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So wütete Sturm Sabine in Bayern | BR24

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Der Blick aus dem Fenster sagt zwar: Es ist schon ruhiger geworden. Aber: Das ist quasi nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm - Sabine ist noch nicht fertig mit Bayern. Hier eine Bilanz des heutigen Tages.

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So wütete Sturm Sabine in Bayern

Keine Züge, keine Schule, kein Strom: In vielen Gegenden hat das Orkantief "Sabine" Bayern kräftig durchgewirbelt. Mehrere Menschen wurden verletzt. Insgesamt hätte der Sturm nach Einschätzung von Experten aber noch schlimmere Folgen haben können.

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Strom- und Zugausfälle, Feuerwehreinsätze, Sachschäden und mehrere Verletzte: Orkantief Sabine hat in Bayern am Montag für erhebliche Beeinträchtigungen gesorgt.

Bayernweit musste die Bahn an mehr als 100 Stellen Schäden beheben, etwa wegen umgestürzter Bäume. Im Laufe des Tages entschärfte sich die Lage allmählich. In den Mittagsstunden rollten zunächst in Franken wieder die ersten Züge, dann folgten nach und nach die verschiedenen S-Bahn-Linien in und um München.

Im südlichen Oberbayern und im Allgäu mussten allerdings eine Reihe von Strecken gesperrt bleiben. "Insbesondere umgestürzte Bäume in Oberleitungen und auf Schienen blockierten und blockieren an mehr als 20 Stellen einen sicheren Bahnbetrieb", teilte die Deutsche Bahn mit. Ihr zufolge muss am Dienstag vereinzelt weiter mit Zugausfällen und Verspätungen gerechnet werden.

800 annullierte Flüge am Münchner Flughafen

Der Münchner Flughafen spricht inzwischen von knapp 800 Flügen, die heute annulliert werden mussten. Der Abfertigungsstopp wurde inzwischen zwar wieder aufgehoben, die Folgen werden aber am Dienstag noch spürbar sein.

© NEWS5/Liss

Sturmtief "Sabine" bringt enorme Schäden im Allgäu, hier in Sonthofen.

© dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Ein Baum wurde vom Wind auf das Dach der Christuskirche Landshut geworfen.

© BR/Florian Regensburger

Der Sturm hat mehrere Bäume umgestürzt, die auf die B17 fielen. Die Straße war zwischen Landsberg und Unterdießen zeitweise gesperrt.

© dpa-Bildfunk/Matthias Balk

Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen bei Pullach, einen durch das Sturmtief "Sabine" umgestürzten Baum von einer Straße zu entfernen.

© dpa-Bildfunk/Angelika Warmuth

Feuerwehrleute räumen Reste eines Baumes, der vom Sturmtief "Sabine" umgerissen worden war, von der Straße zum Eibsee.

© BR/Dajana Kollig

Wartende Reisende am Münchner Hauptbahnhof.

© BR/Birgit Grundner

Am Flughafen München sind fast alle Flüge am Montagvormittag annulliert.

© BR/Birgit Grundner

Am Münchner Flughafen ist teilweise der Strom ausgefallen. Diese beiden Fahrgäste stecken im Aufzug fest - aber sie nehmen es mit Humor.

© BR/Bohrer-Glas

Der sturmgepeitschte Inn in Rosenheim.

© MEDIA5

Auf der A93 in Richtung München bei Mainburg sind mehrere entwurzelte Bäume auf die Fahrbahn gestürzt.

© dpa-Bildfunk/Matthias Balk

Die Münchner Polizei sichert einen Wohnwagen, der von "Sabine" von der Straße gedrückt wurde.

© BR/Moritz Steinbacher

Auf München kommt noch einiges zu ... Blick von der Hackerbrücke nach Westen.

© dpa-Bildfunk/Alexander Auer

Ein umgestürzter LKW liegt auf der A3 zwischen Laaber und Nittendorf. Der LKW wurde im Sturmtief "Sabine" von einer Windböe erfasst.

© FFW Mamming/Peter Widl

Die Freiwillige Feuerwehr zersägt einen umgestürzten Baum bei Mamming (Niederbayern).

© NEWS5/Merzbach

Auf der A70 zwischen Scheßlitz und Bamberg wurde am frühen Morgen der Anhänger eines LKWs von einer Windböe erfasst und kippte um.

© dpa-Bildfunk/Boris Roessler

Der vom Sturm "Sabine" abgeknickte Ausleger eines Baukrans steckt im Dach des Frankfurter Doms.

