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So geht es den Gärtnereien in der Corona-Krise | BR24

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Den Gärtnereien läuft die Zeit davon. Im Frühjahr wird normalerweise das Geschäft für das ganze Jahr gemacht. Nun gibt es für die Gärtnereien im Freistaat kaum noch Möglichkeiten, die Ware loszuwerden. Das meiste wird wohl auf dem Kompost landen.

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So geht es den Gärtnereien in der Corona-Krise

Derzeit gibt es wohl kaum eine Branche, die nicht von der Corona-Krise betroffen ist. Einige trifft es besonders hart - darunter auch die Gärtnereien. Den Umsatz, den sie im Frühjahr eigentlich machen, können sie übers Jahr nicht mehr einholen.

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Tausende Primeln, Narzissen, Tulpen, Anemonen und viele andere Pflanzen lagern im Gewächshaus der Gärtnerei von Renate Peschl-Brummer in Neuhaus am Inn. Eigentlich sollten die Produkte jetzt in den Verkauf gehen. Aber wegen der Corona-Krise ist das nicht möglich. Einen Teil kann die Gärtnerei ausliefern, aber was nicht mehr verkauft werden kann, wird kompostiert - also vernichtet.

Alle Infos und Neuigkeiten zur Corona-Krise in Niederbayern finden Sie hier.

Lieferservice, um Stammkundschaft zu beliefern

Die zwölf Mitarbeiter der Gärtnerei sind derzeit in Kurzarbeit oder abgemeldet. Das Hauptgeschäft - die Stammkundschaft - gibt es derzeit nicht. "Wir freuen uns über jeden Kunden, der uns auch nur für 30 Euro einen Auftrag gibt. Wir fahren bis nach Passau und liefern gratis aus. Damit wir unsere Stammkundschaften bedienen können", sagt Renate Peschl-Brummer.

Hauptumsatz von April und Mai könnte wegbrechen

Was die Gärtnereichefin ärgert: Viele krisenbedingte Regelungen seien unklar. Dabei müsste sie und die anderen Betriebe die Hälfte des Jahresumsatzes jetzt machen - im April und Mai. "Wenn der Mai wegfällt, gibt es viele Betriebe nicht mehr", sagt Peschl-Brummer.

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

Viele Betriebe sind frustriert

Auch Roland Trinkaus, Juniorchef eines kleinen Familienbetriebs in Tiefenbach, ist frustriert. Pflanzen kosten Geld, Substrat und Arbeit ebenso. Wenn das Beet- und Balkongeschäft nicht stattfindet und der Umsatz wegfällt, ist die Gärtnerei ruiniert, so Trinkaus. Auch seine Gärtnerei bietet ersatzweise einen Lieferservice an - über Facebook und Instagram. Aber viele Stammkunden sind älter und nutzen die sozialen Medien nicht. "Die werden wir nicht erreichen. Die rufen bestenfalls an und fragen, ob wir etwas liefern können", sagt Trinkaus.

Großkonzerne machen jetzt das Geschäft

Was den Gärtnereibetrieben stinkt: Die Großkonzerne, die Supermärkte, machen jetzt das Geschäft – mit Blumen, Schnittpflanzen und Erde. Die kleinen Fachbetriebe bleiben auf der Strecke. Die Inntal-Gärtnerei ist mit 100 Mitarbeitern und zwölf Millionen Euro Umsatz einer der Großen der Branche. Auch sie ist im Krisenmodus: Die Gartencenter und Baumärkte, die sie – hauptsächlich in Österreich – beliefert, sind geschlossen. Ebenso der Stammbetrieb in Rothof.

"Wer soll das wegstecken?"

Lange könne er diesen "Standby-Modus" nicht durchhalten, fürchtet der Chef Karl-Heinz Peschl. Denn seine Mitarbeiter müsse er ja weiterbeschäftigen. Und das bedeutet: Topfen, wegschmeißen, topfen, wegschmeißen. Auch er macht sich um die Existenz seines Geschäfts Gedanken. "Jetzt drei Millionen Euro Schaden, im Mai nochmal. Wer soll das wegstecken als Gärtner", sagt Peschl.

Staatliche Hilfspakete helfen nur wenig

Die staatlichen Hilfspakete helfen wenig, kritisiert der Unternehmer. Die Zwangsschließung treibe Gärtnereien in den Ruin. "Da verliert man den Glauben an die Regierung. Das ist eine halbe Enteignung", resümiert Peschl.

Das Bayerisches Wirtschaftsministerium erklärt auf BR-Anfrage, dass Gärtnereien wie alle anderen kleinen und mittleren Betriebe bis 250 Mitarbeiter die Soforthilfe beantragen können. Online-Handel sei möglich, die Ware müsse aber verschickt werden und darf nicht vom Kunden abgeholt werden.

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