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Der Mattenbelag im Oberstdorfer Skisprungstadion ist uneben und wellig: Die Skispringer - Nachwuchs wie Profis - können deshalb nicht trainieren. Wie lange die Schanzen gesperrt bleiben müssen, ist fraglich.

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Skisprungschanzen kaputt: Kein Training möglich

Der Mattenbelag im Oberstdorfer Skisprungstadion ist uneben und wellig: Die Skispringer – Nachwuchs wie Profis – können deshalb nicht trainieren. Wie lange die Schanzen gesperrt bleiben müssen, ist fraglich.

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Von
  • Katharina Reichart
  • Matthias Lauer

Es geht um 7.000 Quadratmeter: So groß ist die Fläche am Aufsprunghügel der Oberstdorfer Audi Arena. Im Vorfeld der Nordischen Ski-WM wurden die alten Matten vergangenes Jahr neu verlegt. Kostenpunkt: 650.000 Euro, sagt Florian Speigl von den Sportstätten Oberstdorf. Jetzt müssen sie vielleicht schon wieder getauscht werden, weil sich im Winter der Mattenbelag verschoben hat.

Großes Risiko für Skispringer

Während des Winters, zum Beispiel bei der Nordischen Ski-WM, waren die Kunststoffmatten kein Problem: Der Schnee hatte sie abgedeckt und plattgedrückt. Die Skispringer waren sicher. Seit der Schnee weg ist, springt auf der Groß- und Normalschanze allerdings niemand mehr. Probefahrten der Athleten auf den Matten haben gezeigt, das Risiko ist zu groß. Durch den unebenen Belag könnten sie bei der Landung stürzen.

Erste Probleme im Sommer 2020 aufgetaucht

Bereits vergangenen Sommer, kurz nachdem die Matten aufgebracht worden waren, sind laut Florian Speigl erste problematische Stellen aufgefallen. Die Hoffnung, dass sich durch den Druck des Schnees die Matten setzen, wurde nicht erfüllt. Deshalb muss jetzt die Ursache gefunden werden: Ein erstes Vor-Ort-Treffen mit Baufirmen, Planern und Betreibern der Skisprunganlagen habe bereits stattgefunden. Laut Speigl wurde dabei festgestellt, dass zum Beispiel die verschiedenen Ebenen der Matten teilweise nicht mehr auf- bzw. nebeneinanderliegen. Die Kunststoffmatten wellen sich deshalb quer wie längs. Warum das so ist, ist bislang unklar.

Schadenshöhe und Regulierung unklar

Die Ursachenforschung geht weiter, außerdem soll ein Konzept zur Sanierung ausgearbeitet werden. Fraglich ist, wann das fertig ist und wann die Reparaturarbeiten am steilen Aufsprung-Hügel durchgeführt werden können. Ebenfalls nicht geklärt ist, was das kostet und wer für den Schaden verantwortlich ist.

Skispringer weichen auf andere Schanzen aus

Florian Kuiper, Leiter des Bundesstützpunkts Ski Nordisch in Oberstdorf, hofft, dass es bald eine Lösung für das Problem gibt. Sämtliche Skispringer, Nachwuchs wie Profis aus Oberstdorf, aber auch von anderen Vereinen, müssen nun auf andere Schanzen ausweichen – zum Beispiel nach Stams oder Innsbruck in Österreich oder sogar nach Predazzo in Italien.

Verletzungsgefahr vor olympischen Winterspielen vermeiden

Normalerweise haben die Sportler kurze Wege zum Trainingsort, entweder weil sie in der Nähe wohnen oder aufs Internat in Oberstdorf gehen. "Dass wir die Schanzen nicht nutzen können, ist ärgerlich und kostet vor allem Zeit und Geld“, sagt Kuiper. Aber hier zu trainieren habe sich nach den Testfahrten als zu riskant herausgestellt. Bei einer Landegeschwindigkeit von etwa 120 km/h berge jede kleine Unebenheit ein enormes Verletzungsrisiko. Das müsse vor allem mit Blick auf die olympischen Winterspiele, die im Februar 2022 in Peking stattfinden, unbedingt vermieden werden.

Stadion als beliebtes Ausflugsziel

Florian Stern von der Skisport- und Veranstaltungs-GmbH, die das Stadion betreibt, hatte sich erhofft, dass jetzt mit niedrigen Corona-Inzidenzen einigermaßen Normalbetrieb einkehren kann. Denn nach der Nordischen Ski-WM waren erst einmal große Modernisierungsarbeiten in der Arena fällig. Das Stadion sei ein touristisches Ziel in Oberstdorf und werde gerne besichtigt: "Da wäre es natürlich schön, wenn die Leute dann auch den Sportlern beim Training zuschauen könnten“, sagt Stern. Außerdem musste er ausländischen Trainingsgruppen absagen: Das heißt, der GmbH fehlen auch dort Einnahmen. Für ihn sei es aber am wichtigsten, dass die einheimischen Sportler sobald wie möglich wieder eine Arena mit perfekten Trainingsbedingungen vorfinden könnten.

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Skisprungschanzen kaputt: Kein Training möglich

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