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Sichergestelltes Kokain am Hamburger Hafen
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Sichergestelltes Kokain am Hamburger Hafen

Die Händler würden Päckchen in wasserdichten Taschen mit Peilsendern und Bojen ausgestattet vor der Küste über Bord werfen. Anschließend würde das Rauschgift mit kleineren Booten eingesammelt und weiterverteilt, erklärte Markus Crecelius, Kokain-Experte beim Bundeskriminalamt. Auch über Bananenkisten oder in gefrorenem Fisch versteckt gelangen große Mengen auf den europäischen Markt.

Tonnenweise Drogen sichergestellt

Allein in Deutschland wurden im vergangenen Jahr acht Tonnen Kokain sichergestellt. Das sei fast vier Mal so viel wie im Vorjahr, so Crecelius. Im Hafen von Antwerpen spürten die Ermittler 42 Tonnen Kokain auf, zig weitere Tonnen stellten Beamte in Rotterdam und den spanischen Häfen sicher. Weltweit wurden 700 Tonnen Kokain abgefangen, so Crecelius. Vielfach würde inzwischen direkt zwischen den Anbauern in Süd- und Mittelamerika und europäischen Abnehmern gehandelt, ohne viele Zwischenhändler, erklärte Zoltan Nagy von der europäischen Polizeiorganisation Europol.

Drogenfahnder aus ganz Europa tagen in Fürth

Die Anbaugebiete von Kokain in Südamerika und von Mohn in Afghanistan waren nach Angaben der Experten im vorigen Jahr größer denn je. Dabei sei der Wirkungsgrad des gehandelten Stoffes deutlich höher als in früheren Jahren. Auch der Konsum von Drogen steige weltweit ständig an. Kokain etwa würde inzwischen in Deutschland in allen Gesellschaftsschichten konsumiert, so Tim Pfeiffer-Gerschel von der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht. 90 Drogen-Chefermittler aus 22 europäischen Ländern treffen sich derzeit zum Erfahrungsaustausch in Fürth. Dieses Treffen wird einmal im Jahr veranstaltet.