BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Söder für Verlängerung der Kontaktbeschränkungen | BR24

© BR

Bayerns Ministerpräsident warnt vor einem Ende der Corona-Auflagen. Im ARD extra betonte Markus Söder, dass er eine Verlängerung der Kontaktbeschränkungen für richtig halte. Würden die Maßnahmen beendet, seien die Menschen "schutzlos ausgeliefert".

92
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Söder für Verlängerung der Kontaktbeschränkungen

Bayerns Ministerpräsident warnt vor einem Ende der Corona-Auflagen. Im ARD extra betonte Markus Söder, dass er eine Verlängerung der Kontaktbeschränkungen für richtig halte. Würden die Maßnahmen beendet, seien die Menschen "schutzlos ausgeliefert".

92
Per Mail sharen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat im ARD extra zur Corona-Lage dringend davon abgeraten, beim Infektionsschutz nur noch auf die Eigenverantwortung der Bürger zu setzen. Wenn die Corona-Maßnahmen jetzt abgeschafft würden, seien die Menschen dem Virus "schutzlos ausgeliefert", warnte Söder.

Der CSU-Chef lobte den Vorschlag des Bundes, auch in den kommenden Wochen auf eine teilweise geltende Maskenpflicht und auf Kontaktbeschränkungen zu setzen. Dies sei "die Mutter aller Maßnahmen".

Es gebe auch eine "überragende Mehrheit der Länder, diesen Weg fortzusetzen", so Söder, derzeit auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz. Den Vorstoß von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), ab 6. Juni von Allgemeinverordnungen abzusehen, nannte Söder ein "fatales Signal".

Ramelow will künftig auf Spezialverordnungen setzen

Ramelow präzisierte in der Sendung, dass er lediglich vorhabe, statt mit Allgemeinverordnungen mit Spezialverordnungen - angepasst an die jeweilige Lage - arbeiten zu wollen. Er verwies auf die geringen Infektionszahlen in Thüringen. Zwar müssten die Risikogruppen auch weiterhin geschützt werden. Die Frage sei nur, ob Mittel und Wege noch angemessen sind, wenn es in der Hälfte der Landkreise im Bundesland überhaupt keine Infektionen mehr gebe. Es sei in dieser Situation sinnvoller, die Gesundheitsämter vor Ort zu stärken, als Krisenstäbe rund um die Uhr tagen zu lassen.

"Ich habe nur darauf hingewiesen, dass wir von Verboten in Gebote übergehen müssen, damit die Menschen selber spüren, sie müssen sich auch selber schützen wollen." Bodo Ramelow, Thüringer Ministerpräsident

Söder: Auch manchen Unvernünftigen vor sich selbst schützen

Söder hielt dagegen, dass es auch im Straßenverkehr Regeln gebe, um die Allgemeinheit zu schützen. Auch da könne nicht allein auf Eigenverantwortung gesetzt werden.

"Wir müssen ja auch manchen Unvernünftigen vor sich selbst schützen und dafür sorgen, dass der Unvernünftige nicht die Gemeinschaft gefährdet. Ich glaube, wir haben bisher die richtige Balance gefunden." Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident

Virologin hält staatliche Vorgaben für sinnvoll

Die Münchner Virologin Ulrike Protzer betonte in der Sendung noch einmal, das Coronavirus sei nicht weg: "Wir haben es eingedämmt, wir haben es deutlich eingedämmt, aber die Gefahr ist nicht vorbei. Gerade wenn man in engeren Räumen beieinander ist und da nicht aufpasst auf die Abstandsregeln, dann kann ein kleiner neuer Ausbruch entstehen."

Klare Vorgaben des Staates hält die Virologin für hilfreich. "Dieses Virus ist unsichtbar, das ist für uns auch so schwer zu greifen. Da helfen Vorgaben natürlich." Draußen sei das Risiko deutlich geringer.

Kontaktbeschränkungen wohl bis 29. Juni

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hatte mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder heute beraten, ob und wie die zunächst bis zum 5. Juni geltenden Kontaktbeschränkungen verlängert werden sollen. Zunächst wurde aber kein Beschluss gefasst.

Der Bund mahnt zur Vorsicht und warnt vor zu weitgehenden Lockerungen. Die Bundesregierung setzte sich aber offenbar dafür ein, dass Kontaktbeschränkungen bis 29. Juni weiter aufrechterhalten werden, allerdings sollen private Treffen mit bis zu zehn Personen möglich sein, wie aus einer Beschlussvorlage für das Gespräch hervorging. Zuvor war noch vom 5. Juli die Rede gewesen.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!