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So kämpft die Stadt München gegen illegal vermietete Wohnungen | BR24

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Zweckentfremdungen verschärfen die Lage auf dem Münchner Mietmarkt. Viele Wohnungen werden illegal als Gewerberäume genutzt, an Urlauber vermietet oder stehen leer. Die Stadt kämpft dagegen – und rettet bereits hunderte Wohnungen für die Mieter.

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So kämpft die Stadt München gegen illegal vermietete Wohnungen

Zweckentfremdungen verschärfen die Lage auf dem Münchner Mietmarkt. Viele Wohnungen werden illegal als Gewerberäume genutzt, an Urlauber vermietet oder stehen leer. Die Stadt kämpft dagegen – und rettete bereits hunderte Wohnungen für die Mieter.

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Heute beschäftigt sich der Sozialausschuss des Stadtrats mit den neuesten Zahlen: 370 Wohnungen hat die Stadt im vergangenen Jahr für den Mietmarkt retten können. Bei den Kontrollen hatte sich gezeigt: Fast 170 davon wurden illegal als Gewerberäume genutzt, rund 100 waren als Ferienunterkünfte oder an Medizintouristen vermietet, etwa genauso viele standen leer.

Stadt München: Gerichtsverfahren, Bußgeld und Zwangshaft

An die 140 Gerichtsverfahren hat die Stadt gewonnen und viele Vermieter zur Kasse gebeten. Fast eine Million Euro Bußgelder hat sie verhängt und dazu gut eine halbe Million als Zwangsgelder kassiert. Gegen besonders hartnäckige illegale Vermieter hat die Stadt Zwangshaft beantragt und dreimal auch durchgesetzt.

💡 Was ist eine Zweckentfremdung?

Wohnraum wird immer dann zweckentfremdet, wenn er beruflich oder gewerblich genutzt wird (zum Beispiel als Büro oder als Praxis). Gleiches gilt, wenn er als Ferienwohnung vermietet oder abgerissen wird und wenn er länger als drei Monate leersteht. All das ist in München seit 1972 verboten, damit dem Wohnungsmarkt kein Wohnraum entzogen wird. Die Stadt kann eine Zweckentfremdung aber genehmigen, wenn Wohnraum neu geschaffen oder eine Ausgleichszahlung geleistet wird, die dem öffentlich gefördertem Wohnungsbau zugutekommt. Wird weniger als die Hälfte der Fläche etwa als Büro oder als Ferienunterkunft genutzt und ist die restliche Wohnung regulär bewohnt, liegt keine Zweckentfremdung vor. (Erklärt von Veronika Beer, Redaktion BR24-Nachrichten)

Hinweise über neue Online-Meldeplattform

Viele Zweckentfremdungen waren dem Amt für Wohnen und Migration von Bürgern gemeldet worden – meist über die neu eingerichtete Online-Meldeplattform. Mehr als 100 Hinweise gingen jeden Monat ein – deutlich mehr als früher.

Für das Sozialreferat ist all das ein Etappenerfolg. Eine weitere Verschärfung der Zweckentfremdungssatzung ist schon im Gespräch.

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München kämpft seit Jahren gegen illegale Wohnungsvermietung, auch bei Airbnb. Acht Wochen lang dürfen Wohnungen ohne Genehmigung an Feriengäste vermieten. Jeder Tag mehr gilt als illegale Zweckentfremdung. Doch wie den Tätern auf die Spur zu kommen?