • Christine Memminger

Nach Meinung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) wird es irgendwann nötig sein, über "Sonderoptionen für Geimpfte" zu sprechen. "Jetzt noch nicht, weil es noch zu wenig sind", sagte Söder am Mittwochabend in der Sendung "jetzt red i" im BR Fernsehen. Aber auf Dauer könne es nicht sein, dass sich viele Menschen gegen Corona impfen lassen, andere dagegen nicht - "und für die, die sich nicht impfen lassen, alle anderen ein Stück weit dieselben Einschränkungen haben".

Bereits jetzt lasse sich feststellen, dass die Ansteckungsgefahr in Alten- und Pflegeheimen deutlich sinke, erläuterte Söder. Wenn im Zuge der Impfungen auch die Mortalität zurückgehen werde, müsse das ein Aspekt sein, der in Lockerungsentscheidungen mit einfließe.

"Es muss sich keiner impfen lassen"

Zugleich erneuerte Söder aber die Zusicherung, dass es keine Impfpflicht geben werde: "Es muss sich keiner impfen lassen." Allerdings ist aus seiner Sicht das Impfen "am Ende die Lösung" im Kampf gegen Corona - "regelmäßig impfen übrigens". Deswegen wäre es laut Söder wichtig, auch für Kinder und Jugendliche eine Impfung zu haben.

Söder stellt Lockerung der Kontaktbeschränkung in Aussicht

Der Ministerpräsident stellte in der Sendung auch eine Lockerung der strengen Kontaktbeschränkungen in Aussicht. Dort, wo die Corona-Inzidenz sehr niedrig sei, seien "natürlich mehr Kontakte sinnvoll", gerade für Kinder. Söder verwies in dem Zusammenhang auf die landesweite nächtliche Ausgangssperre, die ebenfalls aufgehoben worden sei, weil sie bei niedrigen Zahlen nicht mehr verhältnismäßig sei.

Derzeit dürfen sich Angehörige eines Haushalts mit maximal einer Person aus einem anderen Haushalt treffen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte am Mittwochmorgen bei ntv eine Lockerung gefordert: "Aus meiner Sicht wäre es sehr sinnvoll, wenn man wieder auf diese etwas weitere Kontaktbeschränkung geht, die allerdings immer noch sehr streng ist: zwei Haushalte, fünf Personen, die Kinder nicht mitgezählt."

Bei Öffnungen regional differenzieren

Grundsätzlich will Söder an der Sieben-Tage-Inzidenz als wichtigstes Merkmal für weitere Lockerungen festhalten. "Sie hat uns gut gedient", betonte er. Wenn die Inzidenz entsprechend niedrig sei, könne man damit auch regional differenzieren und eventuell in Städten und Landkreisen mit niedrigen Inzidenzwerten Geschäfte des Einzelhandels früher öffnen. "Das heißt, für Schweinfurt sieht es relativ gut aus. Das ist für die Kollegen in Tirschenreuth schwerer", sagte Söder. In der Stadt Schweinfurt lag die Inzidenz am Mittwoch laut Robert Koch-Institut bei 9,4, im Landkreis Tirschenreuth bei 304,0.

Über solche regionalen Differenzierungen werde nächste Woche beim Bund-Länder-Gipfel zu Corona beraten, erläuterte der Ministerpräsident. Zuvor hatte Axel Schöll, Schuhhändler aus Schweinfurt, in der Sendung kritisiert, dass Baumärkte öffnen dürfen - sein Laden jedoch nicht. Das sei eine "völlig willkürliche Entscheidung", so der Unternehmer. Söder entgegnete, dass die Baumärkte große Gartenabteilungen mit "verderblicher Ware" hätten.

Söder über Schnelltests: "Sehr wacklig"

Zusätzlich zum Impfen und Inzidenzwerten könnten Söders Meinung nach auch die Schnelltests in bestimmten Bereichen eine Rolle für Erleichterungen spielen. "Die Schnelltest-Frage ist sehr wacklig", schränkte er jedoch ein. Einerseits sei noch nicht geklärt, wie viele Schnelltests überhaupt zur Verfügung stehen. Außerdem meinte er: "Wie verfolge ich dann nach, ob jemand diesen Test überhaupt macht oder nicht?"

In der Sendung brachte die Forderung nach einem Einsatz der Schnelltests Hotelier Hannes Lichtmannegger aus dem Berchtesgadener Land vor. Er könne sich vorstellen, jeden Gast zu testen und dadurch sein Hotel und das Restaurant wieder zu öffnen. Laut Söder könnten die Schnelltests in diesem Fall tatsächlich „eine Option“ sein - aber nur, wenn die Inzidenzwerte auf einem niedrigeren Level lägen.

"Lieber etwas langsamer, aber dafür sicher"

Insgesamt hielt Ministerpräsident Markus Söder im Live-Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern an seiner Linie fest. „Lieber etwas langsamer, aber dafür sicher, als am Ende den Schaden dauerhaft zu haben“, sagte er über weitere Lockerungen. Untersuchungen aus München hätten ergeben, dass dort schon 40 Prozent der Corona-Infektionen auf die aggressivere britische Mutation zurück zu führen sind.

Entsprechend wichtig seien die Beschränkungen um Leben zu schützen, betonte Söder. "Wir tun das nicht aus Spaß. Keiner will irgendjemandem was Böses, im Gegenteil“, sagte er. "Man schläft auch nicht leicht bei solchen Entscheidungen." Leider könne er in vielen Bereichen noch kein Ende der Einschränkungen versprechen. Aber: "Die Politik ist nicht der Feind, Corona ist der Feind."

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