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So digital starten Bayerns Schulen nach den Ferien | BR24

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Durch die Corona-Pandemie sind die Schulen gezwungen, digitaler zu werden. Nach den Sommerferien wird sich zeigen, wie gut das funktioniert.

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So digital starten Bayerns Schulen nach den Ferien

Noch vor Ferienbeginn hatte der Freistaat den "Digitalen Turbo" für die Schul-Digitalisierung angekündigt, um für eine mögliche zweite Corona-Infektionswelle besser gerüstet zu sein. Für die bisherige Umsetzung in den Ferien gibt es Lob und Kritik.

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Das bayerische Kultusministerium sieht die Schulen im Freistaat digital gut gerüstet für das neue Schuljahr und die Herausforderungen hinsichtlich der Corona-Pandemie. Mit Blick auf die zusätzlichen 370.000 Leih-Tablets und -Laptops sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler), man habe "einiges umgesetzt und auf den Weg gebracht. Da ist viel passiert."

Zwei Milliarden Euro für Digitalisierung an Schulen

Über 20.000 der insgesamt rund 120.000 Lehrerinnen und Lehrer in Bayern hätten zudem in den vergangenen Wochen an Online-Schulungen teilgenommen. "Insofern zeigt sich, dass unsere Lehrkräfte auch bereit sind, sich in den Sommerferien fortzubilden", so Piazolo. Ende Juli hatte Bayern den "Digitalen Turbo" für die Digitalisierung der bayerischen Schulen angekündigt. Dafür hatte der Freistaat zusätzlich zu den bereits geplanten Mitteln knapp eine halbe Milliarde Euro zugesagt. In den kommenden vier Jahren sollen damit insgesamt zwei Milliarden Euro für die Digitalisierung der Schulen ausgegeben werden.

Neue Lehrer-Schulungen für Distanzunterricht

Erste zusätzliche Maßnahmen wurden bereits umgesetzt. So startete am Montag - einen Tag vor dem ersten Schultag - eine für Lehrkräfte verpflichtende Online-Fortbildung "Lernen zu Hause". Ein Aufbaumodul "Mediendidaktik" sei bereits seit Beginn der Sommerferien online abrufbar, heißt es von der zuständigen Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) in Dillingen.

Zudem nimmt mit der zweiten Woche des neuen Schuljahres auch die kürzlich von der Staatsregierung angekündigte neunköpfige Stabsstelle "Medien.Pädagogik.Didaktik." ihren Dienst auf. Geplant ist ein wöchentliches Programm von über 30 Online-Seminaren mit verschiedenen Lehrerfortbildungen. Die hier angebotenen Schulungen sind für die Lehrerinnen und Lehrer freiwillig.

Weiterhin viele unterschiedliche Apps

Auch im neuen Schuljahr können die Lehrkräfte weitestgehend selbst entscheiden, welche App sie im Unterricht verwenden wollen. Gerade an Realschulen und Gymnasien, wo die Kinder je nach Schulfach andere Lehrerinnen und Lehrer haben, kann das weiterhin dazu führen, dass die Schülerinnen und Schüler eine Vielzahl unterschiedlicher Apps parallel nutzen müssen.

BLLV mit Lob und Kritik

Vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) gibt es für die Fortschritte der Digitalisierung der Schulen in den Ferien Lob und Kritik. Zwar sei in den vergangenen Wochen "einiges passiert", so die BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann. Sie mahnte allerdings an, dass Schnelligkeit bei der Digitalisierung der Schulen nicht alles sei.

Die Digitalisierung müsse "mit Hirn passieren", sagte Fleischmann. Schließlich habe jede Schule andere Voraussetzungen. Mit Blick auf die vielen technischen Neuerungen, die Auswahl von Apps und Datenschutz-Fragen fordert die BLLV-Präsidentin mehr Unterstützung für die Lehrerinnen und Lehrer. "Da muss die Staatsregierung (…) Gas geben", so Fleischmann. Die zentrale Beschäftigung der Lehrerinnen und Lehrer müssten die Kinder und Jugendlichen sein.

Elternverband vermisst Konzept

Laut dem Bayerischen Elternverband (BEV) geht es bei der Digitalisierung nicht schnell genug voran. "Wir hätten uns etwas mehr gewünscht", sagte der BEV-Landesvorsitzende Martin Löwe bereits Anfang der Woche. Der Elternverband vermisst nach eigenen Angaben ein "strukturelles Konzept" für einen möglichen weiteren Fernunterricht. So gebe es z. B. an den Schulen zu viele unterschiedliche Anwendungen und Apps. Das sorge für Unübersichtlichkeit. Außerdem sollten Lehrer, die entsprechende Apps (wie Mebis) noch nicht beherrschen, dazu verpflichtet werden, diese "kurzfristig zu erlernen".

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