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Der "Aktionsplan Wolf" will regeln, unter welchen Umständen Wölfe im Freistaat zum Abschuss freigegeben werden
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Simon Emmerlich
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Der "Aktionsplan Wolf" will regeln, unter welchen Umständen Wölfe im Freistaat zum Abschuss freigegeben werden

"Die Alm ist bisher auch ohne den Wolf ausgekommen", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) unlängst zu bayerischen Almbauern. Fakt ist, der Wolf kehrt zurück und reißt im Allgäu sogar Kälber.

Den "Aktionsplan Wolf" der Staatsregierung haben bislang vor allem die Naturschutzverbände erhalten - die auch schon harsche Kritik geübt und von einem "Abschussplan" gesprochen haben. Jetzt liegt das Papier auch dem Bayerischen Rundfunk vor.

Internationale Abkommen schützen den Wolf - eigentlich

In dem Plan ist unter anderem geregelt, wann einzelne Wölfe oder ganze Rudel zum Abschuss freigegeben werden - und die Linie ist eindeutig: Der Wolfsbestand in Bayern soll demnach möglichst klein bleiben. Konkret heißt es im Plan:

"Zur Minimierung von Konflikten und zur Erhöhung der Akzeptanz ist die Wolfspopulation in Bayern auf das artenschutzrechtlich Erforderliche zu begrenzen." Auszug aus dem 'Bayerischen Aktionsplan Wolf' der Staatsregierung

Prinzipiell ist der Wolf durch internationale Abkommen streng geschützt: Wer ihn tötet, riskiert im Einzelfall eine schwere Umweltstraftat, die mit bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden kann. Abschüsse sind dennoch möglich, etwa wenn ein Wolf sich wiederholt Menschen nähert und Vergrämungsmaßnahmen nicht wirken.

Regeln für Problem-Wölfe

Geschossen werden darf auch, wenn ein Wolf immer wieder Nutztiere reißt - und zwar trotz fachgerechter Schutzmaßnahmen durch Elektrozäune. Neu ist im Aktionsplan jetzt der Umgang mit Almgebieten.

Hier könnte das Landesamt für Umwelt auch großflächig Gebiete ausweisen, in denen Weidetiere von vornherein als nicht schützbar gelten - etwa weil der Aufwand für Zäune oder die Anschaffung von Herdenschutzhunden für Landwirte mit kleinen Herden nicht zumutbar oder praktikabel erscheinen. Im Einzelfall könnten dann auch ganze Wolfsrudel geschossen werden.

Alm-Tradition geht vor Schutz des Wolfs

Naturschützer fürchten, dass Wölfe auch präventiv erschossen werden könnten, wenn sie in solche Gebiete einwandern. Denn wörtlich heißt es im Aktionsplan Wolf:

"Das Auftreten von Wölfen darf nicht dazu führen, dass traditionelle Haltungsformen regional aufgegeben werden müssen." Auszug aus dem 'Bayerischen Aktionsplan Wolf' der Staatsregierung

Naturschützer kritisieren am Plan außerdem, dass unklar bleibe, wie viel Geld der Freistaat für die Unterstützung der Landwirte bei Präventionsmaßnahmen überhaupt bereitstellen will. Ende September ist ein runder Tisch geplant, bei dem Umweltministerium und Verbände über die Vorhaben diskutieren wollen.