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So läuft die Spargelernte unter Corona-Bedingungen

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So läuft die Spargelernte unter Corona-Bedingungen

Die ersten Stangen Spargel werden auf dem Spargelhof Kuhn im unterfränkischen Allersheim schon gestochen. Auch in diesem Jahr müssen die Erntehelfer unter strengen Hygienevorschriften arbeiten. Das stellt den Hof vor eine große Herausforderung.

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Von
  • Irina Hanft

Auf dem Spargel- und Erdbeerhof Kuhn in Allersheim im Landkreis Würzburg stechen 50 Erntehelfer aus Rumänien seit dieser Woche die ersten weißen Stangen Spargel. Die Männer tragen auf den Feldern Masken und sind in zwei Gruppen aufgeteilt. Alle sind mit negativem PCR-Test nach Deutschland eingereist, fünf Tage später wurden sie erneut getestet, in der Zwischenzeit waren sie in Quarantäne. Für den Chef und Direktvermarkter Fabian Kuhn ist es nach 2020 die zweite Spargelsaison unter Corona-Bedingungen.

Hohe Investitionen für eine "sichere" Spargelsaison

"Jeder Test bedeutet einen Papierkrieg für uns", sagt der 35-Jährige. Hinzu kommen einige Dokumente wie zum Beispiel Arbeitsverträge, die er nach Rumänien schicken muss. Wegen Corona hat Spargelbauer Fabian Kuhn einen sechsstelligen Geldbetrag investiert, beispielsweise für neue Unterkünfte.

Das sind Wohncontainer, die auf dem Kuhn-Gelände stehen. Zwei Erntehelfer teilen sich ein Zimmer, damit der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden kann. Vor Corona standen vier Betten in jedem Zimmer bereit.

Erntehelfer sollen auf Hof bleiben

In der Kantine, in der rumänische Frauen das Mittagessen kochen, haben 25 Personen Platz. Jeder sitzt einzeln an einem Tisch, getrennt vom Nebenmann. Zwei weitere Ausgabestellen gibt es in den Containern. Das Essen lässt Kuhn dorthin fahren. Nach getaner Arbeit sollen sich die Erntehelfer nicht vom Hof entfernen, damit sichergestellt ist, dass sich niemand außerhalb des Geländes infiziert.

Das bedeutet einen enormen Mehraufwand für Kuhn: "Wir stellen den Leuten alles zur Verfügung, was sie wollen. Wir kaufen Handys ein, im letzten Jahr waren es 150 für die Mitarbeiter, wir kaufen palettenweise bei den Lebensmitteleinzelhändlern ein und geben es eins zu eins an die Mitarbeiter weiter."

Spargelbauer Kuhn: "Es ist nicht einfach"

Die strengen Hygieneauflagen einzuhalten, bedeutet auch in dieser Saison eine logistische Herausforderung für den Familienbetrieb in Allersheim. Zwar ist man heuer schon routinierter als im letzten Jahr, in dem das Virus und die damit verbundenen Umstände neu für alle war. Doch der bürokratische Aufwand sei gewachsen.

"Von der politischen Seite hat sich eigentlich nichts verändert zum Vorjahr, der bürokratische Aufwand ist aber mehr geworden. Es ist nicht einfach, wir sind eigentlich noch von der letzten Saison psychisch durch" so Kuhn, der neben den 30 Hektar Spargel auch Erdbeeren auf zehn Hektar Ackerland anbaut.

Mehraufwand lässt Preis für Spargel steigen

Der kostenintensive Aufwand, den der Hof Kuhn für eine hoffentlich coronafreie Erntesaison betreibt, wird der Verbraucher wohl spüren. In den etwa 25 Verkaufsbuden des Spargelhofs wird das Kilogramm Spargel in diesem Jahr laut Kuhn 30 bis 50 Cent teurer.

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Der erste Spargel in Bayern ist schon gestochen, auch wenn die Ernte offiziell erst am 12. April startet. Heuer gilt ein strenges Hygienekonzept.

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