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Söder: "Eine gute Balance in einer schwierigen Phase" | BR24

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Bildrechte: picture alliance/dpa | Peter Kneffel

Obwohl die Corona-Infektionen wieder steigen, treten ab Montag Lockerungen in Kraft. Ministerpräsident Söder (CSU) verteidigt im Rundschau-Interview diese Entscheidungen, die Virologen als zu unvorsichtig kritisieren.

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Söder: "Eine gute Balance in einer schwierigen Phase"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Bund-Länder-Beschlüsse zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie verteidigt. Lockerungen seien jetzt nötig, genauso wie das verantwortliche Handeln des Einzelnen, so Söder im BR.

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Von
  • Margit Ehrlich
  • BR24 Redaktion

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Bund-Länder-Beschlüsse zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie als "eine gute Balance in einer schwierigen Phase" bezeichnet. Im BR sagte er, Menschen bräuchten Hilfe, "wir sehen die Schäden". Deshalb habe man sich nun entschlossen, mit eingebauter Notbremse zu lockern.

"Wenn die Zahlen steigen, werden Lockerungen zurückgenommen"

Der gefundene Kompromiss sei "belastbar und vertretbar" und stelle eine Chance für die Bürger dar. Daraus folge auch eine Verantwortung des Einzelnen. So etwas sei in einer modernen Gesellschaft vertretbar. Sollte die neue Linie allerdings nicht funktionieren, dann müsse es wieder "konsequentere Maßnahmen" geben, so Söder.

"Das ist eine atmende, emanzipatorische Strategie, aber trotzdem sehr konsequent." Ministerpräsident Markus Söder

Das Konzept basiere trotz allem noch auf den Inzidenzzahlen, deswegen bleibe es "konsequent auf Linie", betonte Söder. Zudem sei es abgefedert durch mehr Tests. Bayern sei da gut im Rennen, werde mehr testen als alle anderen. Der Bund müsse allerdings "mehr machen", auch beim Impfen. Die Grundproblematik sei, dass Impfstoff fehle. "Das ist diese Hypothek, die im ganzen Einkaufsverfahren der Europäischen Union liegt. Wir könnten schon viel, viel weiter sein." Die sinkende Mortalität belege, dass Impfen der richtige Weg sei.

Besonderer Blick auf die Regionen

Mehr Impfstoff wünsche er sich vor allem für die Grenzregionen, die wegen hoher Inzidenzzahlen "wenig Öffnungsperspektive" hätten, sagte Söder.

Die Gefahr durch Shoppingtourismus aus Regionen mit hohen Inzidenzen in Regionen mit niedrigen Inzidenzen bei den nun beschlossenen regional möglichen Öffnungen schätzte der bayerische Regierungschef als gering ein. "Die Regeln gelten für jedes Geschäft", sagte er. In Bayern müsse eine FFP2-Maske getragen werden und es seien Quadratmeterzahlen für Kunden festgelegt, um den Abstand zu gewährleisten. Da müssten die Kommunen auf die Kontrollen achten.

Natürlich stelle sich die Frage, ob eine "regionale Spreizung zulässig" sei, gab Söder zu. Aber Grundrechtseingriffe müssten angemessen sein und in dem Moment, wo in einer Region die Inzidenz unter 35 liege und in der anderen über 200, sei ein Lockdown für alle das nicht mehr.

Einen Engpass bei den Schnelltests sieht Söder nicht. Ab Mitte März seien gemeinsam mit den Lockerungen auch die Tests für die Schulen da, versicherte er. Zudem würden die Impfangebote für Lehrerinnen und Lehrer erhöht.

Zugleich lehnte Söder einen Ausfall der Osterferien ab. "Wir werden die Osterferien nicht zur Disposition stellen", sagte er. Es werde aber Angebote für Schüler und Schülerinnen geben, unter Begleitung nach- und aufzuholen. Auch hier gehe es um eine Balance zwischen den Schäden durch den Lockdown und die Gefahr durch das Virus.

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