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So fördert der Freistaat den Berg-Tourismus im Allgäu | BR24

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Wanderer beim Söllereck

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So fördert der Freistaat den Berg-Tourismus im Allgäu

Über kaum ein Thema wird im Allgäu mehr gestritten als über den Ausbau der Bergwelt: Die einen verweisen auf Jobs und Zukunftssicherung, die anderen auf Overtourism und Umweltzerstörung. Derweil fließen Millionen an Fördergeldern.

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Wer rauf will aufs Söllereck und sich nicht die Mühe macht, einen der schönen Wanderwege zu nutzen, der steigt in die Gondel. Bislang gehen sechs Personen rein. Wenn die geplante neue Hauptbahn fertig ist, sollen es zehn sein.

Die Hälfte des Geldes geht ins Allgäu

Unterstützt wird das Projekt vom Freistaat. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger von den Freien Wählern kam deswegen extra in die Region, um den Förderbescheid zu übergeben. In den letzten drei Jahren sie die Hälfte der gesamten Seilbahnförderung in Bayern nach Oberstdorf geflossen, sagte der schwäbische Landtagsabgeordnete Alexander Hold, ein Parteikollege des Wirtschaftsministers.

Auch am Nebelhorn wird investiert

Der hohe Anteil der Fördergelder für Oberstdorf betont Hold zufolge die herausragende Stellung der Marktgemeinde für den bayerischen Tourismus. In dem Familien-Skigebiet Söllereck werden dieses Jahr rund 25 Millionen Euro in eine neue Hauptbahn mit neuer Tal- und Mittelstation und in die Beschneiungsanlagen investiert. 7,7 Millionen Euro davon kommen vom Freistaat. Auch an der Nebelhornbahn in Oberstdorf laufen dieses Jahr große Bauarbeiten an der Hauptbahn.

Umweltschützer nicht per se gegen Ausbau

Beim Bund Naturschutz ist man nicht per se gegen Modernisierung und Ausbau. Im Fall der Lifte sollten die Bauarbeiten jedoch dazu dienen, den Sommertourismus gleichermaßen zu fördern. Beispiel Söllereck: Die bestehende Sechsergondel reiche für den Sommertourismus völlig, so Thomas Frey vom Bund Naturschutz Allgäu. Im Sommer sei die Kapazitätsgrenze noch nicht erreicht.

Die Befürchtung, dass der Ausbau vor allem dem Wintertourismus nutzt, machen Naturschützer auch daran fest, dass auch die Beschneiungs-Anlagen erweitert werden sollen. In Zeiten der globalen Erwärmung, die auch vor dem Allgäu nicht halt machen wird, sei dies Steuerverschwendung.

Mit dem Auto nach Österreich?

Die Befürworter des Projekts argumentieren jedoch auch mit ökologischen Argumenten: Was nutze es, wenn das Allgäu als Skigebiet komplett den Anschluss an die Mega-Gebiete in Österreich und deren Standards verliere? Es würde nur dazu führen, dass die Leute, die heute noch im Allgäu Skifahren, sich ins Auto setzen und nach Österreich fahren, so die Befürworter des Ausbaus. Das sei ebenfalls schlecht fürs Klima. Außerdem würden die Modernisierungen nicht dazu führen, dass mehr Menschen ins Allgäu kommen. Man halte nur den Standard.

Aiwanger bezieht Position

Für Hubert Aiwanger ist die Sache klar: Er wolle auch in Zukunft an der Seilbahnförderung festhalten. Auch Älteren, Familien und Menschen mit Behinderung müsse man es ermöglichen, die Berge zu genießen. Und man müsse es unterstützen, wenn Seilbahnunternehmen zu großen Investitionen bereit seien. Zur Sicherung des Tourismus im Allgäu.

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Das Allgäu gehört zu den beliebtesten Urlaubsregionen Bayerns - das zeigen nicht zuletzt die vollen Parkplätze am Wochenende. Die Touristenströme sollen in Zukunft nun per App gelenkt werden.

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