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Die Abstände zwischen Erst- und Zweitimpfung sollen vergrößert werden. Außerdem soll bald rund um die Uhr geimpft werden. Das sagte Ministerpräsident Söder.

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Söder: Erstimpfung für 20 Prozent der Bayern bis Anfang Mai

Bis Ende April oder Anfang Mai sollen laut Ministerpräsident Söder 20 Prozent der Bayern die Corona-Erstimpfung erhalten haben. Nach dem Willen der Staatsregierung soll bald auch in bayerischen Betrieben geimpft werden, wie Söder sagte.

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Von
  • Petr Jerabek

Das Impftempo in Bayern soll im April laut Ministerpräsident Markus Söder (CSU) deutlich erhöht werden. Bisher hätten 11 Prozent der Bevölkerung des Freistaats die Corona-Erstimpfung erhalten, bis Ende April oder Anfang Mai könnten es 20 Prozent sein, sagte Söder nach dem bayerischen Impfgipfel in München.

Bislang habe Bayern 2,7 Millionen Impfdosen bekommen, von denen mehr als 2,2 bereits verimpft worden seien, erläuterte der Ministerpräsident. Bis 2. Mai solle der Freistaat mehr als zwei Millionen weitere Impfdosen bekommen. Aktuell gebe es im Freistaat im Schnitt 40.000 Impfungen am Tag - die Impfgeschwindigkeit werde aber stets an die vorhanden Impfstoff-Mengen angepasst. Die Impfzentren im Freistaat hätten eine Maximalkapazität von 70.000 Impfungen am Tag.

Notreserven werden weitgehend aufgelöst

Um rasch möglichst vielen Menschen eine Erstimpfung anbieten zu können, werde er Zeitabstand zwischen Erst- und Zweitimpfung "maximal vergrößert" - soweit es von den Herstellern als zulässig erachtet werde, kündigte Söder an. Zudem würden die Notreserven des Freistaats de facto aufgelöst, bis auf einen Rest von knapp 10.000 Impfdosen. "Alles andere wird verimpft." Denn auch die Erstimpfung biete bereits einen Schutz, argumentierte der Ministerpräsident. Und es solle künftig auch rund um die Uhr geimpft werden.

Die bayerischen Impfzentren werden laut Söder auch über Ostern geöffnet bleiben: "Es gibt keine Osterruhe fürs Impfen."

Auch Betriebsärzte sollen impfen

Zusätzlich zu den Impfzentren sollen von dieser Woche an auch Hausärzte in Bayern Corona-Impfungen anbieten. "Wir starten morgen mit 1.635 Praxen", sagte Söder. Ab 5. April kämen dann alle übrigen Praxen hinzu. Hausärzte seien erfahren beim Impfen. "Das sind die Impf-Profis im Land", betonte der Ministerpräsident.

Klares Ziel der Staatsregierung sei, dass spätestens Ende April oder Anfang Mai auch die Betriebsärzte in die Impfstrategie mit einbezogen werden. Im April werde es bei größeren Arbeitgebern bereits rund zehn Modellprojekte geben. Söder betonte, es sei die schnellste Impfung, wenn an einem Arbeitsplatz "komplett geimpft werden kann". Dafür müsse aber die starre Vorgabe aufgehoben werden, dass bestimmte Gruppen zuerst geimpft werden. "Da geht's dann nicht nach Alter, sondern der gesamte Betrieb wird durchgeimpft. Und sagen wir's mal so: Es gibt dann eine gewisse Gruppendynamik beim Impfen." In einer nächsten Stufe könnten laut Söder auch Kliniken beim Impfen mithelfen.

Holetschek: Flexibler impfen

Auch Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) forderte, die Impfpriorisierung müsse zunehmend flexibler werden. Natürlich müssten chronisch Kranke und ältere Menschen Vorrang haben, "aber es muss pragmatisch vorgegangen werden, und es muss schnell geimpft werden".

Das sei gerade jetzt, da sich die Mutation verbreite, das Gebot der Stunde, betonte der Minister. Beim Impfen dürfe man sich nicht zu sehr von Bürokratie einengen lassen, "weil die Bürokratie und die Pandemie tatsächlich nicht zusammenpassen".

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Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek fordert einen pragmatischeren Umgang mit der Impf-Reihenfolge.

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