© Ralf Hettler

Die Feuerwehr in Aschaffenburg räumt einen umgestürzten Baum von einem Auto.

© dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Eine Gaststätte am Odeonsplatz hat sich auf den Sturm vorbereitet und alle Tische und Stühle auf den Boden gelegt.

© dpa-Bildfunk / Karl-Josef Hildenbrand

Der vom Sturm aufgewühlte Hopfensee bei Füssen

© pa / dpa / Daniel Karmann

In Nürnberg wehte "Sabine" zahlreiche Absperrgitter um

© pa / dpa / Daniel Karmann

Der Nürnberger Tiergarten blieb wegen des Sturms geschlossen

Nachdem bayernweit zum Wochenstart die Schule ausgefallen war, findet sie am Dienstag großteils wieder statt. Nur in einigen Landkreisen fällt der Unterricht aus. Besonders betroffen davon ist Niederbayern - die aktuelle Übersicht finden Sie hier.

Mehrere Menschen verletzt - Zehntausende ohne Strom

Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei mussten seit den früheren Morgenstunden zu Hunderten Einsätzen ausrücken. Die gesamte Schadenssumme war zunächst aber noch unklar. In Oy-Mittelberg im Allgäu wurde ein Seminargebäude komplett abgedeckt.

Mehrere Menschen wurden verletzt, meist blieb es aber bei leichteren Blessuren. Im mittelfränkischen Heßdorf (Kreis Erlangen-Höchstadt) wurde ein 20 Jahre alter Fußgänger am Kopf schwer verletzt, weil der Anhänger eines vorbeifahrenden Autos durch eine Böe auf den Gehweg geschleudert wurde.

Beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd hieß es, es habe in der Region schon schlimmere Unwetter gegeben. "Es waren fast alles Einsätze, bei denen die Feuerwehr Hindernisse beseitigen musste: Umgestürzte Bäume, umgeworfene Verkehrsschilder", sagte Sprecher Stefan Sonntag. Auch die Warnungen hätten geholfen. "Die Leute waren vorbereitet, sie sind eher mal zu Hause geblieben - und haben unnötige Fahrten vermieden."

In der Nacht zum Montag war wegen des Orkantiefs in mehreren Regionen Bayerns die Stromversorgung ausgefallen. Etwa drei Stunden nach Mitternacht habe es erste Stromausfälle in Unterfranken gegeben, teilte die Bayernwerk AG in Regensburg mit. Dann weiteten sich die Stromausfälle in anderen Bezirken aus. Zehntausende Haushalte waren zeitweise ohne Strom.

Auf den Straßen blieb das große Chaos aus

Auf den Straßen blieb das ganz große Chaos aus. Der übliche morgendliche Stau in München fiel geringer aus als sonst. Auch ungewöhnlich viele Parkplätze waren am Morgen frei. Viele hatten wohl ihre Autos vorsorglich in die Garage gefahren, um sie zu schützen.

Auf der Autobahn 92 (Deggendorf-München) erfasste der Sturm einen Lastwagen und warf ihn um. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Mehrere Unfälle gab es, weil Autos oder Laster gegen umgestürzte Bäume stießen. Auf der A3 in der Oberpfalz warf der Sturm einen Lkw-Anhänger um - und richtete ihn auch wieder auf. Gerade als der Abschleppdienst eingreifen wollte, erwischte eine Böe aus entgegengesetzter Richtung den Anhänger und stellte ihn wieder auf die Räder. "Als wäre nichts passiert, konnte der Fahrer wieder in seinen Lkw einsteigen und losfahren", berichtete die Polizei.

Weitere Sturmnacht im Süden Bayerns

Insgesamt hätte der Sturm nach Einschätzung von Experten schlimmere Folgen haben können. Nach Angaben von Guido Wolz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in München ist es bekannt, dass Stürme im Winter weniger Schäden verursachen als im Sommer. "Wenn die Bäume kein Laub tragen, sind sie weniger anfällig", erklärte er. Ein ähnlich starker Sturm hätte im Sommer vermutlich wesentlich mehr Bäume umgeworfen.

Hauptsächlich im Süden Bayerns steht eine weitere unruhige Nacht bevor: Im Voralpenland dürfte es wieder Orkanböen geben, so Deutsche Wetterdienst. Aber auch im Flachland könnten im Süden noch einmal 130 Stundenkilometer erreicht werden.