Symbolbild eines Moores.
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Im Leipheimer Moos sollen ein Forschungszentrum und eine Praxiswerkstatt entstehen, um mehr über Funktion und Schutz von Mooren herauszufinden.

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So will das schwäbische Donaumoos zur Moor-Forschung beitragen

Es soll vorangehen mit der Moor-Renaturierung in Bayern - auch im schwäbischen Donaumoos: Eine Arbeitsgruppe hat Umweltminister Glauber das Konzept für ein Forschungszentrum übergeben. Dafür könnte es bis zu fünf Millionen Euro Förderung geben.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

"Das Klima retten wir nicht mit Zahlen und Appellen, sondern mit Taten", so lautet die Forderung einer Arbeitsgemeinschaft, die das Leipheimer Moos retten und damit gleichzeitig zum Erhalt von Mooren in ganz Bayern beitragen will. Politik, Landwirtschaft und Industrie haben dem bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) am Wochenende gemeinsam ein Konzept präsentiert - und der hat seine Unterstützung zugesichert.

Die Region um Günzburg könnte zu einem bayerischen Moor-Aktions-Zentrum werden – in Anlehnung an das bayerische Moor-Forschungs-Zentrum, das im März in Freising eröffnet worden ist. In einer Praxiswerkstatt soll nicht nur die Landwirtschaft auf wiedervernässten Moorböden optimiert werden.

Warum trockengelegte Moore ein Problem fürs Klima sind

Trockengelegte Moore machen in Bayern einen Anteil von vier Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen aus, erzeugen allerdings ein Vielfaches mehr an klimaschädlichen Emissionen. Deshalb hat sich die ARGE zum Ziel gesetzt, die Nutzung der Moore umzukehren und setzt sich seit rund 30 Jahren dafür ein, dass die Flächen wieder "vernässt" werden, also in ihren ursprünglichen Moorzustand zurückversetzt werden. Erfolgreich war das im Leipheimer Moos, das seit der Jahrtausendwende renaturiert wurde. Das Wissen und die praktische Erfahrung aus diesem Projekt sollen jetzt einfließen in ein neues Vorhaben: Im Donaumoos soll ein Wissenschafts-Praxis-Zentrum entstehen, ein sogenanntes "Peatland Action Centre".

Schwäbische Erfahrungen für die Moorforschung

Ein solches Zentrum soll künftig unter anderem Forschungsergebnisse, moorschonende Bodennutzung in der Praxis sowie die Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Landwirtschaft fördern. Die Arbeitsgemeinschaft Donaumoos habe sich bisher schwerpunktmäßig für ein "erfolgreiches Miteinander mit der Landwirtschaft" eingesetzt und beispielsweise den Anbau von moorschonenden Produkten gefördert – auch finanziell. Umweltminister Glauber (FW) würdigte bei seinem Besuch diese Pionier-Leistungen der ARGE und sicherte seine Unterstützung zu.

Für das neue Forschungszentrum wird laut der ARGE ein Startkapital in Höhe von fünf Millionen Euro benötigt. Damit sollen auch Firmengründungen gefördert werden, um an Ort und Stelle aus den Sumpfgräsern Dämmplatten, Baustoffe und zum Beispiel Verpackungsmaterial zu produzieren - nicht nur als Prototyp, sondern in Serie. Auf wiedervernässten Mooren lassen sich zwar keine Kartoffeln und kein Mais anbauen, allerdings könnten Baustoffe produziert werden, die eine positive Klimabilanz aufweisen. Deshalb sollen mit dem Geld der Umbau von landwirtschaftlichen Testbetrieben gefördert werden und außerdem Informationskampagnen und Projekte, unter anderem im Hinblick auf die Landesgartenschau in Günzburg im Jahr 2029. Die Staatsregierung will für den Klimaschutz bis zum Jahr 2040 ein Viertel der trockengelegten Moore in Bayern wiedervernässen.

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