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So werden Feuerwehr und Rettungsdienst ausgebremst | BR24

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Es brennt, aber die Feuerwehr steckt im Stau. Das kommt in Bayerns Großstädten häufiger vor, vor allem in München. Hier rechtzeitig am Einsatzort zu sein, könnte für Feuerwehr und Rettungsdienst in Zukunft noch schwieriger werden.

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So werden Feuerwehr und Rettungsdienst ausgebremst

Es brennt, aber die Feuerwehr steckt im Stau. Das kommt in Bayerns Großstädten häufiger vor, vor allem in München. Hier rechtzeitig am Einsatzort zu sein, könnte für Feuerwehr und Rettungsdienst in Zukunft noch schwieriger werden.

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Für Feuerwehrleute kommt es auf jede Minute an. Denn manchmal entscheiden Minuten darüber, ob ein Feuer Gebäude zerstört oder im schlimmsten Fall Menschenleben fordert. Doch in Großstädten wie München wird es Feuerwehrleuten nicht leicht gemacht, schnell zu sein. Denn immer mehr Einwohner sorgen für immer weniger Platz auf den Straßen.

Hohes Verkehrsaufkommen erschwert schnelles Vorankommen

Im Jahr 2040 könnte München nach eigenen Hochrechnungen der Stadt rund 1,85 Millionen Einwohner haben. Das bedeutet mehr Verkehr und macht es für Feuerwehr und Rettungsdienste immer schwieriger, sich schnell durch die Stadt zu bewegen.

"In den letzten Jahren hat natürlich der Verkehr in München deutlich zugenommen, auch durch die verstärkte Baustellentätigkeit. Es hindert uns natürlich schon durch den Verkehr zu kommen, auch mit Blaulicht können wir die Verkehrsteilnehmer weder nach links, noch nach rechts wegschieben." Robert Schmitt, Geschäftsführer MKT Krankentransport

Zusätzliche Wachen in Neubaugebieten nötig

Eigentlich muss die Feuerwehr zehn Minuten nach Eingang des Notrufes am Einsatzort sein. So steht es im Vollzugsplan des Bayerischen Feuerwehrgesetzes. Doch in München schaffen das die Einsatzkräfte immer seltener. Zudem muss sich die Feuerwehrleitung auf weitere Neubaugebiete im Norden und Westen der Stadt einstellen. Zum Beispiel der künftige Stadtteil Freiham, in dem bald rund 25.000 Menschen leben werden.

Das neue Standort-Konzept der Stadt München sieht also neue Wachen vor, um dem Problem Herr zu werden. Doch die müssen erst einmal gebaut werden.

"Man kann davon ausgehen, dass der Bau einer Feuerwache zwischen acht und zehn Jahren braucht. Das ist schon ein Problem, vor allem, weil man viele braucht und das natürlich auch an das Finanzvolumen kräftige Anforderungen stellt." Wolfgang Schäuble, Leiter Feuerwehr München

Umkämpfte Grundstücke für Ausweitung der Rettungswachen im Stadtgebiet

Eine dramatische Lage also? Im Bayerischen Innenministerium, das für Feuerwehr und Rettungsdienste verantwortlich ist, zeigt man sich zuversichtlich.

"Insgesamt kann man sich bei uns überall sehr, sehr sicher fühlen, weil wir einfach wirklich gut aufgestellt sind, bei den Feuerwehren, auch bei den Rettungsdiensten, auch bei der Polizei. Aber klar ist, wenn zum Beispiel ein Riesen-Neubaugebiet wie Freiham entwickelt wird im Münchner Westen, dann muss man von vorne herein die ganze Infrastruktur dazu denken." Joachim Herrmann, CSU, Bayerischer Innenminister

Erst im September 2018 gab es im Münchner Stadtrat einen parteiübergreifenden Antrag, der eine "Ausweitung der Rettungswachen im Stadtgebiet" vorsieht. Aber selbst dann bleiben geeignete Grundstücke hart umkämpft.