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Söder gegen Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland | BR24

© Bayerischer Rundfunk 2020

CSU-Chef Markus Söder

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    Söder gegen Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland

    Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist dagegen, in der jetzigen Lage Flüchtlinge aus Griechenland aufzunehmen. In einem Interview der "Welt am Sonntag" sagte Söder, es wäre es falsch, der EU in den Rücken zu fallen.

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    "Wir brauchen eine europäische Lösung und keinen deutschen Alleingang", sagte Söder gegenüber der "Welt am Sonntag". Natürlich müsse Deutschland humanitäre Hilfe leisten, meinte der CSU-Chef, aber das hieße zunächst, Griechenland zu unterstützen und die Situation vor Ort zu verbessern. Europa und Deutschland dürfen Griechenland nicht alleinlassen."

    "Ankara spielt mit dem Schicksal von Menschen"

    Scharf kritisierte Söder das Verhalten der türkischen Regierung. "Es ist inakzeptabel, wie Ankara mit dem Schicksal von Menschen spielt, nur um die EU unter Druck setzen zu können."

    Der bayerische Ministerpräsident forderte ein Eingreifen der Europäer in Nordsyrien. Das Warten auf die Katastrophe in Nordsyrien sei kein politisches Konzept, sagte er der Zeitung. Trotz der Waffenruhe zwischen der Türkei und Russland müssten die Europäer gemeinsam diplomatisch die Initiative ergreifen, um zu einer dauerhaften Entspannung der Krise beizutragen.

    Erdogan schickt Flüchtlinge und Migranten an die Grenze

    Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte vergangene Woche die Grenzen zur EU für geöffnet erklärt und Migranten und Flüchtlinge offenbar auch in Bussen an die griechische Grenze bringen lassen.

    Das ist der Auslöser für die derzeit sehr angespannte Situation an der türkisch-griechischen Grenze. Über den Seeweg kamen nach Angaben der griechischen Behörden seither mehr als 1.700 Menschen in Booten auf Lesbos und auf den vier anderen Ägäis-Inseln an. In den dortigen Camps leben bereits mehr als 38.000 Menschen unter oft katastrophalen Bedingungen.

    Bewohner verbünden sich mit Rechtsradikalen

    Bewohner der Insel und zahlreiche angereiste Rechtsradikale versuchen seit Tagen, Flüchtlinge an der Ankunft zu hindern und greifen auch Hilfsorganisationen und Journalisten an.

    Im Gegensatz zu Söder hat SPD-Chef Norbert Walter-Borjans die Aufnahme von etwa tausend unbegleiteter Minderjähriger aus den Flüchtlingslagern gefordert. Die Europäische Union dürfe nicht zusehen, wie Kinder sterben, erklärte Walter-Borjans. Wenn sich eine europäische Lösung nicht herstellen lassen, dann müsse Deutschland schnell handeln, so der SPD-Vorsitzende.