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Die neuen Corona-Regeln in Bayern | BR24

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Peu à peu lockert die Staatsregierung die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Von heute an sind unter anderem Friseur- und Gottesdienstbesuche wieder erlaubt. Doch es gibt einige Vorgaben. Was wieder geht und was nicht - hier der Überblick.

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Die neuen Corona-Regeln in Bayern

Peu à peu lockert die Staatsregierung die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Von heute an sind unter anderem Friseur- und Gottesdienstbesuche wieder erlaubt. Doch es gibt einige Vorgaben. Was wieder geht und was nicht - hier der Überblick.

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Seit heute gelten einige Lockerungen bei den Corona-Regeln: Friseure dürfen wieder Haare schneiden und Gläubige Gottesdienste besuchen, doch auch dafür gelten jeweils klare Hygieneregeln.

Bei allen Lockerungen seien für Bayern die Empfehlungen der Virologen weiterhin entscheidend, betont Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Man dürfe nichts überstürzen und nicht über die eigenen Füße stolpern. Der Kampf gegen das Coronavirus sei ein Marathonlauf, so Söder, bei dem Ziel und Dauer noch nicht absehbar seien. Trotzdem: Haare schneiden und gemeinsam beten sind seit heute wieder erlaubt.

Friseurbesuche: Maske und Haarewaschen sind Pflicht

Sowohl Friseure als auch ihre Kunden müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Ob man will oder nicht: Die Haare gewaschen bekommen künftig alle Kunden; auf diese Weise sollen mögliche Viren in den Haaren abgetötet werden.

Erfrischungen wie Kaffee und Wasser werden beim Friseurbesuch erstmal nicht gereicht, Zeitschriften dürfen nur unter Hygieneauflagen zur Verfügung gestellt werden. Auch so soll das Infektionsrisiko in den Salons verringert werden. Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, müssen Kunden ihre Kontaktdaten hinterlassen. Sogenannte gesichtsnahe Dienstleistungen wie Augenbrauen- oder Wimpernfärben, rasieren und Bartpflege bleiben bis auf Weiteres untersagt.

© dpa-Bildfunk/Klaus-Dietmar Gabbert

Symbolbild: Frieseurin macht Folie am Schaufenster weg. Sie darf wieder öffnen.

Corona-Aufschlag beim Haarschnitt

Ein bis zwei Euro teurer könnten Haarschnitte künftig werden: Zum einen, weil die Salons laut des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks mehr Geld für Schutzausrüstung wie Masken, Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel ausgeben müssten, zum anderen werde der Haarschnitt durch den neuen Schutzstandard länger dauern. Sogenannte "Walk-in-Friseure", also solche ohne Terminvergabe, seien theoretisch auch wieder erlaubt. Jedoch könnte das nach Ansicht des Zentralverbands und mit Blick auf die erwartbar hohe Nachfrage schwierig werden.

Beim Glauben ist Bayern vorangegangen: Seit heute darf wieder gemeinsam gebetet werden. Auch in den Gotteshäusern ist ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht, Ausnahmen gelten nur für liturgisches Sprechen und die Predigten. Zudem muss ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Gläubigen gewahrt sein.

Desinfektion statt Weihwasser

Einige Pfarreien versuchen mit telefonischer Anmeldung und Teilnahmekarten die Anzahl der Gottesdienstbesucher zu kontrollieren. Die Liturgie darf sechzig Minuten nicht überschreiten, alle Liturgen müssen sich gründlich die Hände waschen und das Gotteslob kann nur benutzt werden, wenn es von zu Hause mitgebracht wird.

Der evangelische Regionalbischof des Kirchenkreises in Augsburg und Schwaben, Axel Piper, freut sich auf die Gottesdienste: Sie seien notwendig und wichtig für viele Menschen. Er sei wohlgemut und hoffnungsvoll, dass die Gemeinden mit viel Phantasie und mit Ortskenntnis die Regeln umsetzen. Der Regionalbischof hofft, dass die "Gottesdienste wieder eine schöne Ergänzung sind zu unseren Gottesdiensten im Internet, Fernsehen und Radio und dass die Menschen mit der Zeit mehr zur Normalität zurückkehren können".

