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CSU-Chef Markus Söder
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CSU-Chef Markus Söder

Etwa 200 CSU-Mitglieder sind ins Ingolstädter Stadttheater gekommen, um über die parteiinterne Reform zu diskutieren und wohl auch, um den neuen CSU-Chef einmal live zu sehen. Markus Söder will seiner Partei neuen Schwung geben. Als konstruktiv und optimistisch solle die CSU künftig wahrgenommen werden, fordert er.

Söder will mit der CSU nach vorne schauen

"Wir müssen wieder auf die helle Seite der Macht kommen", scherzte Söder in Ingolstadt. Nach den zurückliegenden Personalquerelen und Wahlpleiten gibt es für ihn nur ein Motto: durchstarten statt durchschnaufen.

"Wir wollen den Zeitgeist mitprägen. Keine rückwärtsgewandte Politik wie es die SPD zum Teil versucht, sondern schauen, was macht Bayern stark und wie können wir die Forderungen beim Klima- und Artenschutz noch besser und breiter aufnehmen?" Markus Söder, CSU-Chef

CSU will die "erste richtige digitale Partei werden"

Grüner, moderner, offener, jünger, weiblicher und dynamischer müsse die CSU werden, so das Ziel. Bis zum Herbst soll eine Kommission unter Leitung von Generalsekretär Markus Blume dann konkrete Vorschläge dazu parat haben. Es gehe zum Beispiel darum, Mitmachmöglichkeiten zu modernisieren, erklärte Blume.

"Wir wollen Lust auf CSU machen und das heißt nicht, dass Parteiarbeit mit der Mitgliedschaft beginnt, sondern vielleicht auch in anderer ungebundener Form. Wir wollen die erste richtige digitale Partei werden." Markus Blume, CSU-Generalsekretär

Angelika Niebler: Europawahl ist Richtungsentscheidung

Neben CSU-Chef Söder und Generalsekretär Blume stand in Ingolstadt auch die Europaabgeordnete Angelika Niebler mit auf der Bühne. Ihre Kern-Aufgabe an diesem Abend war es, für die anstehende Europawahl zu motivieren. Schließlich gehe es im Mai um eine Schicksalswahl, so Niebler.

"Es geht wirklich um eine Richtungsentscheidung. Wohin wollen wir mit diesem gemeinsamen Europa marschieren. Wir wollen ein bürgerliches Europa. Wir wollen ein Europa, das sich nicht im Klein-Klein verheddert und den Regionen vor Ort ihre Eigenständigkeit belässt." Angelika Niebler, Europaabgeordnete

Gäste von der Parteibasis sind zufrieden

Und wie fanden die Gäste von der Parteibasis das Treffen mit der Politprominenz? Robert Grimm aus Walpertskirchen bei Erding und Jakob Mossandl aus Eichstätt zeigten sich nach über drei Stunden Diskussion zufrieden. Es sei etwas Besonderes, wenn auch "einfache Leute" dem Ministerpräsidenten direkt eine Frage stellen könnten.

CSU-Basis: Artenschutz ist wichtiges Thema

Zu tun gibt es für die CSU ihrer Meinung nach aber genug – nicht nur strukturell, auch inhaltlich. Das zeige sich ganz aktuell beim Thema Artenschutz. Auch wenn er als Landwirt das Volksbegehren "Rettet die Bienen" nicht unterschrieben hat, das Thema hält Robert Grimm für extrem wichtig.

Das sieht auch Hans-Jürgen Binner aus Ingolstadt so. Das Thema liege nun auf dem Tisch und müsse ernsthaft bearbeitet werden, meint er. Und sonst? Wieder mehr Sozialpolitik wünscht er sich von seiner CSU und gerne auch mehr Frauen.

Parteireform wird auf Parteitag im Herbst beschlossen

Eine deutlichere soziale Ausrichtung, eine klare Haltung in der Asylpolitik, mehr Chancen für junge Parteimitglieder – die Themen bei der Konferenz in Ingolstadt sind vielfältig. Am Ende werden die Beiträge in die Vorschläge der Reformkommission münden, heißt es. Endgültig beschlossen wird die geplante Parteireform dann auf einem großen Parteitag im Herbst.

Davor können die Mitglieder auf acht Regionalkonferenzen diskutieren. Nach Angaben der CSU soll es bis Mitte April in jedem Regierungsbezirk eine Konferenz geben, nur in Oberbayern sind wegen der großen räumlichen Entfernungen zwei Veranstaltungen geplant.