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Söder bekräftigt: Kein Atommüll-Endlager in Bayern | BR24

© pa/dpa/Stefan Puchner

Am Atomkraftwerk Gundremmingen kommt am 19. März 2019 aus dem Kühlturm des Blocks C Wasserdampf. Die beiden anderen Reaktoren sind stillgelegt.

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Söder bekräftigt: Kein Atommüll-Endlager in Bayern

Aktuell läuft die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle - und zwar ergebnisoffen. Doch trotz eines Rüffels aus dem Bundesumweltministerium hat Ministerpräsident Markus Söder das "Nein" zu einem Standort in Bayern bekräftigt.

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Seit zwei Jahren läuft die neue Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle in Deutschland. Eigentlich soll dabei nach dem "Prinzip der weißen Landkarte" vorgegangen werden, also völlig ergebnisoffen. Doch nun hat sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder deutlich gegen einen möglichen Endlager-Standort im Freistaat ausgesprochen.

"In Bayern macht ein Atommüllendlager keinen Sinn. Geologisch gesehen passt Bayern nicht, da das vorhandene Gestein eine deutlich schlechtere Sicherheit aufweist als zum Beispiel Gorleben", sagte Söder der Deutschen Presse-Agentur. "Deshalb wird es hier auch kein sicheres Endlager geben."

Standort-Suche: aktuell geologische Erhebungen

Damit stellt sich Söder gegen die Einschätzung des zuständigen Bundesamts für kerntechnische Entsorgungssicherheit. Dessen Präsident Wolfram König betont seit Monaten, dass im aktuellen Stadium der Suche kein Standort ausgeschlossen sei. Aktuell ist ein vom Bund beauftragtes Unternehmen dabei, bundesweit geologische Daten bei den zuständigen Behörden abzufragen. Auch mit Bayern klappe diese Zusammenarbeit gut, betonte König vergangene Woche in München.

Zuletzt hatte auch Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) im BR erklärt, dass er das "Prinzip der weißen Landkarte" äußerst skeptisch sieht. Daran erntete er viel Kritik von Bayerns Grünen und der SPD. Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze hatte sich vergangene Woche eingeschaltet. Sie forderte von Söder "ein klares Bekenntnis zu der gesetzlich verankerten ergebnisoffenen Suche nach einem Endlager in ganz Deutschland."

Weil: Niedersachsen ist nicht "das Atom-Klo"

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sieht die Endlagersuche dagegen weiter als nationale Aufgabe, der sich niemand entziehen dürfe. Am Montag erklärte Weil: "Deshalb ist es für mich absolut unverständlich, dass sich einzelne Länder offensichtlich nach und nach verabschieden wollen. Bayern und Sachsen etwa. So wird das nicht laufen können." Niedersachsen sei nicht "das Atom-Klo der Bundesrepublik Deutschland".

Söder wiederum wies Weils Vorwurf zurück. "Die Frage nach einem Atommüllendlager darf nicht politisch, sondern muss wissenschaftlich entschieden werden", sagte Söder. "Die größtmögliche Sicherheit muss an oberster Stelle stehen."

Ursprünglich hatte Deutschland ein Endlager im niedersächsischen Gorleben geplant. Nach jahrzehntelangen Protesten hatte der Bund 2017 allerdings eine neue Suche gestartet - mit der CSU als Teil der Bundesregierung. Bis 2031 soll ein geeigneter Ort feststehen. Der Atommüll soll unterirdisch tief in einem Bergwerk entsorgt werden. Als geologische Formationen kommen Salz, Ton und Kristallingestein wie etwa Granit infrage. Erste Ergebnisse - auch im Hinblick auf mögliche Standorte - sind für 2020 angekündigt.

mit Informationen von dpa

© BR

Auch in Bayern gibt es Gesteinsformationen, die für ein Endlager in Frage kämen - also zum Beispiel Tongestein oder Granit. Beides aber mit Vor- und Nachteilen.