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So schossen die Feinstaub-Werte an Silvester in die Höhe | BR24

© BR/Felix Hörhager

München unter dem Dunst von abgefeuerten Silvesterraketen

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So schossen die Feinstaub-Werte an Silvester in die Höhe

Ein Anstieg um das 40-fache innerhalb kürzester Zeit? In der Silvesternacht wurde das in Bayern erreicht - beim Feinstaub. Denn mit den Raketen geht auch jede Menge Schadstoff in die Luft.

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Die Feinstaubbelastung durch das Feuerwerk ist zum Jahreswechsel generell hoch, das war auch 2018/2019 in bayerischen Städten nicht anders. Stundengenau lassen sich die Feinstaubwerte der bayerischen Messstationen auf der Website des Landesamts für Umwelt ablesen.

Beispiel Fürth, Messstelle Theresienstraße: Bis 0.00 Uhr lag der gemessene Wert noch bei 22 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft. Eine Stunde später waren es 915. Das ist ein abrupter Anstieg auf das 41-fache. Die Messungen sind jeweils Stundenmittelwerte, das heißt: 915 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft ist der Mittelwert für die Stunde von 0.00 Uhr bis 1.00 Uhr an Neujahr. Der Grenzwert für das Tagesmittel liegt bei 50 Mikrogramm.

In der Darstellung vom Landesumweltamt erkennt man, wie der Wert für Fürth abrupt in die Höhe schießt und kurz darauf wieder fällt. Die Kurve wäre sogar noch höher als in der Grafik dargestellt. Denn diese sieht als höchsten Wert "nur" 250 Mikrogramm vor - 915 geht weit darüber hinaus.

© Screenshot BR

Feinstaub-Messwerte für Fürth: Tabelle Bayerisches Landesumweltamt, www.lfu.bayern.de

"Am ersten Tag des neuen Jahres ist die Feinstaub-Konzentration vielerorts so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht", warnte das Umweltbundesamt schon im Vorfeld. In der Silvesternacht steige die Belastung mit gesundheitlichem Feinstaub explosionsartig an. Der Grenzwert von 50 Mikrogramm darf an 35 Tagen im Jahr überschritten werden. Damit sei häufig bereits am ersten Tag des Jahres einmal verbraucht.

Sprunghafter Anstieg der Feinstaubwerte auch in München, Regensburg und Augsburg

Weitere Beispiele aus Bayern für die vergangene Nacht:

München, Stachus: Zwischen 0.00 und 1.00 Uhr am 1. Januar ein sprunghafter Anstieg von 41 auf 524 Mikrogramm Feinstaub. Um 8.00 Uhr morgens waren es wieder 24.

Regensburg, Rathaus: Zwischen 0.00 und 1.00 Uhr ein Anstieg von 29 auf 241 Mikrogramm Feinstaub. Um 8.00 Uhr morgens waren es wieder 22.

Augsburg, Karlstraße: Zwischen 0.00 und 1.00 Uhr ein Anstieg von 37 auf 483 Mikrogramm Feinstaub. Um 8 Uhr morgens waren es wieder 24.

Absinken der Feinstaubwerte hängt vom Wetter ab

Wie schnell die plötzliche Belastung wieder absinkt hängt vom Wetter ab. Wenn ein kräftiger Wind weht, werden die Schadstoffe schneller verteilt.

Die Zahlen des Umweltamtes Bayern beziehen sich auf den Feinstaub "PM10". Damit ist die Größe der Partikelchen bezeichnet. PM10 sind die etwas größeren Teilchen, wie sie zum Beispiel auch beim Reifenabrieb entstehen. Aus Kaminen kommen eher die kleineren mit PM2,5.

Mehr als 15 Prozent des jährlichen Feinstaubs aus dem Straßenverkehr

Jährlich werden nach Angaben des Bundesumweltamtes rund 4.500 Tonnen Feinstaub PM10 in Deutschland zu Neujahr in die Luft gejagt. Das entspreche etwa 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge.

© BR

Grafik Feuerwerk