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Im Winter in Seen und Flüssen: Neuer Trend Eisbaden | BR24

© picture alliance / Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa | Jens Büttner

Eisbadender (Symbolbild).

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    Im Winter in Seen und Flüssen: Neuer Trend Eisbaden

    Die Schwimmbäder haben zu, ebenso Saunen, in denen man sich sonst im Winter den Kreislauf-Kick geholt hat. In Bayern stürzen sich die Leute deshalb jetzt in die eiskalten Flüsse und Seen. Für Eisbad-Neulinge gibt es aber einiges zu beachten.

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    Von
    • Zara Kroiß

    Egal ob Eisbach, Ammersee, Donau, Isar oder Deininger Weiher im Landkreis München - gerade sind sie überall zu sehen: die Eisbadenden, die sich bei Minusgraden ins kalte Nass schmeißen. Nicht im Neoprenanzug, sondern in Badehose. Der Extremsport Eisbaden findet im Winter-Lockdown vermehrt Zulauf - auch in Regensburg. Hier haben wir einen Eisbader bei seinem Gang in die eiskalte Donau begleitet.

    Eisbaden: Eine Art Meditation?

    Die Außentemperatur beträgt minus sechs Grad, die Wassertemperatur liegt bei nicht einmal drei Grad. Trotzdem stapft Moritz Nickles am Donauufer munter barfuß durch den Schnee. Er ist seit diesem Winter leidenschaftlicher Eisbader. Für ihn ist der Extrem-Sport eine Art Meditation: "Sobald man sich mit dieser extremen Kälte konfrontiert, hat der Körper keine andere Möglichkeit mehr, als sich voll darauf zu konzentrieren und die Gedanken sind weg", sagt Nickles.

    Eisbader setzen auf Wim-Hof-Methode

    Inspiriert hat den 37-Jährigen der niederländische Extremsportler Wim Hof, der internationale Rekorde im Ertragen extremer Kälte hält, darunter den Rekord für das längste Eisbad. Über dessen Youtube-Videos holte sich Moritz Tipps und bereitete sich so auf das Eisbaden vor. Auch übernahm er die Wim-Hof-Methode, eine spezielle Atemtechnik des Extremsportlers. "Der Körper wird mit Sauerstoff geflutet und der Geist beruhigt sich. Dadurch wird auch die Überwindungsschwelle angenehmer", so Nickles.

    Eisbaden ist gesund

    Neben ausbleibenden Erkältungen gebe Moritz das Eisbaden viel Selbstbewusstsein und Lebensfreude: "Ich finde, das ist eine sehr, sehr urige Geschichte. Es lässt mich meine Naturverbundenheit richtig spüren."

    Auch die Allgemeinärztin Dr. Elke Kistner, selbst bekennende Eisbaderin, befürwortet den Extrem-Sport. Gerade für das vegetative Nervensystem eigne sich Eisenbaden sehr gut, sagt Kistner. So würden Stress, vegetative Störungen, Herz-Kreislauf-Krankheiten, entzündliche Krankheiten, dafür sorgen, dass das vegetative Nervensystem durcheinander komme. Durch das Eisbaden käme dies wieder ins Gleichgewicht.

    Regensburger wagt sich in eiskalte Donau

    Bevor sich Moritz Nickles in die eiskalte Donau wagt, wärmt er seinen Körper bei einer kurzen Lauf-Runde auf. Anschließend geht der Regensburger in sich und wendet die Wim-Hof-Methode an. Nach und nach schreitet Moritz ins Flusswasser - erst bis zu den Knien, dann bis zum Bauchnabel. Der Körper soll sich langsam an die extreme Kälte gewöhnen können. Am Ende befindet sich Moritz mit dem ganzen Körper im Wasser. Eingetaucht bis zum Hals bleibt er stehen und bewegt sich nicht. Um der Stressreaktion im Körper entgegenzuwirken ist es wichtig, ruhig und entspannt weiter zu atmen. Wie lange jemand im Wasser bleibt, ist jedem selber überlassen. Solange man sich wohl fühlt, kann man im Wasser verweilen. Moritz verlässt erst nach über zwei Minuten die Donau und fühlt sich einfach nur: "Wundervoll! Das Tollste daran ist wirklich das Rauskommen."

    Keine Wärmflasche nach Eisbad

    Nach dem Eisbaden sollte man sich warm anzuziehen, ein warmes Getränk trinken und bei einem kurzen Spaziergang in Bewegung kommen. Von einer Wärmflasche rät Kistner aber ab, da sich der Körper von alleine aufwärme.

    Ärztin: bei Zittern Wasser verlassen

    Kistner rät Eisbad-Neulingen zu einer guten Vorbereitung. Dabei sei das Wesentliche, Schritt für Schritt vorzugehen und dabei nicht zu übertreiben. "Und wenn man dann das Zittern anfängt, dann sollte man rausgehen, sich warm einpacken und sich gut anziehen und es dann in ein bis zwei Tagen wieder probieren." Menschen ab einem gewissen Alter oder mit einem hohem Blutdruck rät Kistner vorab zu einem Check-Up beim Arzt.

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