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Söder: Ab Freitag dürfen sich zwei Haushalte treffen | BR24

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Ministerpräsident Söder im O-Ton

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Söder: Ab Freitag dürfen sich zwei Haushalte treffen

Seit Mittwoch dürfen in Bayern wieder nahe Verwandte besucht werden, ab Freitag sollen nun auch Treffen von zwei Haushalten möglich sein. Das kündigte Ministerpräsident Söder im BR an - und gab gleich noch Tipps für die Feier des Muttertags.

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Gemeinsam im Garten grillen oder im Wohnzimmer Kaffee trinken: Pünktlich zum Wochenende dürfen sich in Bayern auch wieder zwei Paare oder zwei Familien treffen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte im Interview mit Bayern1 an, dass die Kontaktbeschränkungen im Freistaat kurzfristig gelockert werden sollen - entsprechend dem Beschluss von Bund und Ländern vom Mittwoch. Es gilt weiterhin das 1,5-Meter-Abstandsgebot.

Während wegen der Corona-Krise bisher nur Treffen mit einer Kontaktperson (im Freien) erlaubt waren, soll nun das Beisammensein von Personen aus zwei Hausständen möglich sein. "Wir werden es jetzt heute so umsetzen, dass das ab morgen gut machbar ist", sagte Söder. Die Staatsregierung werde die Lockerung "heute oder morgen rechtlich vollziehen".

Bisherige Regelung laut Söder "lebensfremd"

Der Ministerpräsident hält die Änderung insbesondere mit Blick auf die Gastronomie für sinnvoll, die im Lauf des Monats wieder öffnen soll. Als Beispiel nannte er zwei Paare, die gemeinsam essen gehen möchten. Bei der bisherigen Regelung könnte man entweder nur mit dem Mann oder mit der Frau in den Biergarten oder ins Restaurant. Dies sei "ein bisschen lebensfremd", sagte Söder.

Wichtig sei, dass sich Infektionsketten nachvollziehen ließen. Diese Nachvollziehbarkeit sieht er beim Treffen von zwei Haushalten gewahrt. Die Linie anderer Bundesländer, Begegnungen von fünf Personen zu erlauben, lehnt Söder ab: "Da kannst du keine Gruppenbildung mehr verhindern. Und das wird leider negative Folgen haben, befürchte ich."

Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) betonte, die Staatsregierung wolle in "vernünftigem Rahmen" wieder Kontakte ermöglichen. Auch bei der angekündigten Erleichterung sei aber Umsicht und Vorsicht geboten. Es gelte, unkontrollierte Kontakte zu vermeiden.

Feier in der Familie: Die Angeheirateten dürfen nicht dazu

Der Muttertag am Sonntag ist laut Söder ein emotional sehr wichtiger Termin, deswegen seien Treffen mit direkten Verwandten auch wieder erlaubt worden. "In der Familie - habe ich immer den Eindruck - geht man verantwortungsbewusst um", sagte der Ministerpräsident, betonte aber zugleich: "Worum es jetzt nicht geht, ist dann die klassische Familienfeier mit 200 Leuten, die es dann so geben kann."

Laut Staatskanzleichef Herrmann geht es nicht nur um die Frage, was rechtlich legal ist. Sondern auch darum: "Was ist wirklich auch sinnvoll aus Sicht des Schutzes vor dem Virus." Legal sei seit Mittwoch wieder, dass sich die "in direkter Linie" Verwandten treffen, "also Eltern, Großeltern, Kinder, Enkel und auch die Geschwister". Herrmann fügte hinzu: "Rechtlich streng genommen sind die Verschwägerten, also die Angeheirateten, da nicht dabei. Das würde schon die Gruppe insgesamt reduzieren."

Söder mahnt zur Achtsamkeit

Jeder sollte dem Staatskanzleichef zufolge gut darüber nachdenken, ob am Muttertag alle auf einmal zusammenkommen oder man sich lieber nacheinander trifft: "die eine Woche der, die andere Woche der andere."

Auch Söder mahnte zur Achtsamkeit - und rief dazu auf, das Familientreffen im Zweifel lieber zu verschieben: "Wenn einer ein bisschen hustet oder wenn einer sich jetzt nicht so wohlfühlt, dann kommt der zweite Teil des Muttertags vielleicht ein eine Woche später." Jeder sollte da auch ein bisschen auf sich selber schauen.

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