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So viel kostet die Kinderbetreuung in Bayern | BR24

© pa/dpa/Inga Kjer

Mehrere Kinder putzen sich in einer privat geführten Münchner Kita die Zähne

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So viel kostet die Kinderbetreuung in Bayern

Wer sein Kind in einer Krippe oder einem Kindergarten betreuen lässt, zahlt dafür Gebühren. Die sind aber unterschiedlich hoch - je nach Alter des Kindes, Region und Träger der Einrichtung. Ein Überblick.

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Krippe, Kindergarten, Kita - das alles kostet Geld. Die Staatsregierung hat deshalb versprochen, die Kostenfreiheit bei der Kinderbetreuung in Bayern "deutlich spürbar auszuweiten". Aber wie hoch sind die Gebühren in Bayern aktuell - und welche Förderungen gibt es? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Welche Kosten übernimmt der Freistaat?

CSU und Freie Wähler haben sich im vergangenen Jahr auf einen monatlichen Zuschuss von 100 Euro pro Betreuungsplatz geeinigt. Für drei- bis sechsjährige Kindergarten-Kinder fließt dieser Zuschuss - nach anfänglichen Schwierigkeiten - inzwischen seit einigen Monaten. Für ein- bis dreijährige Kinder, die in einer Krippe oder von einer Tagesmutter betreut werden, gibt es den 100-Euro-Zuschuss ab Januar 2020 ebenfalls - allerdings nur für Familien mit einem Haushaltseinkommen unter 60.000 Euro brutto.

Und für die Eltern ein- bis dreijähriger Kinder gibt es eine weitere Unterstützung: das bayerische Familiengeld. Seit gut einem Jahr beträgt es pro Familie 250 Euro monatlich, bei drei Kindern oder mehr sogar 300. Das Geld fließt unabhängig vom Einkommen und ist nicht zweckgebunden - kann also auch für die Kinderbetreuung verwendet werden.

Wo ist die Kinderbetreuung in Bayern kostenlos?

Prominentestes Beispiel ist seit diesem Herbst die Landeshauptstadt München. Dort ist der Kindergarten-Besuch inzwischen in den städtischen Einrichtungen für alle Kinder kostenlos. Auch die Krippen-Beiträge wurden spürbar reduziert - auf maximal 162 Euro. Diese Summe müssen aber nur Familien mit einem Brutto-Haushaltseinkommen über 80.000 Euro jährlich zahlen, die für ihr Kind eine tägliche Betreuung über neun Stunden gebucht haben. In Einrichtungen anderer bayerischer Städte und Kommunen liegen die monatlichen Gebühren dagegen weiter teils bei einigen hundert Euro.

Welche Rolle spielen die Städte und Kommunen?

Sie sind laut Sozialministerium "zuständig für die Schaffung eines bedarfsgerechten Angebots an Betreuungsplätzen". Wo sie als Träger von Einrichtungen fungieren, legen sie auch die Gebühren fest. Hier gab es zuletzt in mehreren bayerischen Regionen Unmut, weil einige Städte und Gemeinden eine Erhöhung der Gebühren angekündigt haben - just nach dem zugesagten 100-Euro-Zuschuss des Freistaats.

Allerdings weist der Bayerische Städtetag darauf hin, dass die Städte von diesem Geld nur bedingt profitieren - weil sie die darüber hinaus gehenden Kosten weiterhin tragen müssten. Zudem gebe es in den Städten eine besonders große Nachfrage nach Betreuungsplätzen. Deshalb brauche es mehr Räumlichkeiten, neue Grundstücke, mehr Personal - und das alles sei sehr teuer. Zudem sei der Markt für Erzieherinnen und Erzieher "leergefegt".

Reicht das Angebot an Betreuungsplätzen aus?

Zumindest in den meisten bayerischen Ballungsräumen gilt: eher nicht. In München etwa gehen derzeit hunderte Eltern bei der jährlichen Platz-Vergabe zunächst leer aus. Sie müssen auf Nachrücker-Plätze in städtischen Einrichtungen hoffen - oder gleich auf private Kitas ausweichen. Dort sind die Plätze deutlich teurer, in einigen Fällen über 1.000 Euro. Allerdings gibt es für Geringverdiener Zuschüsse und Ermäßigungen.

Wie läuft der Ausbau der Betreuungsplätze?

Zum Glück sind derart hohe Beiträge nicht die Regel. Und auch wenn vielen der Ausbau der Kinderbetreuung nicht schnell genug geht: Seit 2006 hat sich die Zahl der Fachkräfte im Freistaat laut Sozialministerium mehr als verdoppelt - auf über 52.600. Laut dem Ministerium laufen aktuell zudem mehrere Maßnahmen zur Personalgewinnung, etwa durch eine attraktivere Ausbildung, die Förderung von Quereinsteigern oder eine bessere Bezahlung.

Was sagen die Eltern?

Henrike Paede vom Bayerischen Elternverband lobt den monatlichen 100-Euro-Zuschuss des Freistaats für alle Kindergarten- und perspektivisch auch einen Teil der Krippen-Kinder. Am besten wäre laut Paede aber eine ganz kostenfreie Kinderbetreuung im Freistaat. "Man weiß, dass Kinder schon einen Nachteil haben, wenn sie nur ein Jahr weniger Kita haben", sagt sie.

Wie ist also die aktuelle Situation bei den Betreuungskosten?

Gerade ist es so: Wirklich gebührenfrei sind Krippen, Kindergarten und Kita im Freistaat nur, wenn die Kinder nicht den ganzen Tag betreut werden. Anders ist das bei privat geführten Einrichtungen, die in der Regel deutlich höhere Gebühren verlangen. Und generell gilt: Krippen kosten mehr als Kindergärten - auch weil die Betreuung bei Unter-Dreijährigen schlichtweg aufwändiger ist.

© BR

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