Andere Kirchenfeierlichkeiten sind erstmal verschoben: Die Erstkommunion auf Herbst 2020, Firmungen auf das kommende Jahr.

Föderale Uneinigkeit bei Spielplätzen, Zoos und Museen

Bund und Länder hatten sich bei ihrer Schaltkonferenz in der vergangenen Woche zwar auf die Öffnung von Spielplätzen, Museen und Zoos geeinigt - wann konkret geöffnet wird, bleibt allerdings Sache der Länder. Während manche Einrichtung beispielsweise in Berlin bereits wieder geöffnet haben, will Söder am morgigen Dienstag mit seinem Kabinett über den bayerischen Weg beraten.

Laut Söder muss noch geklärt werden, in welcher Form die Öffnungen umsetzbar sind, ohne die Ansteckungsgefahr wieder zu erhöhen. Es müsse Hygienekonzepte geben, und darüber soll erst mit den Kommunen geredet werden, so Söder.

Demonstrationen sind wieder eine Stunde lang erlaubt

Lockerungen bei Demonstrationen und Versammlungen wurden von den bayerischen Behörden bereits am vergangenen Maiwochenende respektiert. Ab dem heutigen 4. Mai sind sie laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mit "entsprechenden notwendigen infektionsschutzrechtlichen Einschränkungen und zunächst in einem überschaubaren Maß" offiziell wieder erlaubt.

Sie dürfen demnach nur im Freien, unter Wahrung des Mindestabstands und mit maximal fünfzig Teilnehmern stattfinden. Die Höchstdauer ist auf 60 Minuten begrenzt; Flyer dürfen nicht verteilt, sondern nur ausgelegt werden. Außerdem ist pro Kalendertag maximal eine Veranstaltung vom selben Veranstalter und mit den gleichen Teilnehmern zulässig.

Bayerische Schutzmaßnahmen: Was weiterhin gilt

Die bisher geltenden Schutzmaßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen, Besuchsverbote, Einreise-Quarantäneverordnung sowie die Maskenpflicht beim Einkauf und im ÖPNV bleiben vorerst bis zum 10. Mai bestehen. Dies soll etwaige Anpassungen nach den Gesprächen zwischen den Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin zum 11. Mai ermöglichen.

Großveranstaltungen wie Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern oder Konzerte bleiben bis mindestens 31. August 2020 untersagt. Auch Bars, Kneipen und Diskotheken, Sauna- und Badeanstalten sowie Kinos und Theater bleiben weiterhin geschlossen. Für Restaurants ist weiter ein Außer-Haus-Verkauf erlaubt. Die Sonderregelung, mit der Arbeitnehmer mit Erkältungsbeschwerden sich per Telefon vom Arzt krankschreiben lassen können, gilt bis zum 18. Mai.

Welche Erleichterungen könnten die kommenden Tage bringen?

Am 6. Mai wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder erneut über weitere Lockerungen beraten. Söder hatte erklärt, bis Pfingsten eine Perspektive für Schulen, Kitas und Pflegeheime vorzulegen. Die Corona-Maßnahmen lockern, aber nicht zu schnell - auch das machte Söder klar. Er wolle weiter besonnen vorgehen und die Infektionszahlen im Blick behalten. "Das Coronavirus macht keine Deals mit der Politik und hält sich auch nicht an Abmachungen oder Regeln, die von Politikern festgelegt werden", so Söder.

Dem Bayerischen Rundfunk teilte Söder mit, dass sich keiner Sorgen darüber machen müsse, dass der Zustand ewig so dauert: "Wenn es das aktuelle Infektionsgeschehen zulässt, und davon gehe ich aus, dass es besser wird, dann gibt es auch weitere Erleichterungen und eine Normalisierung." Normalisierung heiße aber auch nicht, so Söder, dass es genauso wird, wie es war. Nicht, solange es keinen Impfstoff gebe.

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