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Skilift in Frammersbach: Ohne Mountainbiker nicht mehr denkbar | BR24

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Der Klimawandel betrifft natürlich den Wintersport in mittleren Lagen besonders negativ, was die Rentabilität von Schleppliften angeht. Aber da gibt es findige Menschen in Unterfranken und so werden jetzt Mountainbike bergauf transportiert.

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Skilift in Frammersbach: Ohne Mountainbiker nicht mehr denkbar

Die Auswirkungen des Klimawandels sind vielerorts zu spüren. Auch in Frammersbach im Spessart: Einen dortigen Skilift bieten die Betreiber im Sommer für Mountainbiker an. Ein Beispiel, das jedoch nicht überall umsetzbar ist.

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Das Wetter gleicht sich seit Jahren. Im Sommer ächzt Unterfranken unter der Hitze und Trockenheit. Im Winter fällt so gut wie kein Schnee – und wenn, dann bleibt er nicht liegen. Eine Katastrophe für Betreiber von Skiliften.

Die Motorsportfreunde in Frammersbach, die den dortigen Lift betreiben, haben sich deshalb etwas einfallen lassen. Sie transportieren seit acht Jahren im Sommer Mountainbiker mit ihrem Schlepplift.

Skilift beliebt bei Downhill-Mountainbikern

"Den Lift nur mit dem Winterbetrieb aufrecht zu erhalten, funktioniert nicht. Wir brauchen diesen Sommerbetrieb einfach. Die Wetterbedingungen sind einfach nicht mehr so, wie sie früher im Spessart waren", sagt Arno Will von den Motorsportfreunden Frammersbach. Viele Radsportler nutzen das Angebot: vor allem die Downhiller, die den Berg hinunterrauschen wollen und sich bequem wieder nach oben ziehen lassen.

20 Euro kostet die Tageskarte in Frammersbach. Geöffnet ist der Lift an rund zehn Tagen im Sommer. Und dann ist der Andrang natürlich groß. Zwischen 100 und 130 Biker kommen jedes Mal, wenn der Lift läuft.

Reaktion auf die Auswirkungen des Klimawandels

Glück für die Motorsportfreunde Frammersbach ist, dass die Gemeinde das Projekt von Anfang an unterstützt hat. Gerhard Lindner hat andere Erfahrungen gemacht. Er betreibt zusammen mit einem Geschäftspartner die Feuerberglifte in der Rhön. Drei Schlepplifte und ein Sessellift. Aber so fahrradfreundlich wie in Frammersbach war seine Umgebung nicht. Letztendlich haben Naturschützer das Projekt gestoppt.

Hohe Kosten bei Skiliften

"Uns ist dann irgendwann das Geld und die Lust vergangen", sagt Lindner. So lange hätten er und sein Partner noch mit dem Winterbetrieb weitergemacht. Doch 2016 war auch damit Schluss. "Weil es einfach keinen Sinn macht, den Lift wegen zwei Wochen anzuwerfen", sagt Lindner.

Die laufenden Kosten seien für die Liftbetreiber enorm hoch. Das Gelände muss ständig in Schuss gehalten und die Technik regelmäßigen TÜV-Prüfungen unterzogen werden, sagt Lindner. Das würde sich erst ab 30 Lifttagen im Jahr lohnen. Und die erreichen die Liftbetreiber in der Rhön aktuell nicht einmal im Ansatz.

Ein Bikepark wie in Frammersbach könnte vielen Liften in der Rhön eine Zukunft bescheren. Möglich ist das allerdings nur, wenn die Rahmenbedingungen passen. Sprich, das Projekt müsste mit dem Naturschutz in Einklang zu bringen sein. Und oft gibt es eben auch Kritik, wenn Biker mit breiten Reifen, die Berge hinunterrauschen.

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Die Auswirkungen des Klimawandels sind vielerorts zu spüren. Auch in Frammersbach im Spessart: Einen dortigen Skilift bieten die Betreiber im Sommer für Mountainbiker an. Ein Beispiel, das Schule machen könnte.

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