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Snowfarming in Scheidegg | BR24

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Obwohl es gerade genügend Naturschnee dort gibt, läuft in Scheidegg im Landkreis Lindau nachts eine Schneekanone, um zusätzlichen Schnee zu produzieren. Man weiß ja nicht, ob im kommenden Winter genügend Schnee vom Himmel fällt.

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Snowfarming in Scheidegg

Obwohl es gerade genügend Naturschnee dort gibt, läuft in Scheidegg im Landkreis Lindau nachts eine Schneekanone, um zusätzlichen Schnee zu produzieren. Man weiß ja nicht, ob im kommenden Winter genügend Schnee vom Himmel fällt.

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Die Anlage steht an einem ehemaligen Holzlagerplatz im Wald außerhalb der Ortes. Ziel des ungewöhnlichen Versuches: 2.500 Kubikmeter Kunstschnee zu produzieren, der bis zum nächsten Winteranfang halten soll und dann für die Langlaufloipen bei Schneearmut verwendet werden kann. "Wir haben uns in Seefeld in Tirol deren Anlage angeschaut und beraten lassen, dort funktioniert das Ganze seit Jahren erfolgreich", so Bürgermeister Ulrich Pfanner (CSU).

Ursprung des Snowfarmings in Skandinavien

Da Scheidegg topografisch ähnlich liegt, hofft die Gemeinde, dass das Snowfarming, das seinen Ursprung in Skandinavien hat, auch im Westallgäu funktioniert. Der natürliche Schnee, den es derzeit im Überfluss gibt, eignet sich dafür aber nicht. "Es müssen die besonderen Kristalle aus der Schneekanone sein", erklärt Projektleiter Roland Schlechta, nur diese sind widerstandsfähig genug.

Hackschnitzel als Wetterschutz

Der Schneeberg wird dann mit einer 75 Zentimeter dicken Schicht aus Hackschnitzeln geschützt und isoliert. "Nicht die Sonne und Hitze, der Regen wird unser größter Feind werden", weiß Pfanner, aber einen Versuch ist es wert. Die Kosten für die Aktion seien überschaubar. Stromaggregat, Kühlturm und Schneekanone sind nur geliehen. Bleiben die Minusgrade wie jetzt, ist nach vier Nächten die Schneemenge produziert und das Experiment kann beginnen. Der Kunstschnee wird dabei ohne jede chemischen Zusätze produziert, betont Pfanner, "wenn das Ganze schief geht, bleibt nur Wasser übrig".