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Äthiopien-Reise: Söder wirbt für Schutz der Wälder | BR24

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Zu Beginn seiner Äthiopien-Reise hat Ministerpräsident Markus Söder einen sogenannten Kirchenwald besucht und für mehr Klimaschutz geworben. Er eröffnete ein Bayerisches Afrikabüro, das die Aktivitäten des Freistaates bündeln soll.

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Äthiopien-Reise: Söder wirbt für Schutz der Wälder

Zu Beginn seiner Äthiopien-Reise hat Ministerpräsident Markus Söder einen sogenannten Kirchenwald besucht und für mehr Klimaschutz geworben. Er eröffnete ein Bayerisches Afrikabüro, das die Aktivitäten des Freistaates auf dem Kontinent bündeln soll.

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Beim Besuch in einem sogenannten Kirchenwald wurde Markus Söder von singenden Kindern und Geistlichen empfangen. Kirchenwälder werden durch Priester der äthiopisch-orthodoxen Kirche "Tewahedo" erhalten, einer christlichen Gruppe, die diese alten Haine seit dem 16. Jahrhundert verwaltet. In Äthiopien gibt es noch Tausende dieser Haine, die in der sonst kargen Vegetation übrig geblieben sind.

Söder versprach bayerische Unterstützung im Kampf gegen den Klimawandel und sagte: "Wir pflanzen hier nicht einfach einen Baum, sondern wir setzen ein Signal für Forschung, weil Klimaforschung wichtig ist, ein Projekt mit der TU München."

Söder pflanzt einen Ölbaum und wirbt für Schutz der Wälder

Als Gastgeschenk hatte der Ministerpräsident eine dicke Kerze mitgebracht und entzündete diese vor der bunt bemalten Kirche aus Wellblech. "God Bless Ethiopia" steht in goldenen Lettern über einem weiß-blauen Wappen auf der Kerze. Im Gegenzug bekam Söder ein Kreuz geschenkt. Das erste von dreien an diesem Tag.

"Das ist ein Heiliger Wald und das gibt vielleicht auch den Rückenwind dafür, damit das akzeptiert wird in einer wachsenden Metropole entsprechende Projekte zu machen." Markus Söder

Äthiopiens letzte Wälder sind massiv bedroht

Der Wald liegt sehr nahe an der Hauptstadt Addis Abeba. Um ihn herum frisst sich ein riesiger Steinbruch in die Landschaft und bedroht auch die vier Hektar Kirchenwald. Das allein zeigt schon, wie gefährdet diese ursprünglichen äthiopischen Wälder sind, weiß Christoph Schneider-Yattara, der Repräsentant von "Brot für die Welt":

"Das Bevölkerungswachstum ist riesig. Die Ökonomie ist vom Holz abhängig, also für Holzkohle, für Bauholz und das sind einfach Einkommensmöglichkeiten." Christoph Schneider-Yattara, Brot für die Welt

Die Kehrseite ist, dass es immer weniger der alten Wälder gibt. Noch existieren 38.000 Kirchenwälder, doch viele sind nur mehr Inseln in einem kahlen Land: "Wenn sie sich Äthiopien angucken, sie sehen dann immer nur so Inseln, alles andere ist schon ganz kahl abgeholzt", so Schneider-Yattara.

Lob für bayerische Unterstützung

Er begrüßt daher den Einsatz Söders und sagt, man könne Hilfe gebrauchen.

"Mit 38.000 Wäldern kann man nicht genug Partner haben. Insofern freuen wir uns über jeden, der in diesen Club Eintritt." Christoph Schneider-Yattara, Brot für die Welt

Solaranlage für deutsche Schule

Eine Station weiter, in der German Church School, einer großen evangelischen Bildungseinrichtung, sangen Kinder dem Ministerpräsidenten die bayerische Nationalhymne vor. Söder bekam äthiopischen Kaffee serviert und stiftet eine Solaranlage. Dann wurde es offiziell. Die Eröffnung des Bayerischen Afrikabüros ist ein Krawattentermin. Söder sprach von einem neuen Kapitel:

"Ich glaube, dass wir ein neues Kapitel zwischen Europa und Afrika brauchen." Markus Söder

Bayerisches Afrikabüro in der Hauptstadt Addis Abeba

Das Bayerische Büro wurde in enger Abstimmung mit dem Bundesentwicklungshilfeministerium eröffnet. Die Räume sind sogar in der Repräsentanz des Ministeriums untergebracht. Der Auftrag des Büros ist es, Anlaufstelle zu sein und Netzwerke zu knüpfen:

"Ein Afrikabüro macht Sinn, weil wir generell die Beziehungen zwischen Europa und Afrika verbessern müssen." Markus Söder

Der Ministerpräsident nannte auch ein geostrategisches Ziel: "Wir wollen den Chinesen nicht die gesamte Entwicklung überlassen. Hier ist der Sitz der Organisation der Afrikanischen Einheit und das ist eine Riesenchance und Möglichkeit."

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Der Ministerpräsident will mit dieser Reise ein Signal setzen für eine neue Nachbarschaft zwischen Europa und Afrika. Auch ein Bundesland wie Bayern könne da einiges bewegen. Natürlich geht es um die Frage, wie man Fluchtursachen bekämpft.

Äthiopien - Hoffnungsträger mit unsicherer Zukunft

Äthiopien gilt auch bei den Unternehmern, die aus Bayern mitgereist sind, als Markt mit enormem Potenzial. Jemand wie Markus Tischer, Vorstand des Abfüllanlagenherstellers Krones aus Neutraubling, ist optimistisch. "Das Land boomt für uns schon die letzten sieben Jahre. Jetzt sehen wir einen Aufbruch mit vielen kleinen Unternehmen", sagt der Manager. Allerdings fragen sich auch viele Firmenvertreter, wie stabil das Land und der Reformkurs tatsächlich sind.